Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken schmecken.

(Carlo Karges)


Ich lade euch ein, für eine Weile aus dem Alltag zu entfliehen und von mir geschriebene Gedichte, Zitate, den ein oder anderen Gedanken und Reiseberichte zu lesen. Ich habe auch Zitate und Sprüche, die aus anderen Federn stammen online gestellt und entsprechend den Verfasser angegeben. Bevor ihr anfangt, möchte ich euch darauf hinweisen, dass kopieren und abschreiben, ohne Angabe des Autors, unfair und zu dem strafbar ist.


Nun wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen und ich freue mich auf eure Kommentare.

Träumen

Nur wenn wir glauben, dass gelingt, was wir wollen, haben wir die Kraft und Leichtigkeit, zu verwirklichen, wovon wir träumen.

unbekannt


Seelenfenster

Von Zeit zu Zeit
sich zurückziehen
in das Haus unserer Seele,
schweigen, ausruhen,
ganz für sich sein.
Die Seelenfenster vom
Staub des Alltags befreien,
an verschlossenen Türen rütteln,
sich selber auf den Grund gehen.
Und dann hinaus treten in die
Sonne: Da bin ich wieder.

Jochen Mariss


Sonnenlicht

Andere Menschen können für uns manchmal wie eine Sonne sein, eine Sonne, der wir uns dankbar zuwenden, weil sie uns wärmt und stärkt mit ihren Strahlen aus Herzlichkeit und Wohlwollen, Vertrauen und Verständnis.

Jochen Mariss


Charlie Chaplin

Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben.
Darum: Singe, lache, tanze, liebe und lebe
 jeden einzelnen Augenblick deines Lebens…
bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne
Applaus zu Ende geht!


Werner Bethmann

Wege fordern Bewegung, machen uns Beine,
sind ausgetreten oder neu. Sie führen uns zu
vertrauten Plätzen oder ins Ungewisse, sie
machen Hoffnung, bergen Spannung.
Wege verzweigen sich in Auswege, Umwege,
Irrwege, gerade oder verschlungene Wege.


Lebensweg

Den Weg den wir gehen, ist nicht immer gerade.
Er hat viele Kurven und so manche Höhen und Tiefen. Fallen wir hin und bleiben liegen, haben wir verloren. Doch stehen wir wieder auf und gehen weiter, ist uns der Sieg gewiss.

Kathrin K.


Fünfzig Jahre

Man braucht zwei Jahre, um sprechen zu lernen,
und 50 Jahre, um schweigen zu lernen.

Ernest Hemingway


Teneriffa 2010

Wenn das Fernweh ruft, dann folgen wir. Dieses Mal ging es nach Teneriffa. Das ist die größte Insel der Kanaren, mit dem größten Berg Spaniens, dem Teide.
Es blieb auch nicht viel Zeit für die Vorfreude, da wir die Reise vor 3 Wochen, mehr oder weniger spontan, gebucht hatten. Ursprünglich war eine Malta-Standort-Rundreise geplant. Die infrage kommenden Hotels waren mehr als schlecht bewertet. Also wurde aus der Maltereise eine Andalusien-Standort-Rundreise. Andalusien ist allerdings zu groß, so dass es dort solche Form der Rundreise nicht gibt und wir alle paar Tage in ein anderes Hotel untergebracht wären. Darauf hatten wir keine Lust. Uns wurde eine Kreuzfahrt nach Ägypten vorgeschlagen. Kreuzfahrten sind für uns aber genauso interessant, wie Kaffeefahrten, bei denen es Rheumadecken zu kaufen gibt. Oder anders gesagt, wir fühlen uns für Kreuzfahrten zu jung. Der nächste Vorschlag war Teneriffa. Urlaub im grünen Norden der Insel gepaart  mit einer 3-Tages-Wanderung, weil wir auch etwas von der Insel sehen wollen. Einen Tag möchte ich in den Loro-Park.
Schon Tage vorher war meine Freude nahezu grenzenlos. Endlich raus aus dem Alltag. Andere Umgebung, andere Leute, anderes Klima, einfach alles anders.

4. August

Heute, am Tage des Hinfluges bin ich, wie jedes Mal vorm Fliegen, vor Freude total aufgeregt. Wieder über ein Meer aus Watte fliegen und sich frei fühlen. Frei von allen Sorgen und Gedanken. Einfach nur die Seele baumeln und Fünfe gerade sein lassen.
Zu Hause meinte ich noch das sich der Abflug dieses Mal nicht verzögern wird, zumal es nicht Winter ist und demzufolge die Tragflächen nicht vereist sein werden, so wie letztes Jahr, als wir zu Silvester nach Wien geflogen sind. Mit dem Zug zum Flug hatte alles wunderbar funktioniert. Wir mussten nicht einmal Busfahrkarten kaufen, weil der Stempel von der Bahn im Bus gültig war. Was allerdings etwas schwieriger war, den Bus oder besser die Haltestelle zu finden. Nachdem wir erst in die falsche Richtung gelaufen waren, fanden wir diese, nachdem uns ein Busfahrer die Richtung zeigte. Innerhalb von Minuten waren wir auch schon auf dem Flughafengelände.  Da wären wir. Und nun?! Erstmal rein. Um zum richtigen Terminal zu gelangen, mussten wir quer über das Gelände des Flughafens laufen. Beim Check-In mussten wir nicht lange warten. Wenn ich da an den Flug nach Wien denke, nein lieber nicht. Als das einchecken erledigt war, hatten wir erst einmal für unser leibliches Wohl gesorgt und sind danach durch die Sicherheitskontrolle in die Welt des Duty-Free-Shioppings, wo es alles zu überhöhten Preisen gibt. Wir hatten uns Zeitschriften gekauft, da fünf Stunden Flug lang werden können. Anschließend tranken wir Kaffee und beobachteten das Treiben bei den Gates. Bei fast jeden Flug gab es Personen, die aufgerufen wurden, damit sie unverzüglich zu dem entsprechenden Gate kommen. Noch zwei Stunden bis zum Start. Zwischenzeitlich wurde von Gate 49 zum Gate 40 gewechselt. Warum das wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben. Die Zeit verging und das Boarding kam immer dichter. Das ist der Punkt, wo ich zum Thema “Verspätung des Abfluges“ zurückkomme. Auch dieses Mal hatte sich der Start um 45 Minuten nach hinten verschoben. Das Flugzeug, das von Teneriffa kam und uns nach Teneriffa fliegen sollte hatte Verspätung. War über den Wolken Stau? Wurde es geblitzt? War die Ampel rot oder ging unterwegs das Benzin aus? Es war der starke Wind, der von vorne kam, und das Flugzeug im voran kommen bremste. Nach dem Boarding ging alles ganz schnell. Rein ins Flugzeug, Plätze einnehmen, die üblichen Sicherheitshinweise folgten und schon waren wir über den Wolken Richtung Teneriffa unterwegs. Teilweise waren kaum bzw. keine Wolken und ich hatte einen freien Blick auf die Erde. Zwischendurch hatten wir auch starken Gegenwind und unsere Ankunftszeit wird sich noch etwas nach hinten verlagern. Was soll’s. Wir können es nicht ändern. Teneriffa wir kommenP1010807!!!
Der starke Gegenwind hatte dann doch nichts an der Ankunftszeit geändert. Wir landeten 45 Minuten später, so wie wir auch 45 Minuten später los geflogen waren. Der Bus, der uns zum Hotel gebracht hatte, war nicht besonders vertrauenserweckend. Wenn der Fahrer beschleunigte, dann war ein Pfeifton zu hören und wenn er bremste, gab es ein Geräusch, das an einer Kreissäge erinnerte. Das einchecken im Hotel ging schnell und problemlos. Wir sind mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock, wo sich unser Zimmer befand. Es war, genau wie das Bad, groß und was mit am wichtigsten ist, es war sauber. Es wird sich hier gut aushalten lassen. Die Aussicht ist, auch bei Dunkelheit, grandios. Vom Meer bis in die Berge, überall Lichter. Ich bin schon gespannt, wie es bei Tage aussieht. Morgen werden wir uns erkundigen, wann die Reiseleitung im Hotel ist, damit wir uns über die gebuchten Ausflüge informieren können.

5. August

Es ist 7.45 Uhr Ortszeit (- 1 Stunde), der Himmel ist grau, doch es regnet nicht. Die Aussicht ist bei Tage überwältigend. Rechts ist ein Stück vom Atlantischen Ozean, gerade zu andere Hotels und Häuser, welche teilweise in die felsige Landschaft und den Bergen gebaut wurden und links ist der höchste Berg, der Teide zu sehen. Dieser Berg ist ein Schichtvulkan und mit 3.718 Metern die höchste Erhebung der kanarischen Inseln und von ganz Spanien. Der Teide ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde.
Nach dem Duschen sind wir zum Frühstück. Das Büfett war reichhaltig und sehr köstlich. Es gab so ziemlich alles. So gab es zum Beispiel Spiegeleier, gebratenen Speck, Brot, Brötchen, Croissants, Käse, Wurst, Obst, Müsli, Jogurt, Muffins und andere Leckereien. Alles was das Herz begehrt. Wenn wir gewollt hätten, dann hätten wir Sekt zum Frühstück trinken können. Doch wir sind bei Kaffee und Saft geblieben. Anschließend sind wir in das Untergeschoss, wo die Infomappen der Reiseveranstalter stehen, um uns über die gebuchten Ausflüge zu informieren. Leider hatten wir nichts herausgefunden, nur das der für uns zuständige Reiseleiter von 17.00 – 17.30 Uhr im Hotel anzutreffen ist. Also werden wir später zu ihm hin, um uns nach den Ausflügen zu erkunden. P1010625
Gerade waren wir in Puerto de la Cruz unterwegs. Die grauen Wolken sind inzwischen der Sonne gewichen. Es sind angenehme 27°C. Die Strandpromenade ist traumhaft und selbstverständlich gibt es, wie für Tourismusorte üblich, Souvenirshops. Und davon jede Menge. Der Strand sieht nicht so aus wie man ihn üblicherweise kennt. Der Sand, aus Vulkangestein, ist schwarz. Die Straßen sind sehr schmal und die Gehwege noch schmaler. Unser Weg endete am Loro-Park, bevor wir zurück zum Hotel gegangen sind. Dort wollen wir die Tage auch noch hin. Auf dem Rückweg wurden wir alle paar Meter von Leuten angesprochen worden, die uns entweder Werbung von Restaurants geben oder Ketten, Armbänder, Uhren und Sonnenbrillen verkaufen wollten. Zum Schluss wurde es belastend, da sie nicht mehr locker ließen. So hätten wir eine Kette und ein Armband, was anfangs 5,- € kosten sollte für 2,- € bekommen. Vom ständigen Kopfschütteln waren wir einen Schleudertrauma nahe. Was soll´s, dass gehört dazu. Uns sind auch viele kleine Echsen über den Weg gelaufen. Da sie sehr scheu waren, war es schwierig sie zu photographieren, aber nicht unmöglich. Wir waren gute 5,5 Stunden in der Stadt unterwegs. Nun entspannen wir etwas. Später sprechen wir mit der Reiseleitung, gehen zum Abendessen und dann an die Bar, Cocktails trinken.
Das Gespräch mit der Reiseleitung war sehr aufschlussreich. Die erste Tour wird uns Samstag über den Humboldt-Weg führen. Am Montag werden wir durch die Masca-Schlucht klettern und am Dienstag geht es zum Märchenwald. Die Masca-Schlucht wird die schwierigste von allen Touren, die aber am Ende mit einer Bootsfahrt zu den Delfinen belohnt wird.

6. August

Das Essen gestern Abend war ganz gut und der Aufenthalt an der Bar war nicht lange. Es ist ein gediegenes Hotel, somit war die Stimmung an der Bar eher ruhig. Der Mann hinter der Bar machte, bei gerademal 10 Hotelgästen, die sich in der Lobby aufhielten, einen sehr gestressten Eindruck. Auf der Karte standen viele Cocktails und Longdrinks, aber die meisten waren uns unbekannt. Leider stand auch nicht da, was drin ist bzw. welche geschmackliche Richtung sie haben. Darum viel die Wahl auf Tequila Sunrice, damit konnten wir nicht viel falsch machen.
Es ist 7.45 Uhr (Ortszeit), der Himmel ist wieder grau, aber das hat nichts zu heißen, wie wir es gestern schon feststellen konnten. Der leichte Sonnenbrand, den wir uns gestern geholt hatten, ist nur noch dezent zu sehen. Was wir heute genau machen steht noch nicht fest. Erst einmal duschen und frühstücken.P1010635
Nach dem Frühstück sind wir den Weg zu der Bushaltestelle gelaufen, an der wir morgen zur ersten Wanderung abgeholt werden. Die Wegbeschreibung von dem Reiseleiter war verhältnismäßig wage. Ich bin mir nicht sicher, ob wir die richtige Haltestelle gefunden haben und bin sehr dafür, dass wir uns an der Rezeption nochmal den Weg beschreiben lassen. Es wäre sehr schade, wenn wir an der falschen Haltestelle stehen und den Ausflug verpassen würden. Nachdem wir bei dem Haltepunkt waren, sind wir mehr oder weniger ziellos durch Puerto de la Cruz gelaufen und waren in Straßen bzw. auf Plätzen, wo wir gestern noch nicht waren. Wir sind in viele Souvenirshops rein gegangen, aber so wirklich was Schönes hatten wir nicht gefunden. Das Sortiment ist in jeden Shop auch annähert gleich. Nach 3,5 Stunden waren wir zurück im Hotel und wollten zurück auf das Zimmer. Doch dieses war noch nicht gereinigt. Also sind wir runter an den Pool und haben Pizza bzw. Spagetti Bolognese  gegessen. Auf der Pizza war Thunfisch und kein Schinken, so wie es auf der Karte stand. Nun gut, passiert. Aufregen bringt nichts und außerdem sind wir im Urlaub. Da sieht man solch kleines Malheur nicht so eng. Wir haben unser Essen getauscht und damit war es erledigt. Aufregung haben wir schließlich zu Hause genug. Ich konnte mich ohnehin nicht zwischen Spagetti und Pizza entscheiden. Letztendlich hatte ich Pizza. Heute wird vermutlich nicht mehr viel passieren, da wir morgen Aktion genug haben werden. Nach ein paar Stunden Siesta sind wir zum Abendessen. Anschließend sind wir noch mal zur Haltestelle, um zu sehen ob dort ein Name, so wie auf dem Plan, steht. Es stand nichts dran. Aus diesem Grunde fragen wir morgen doch an der Rezeption nach dem Weg. Sicher ist sicher. Den Tag über waren es 36˚C, die aber sehr gut zu ertragen waren. Langsam wird es kühler. Was heißt kühler?! Es sind immer noch 28˚C, laut Videotext, und es wird auch nicht kühler als 21˚C die Nacht werden. Der Teide ist derweilen hinter den Wolken verschwunden. Morgen werden wir um 6.00 Uhr aufstehen, um 7.00 Uhr zum Frühstück und um 8.00 Uhr werden wir vom Haltepunkt abgeholt.

7. August

Nach einen köstlichen Frühstück machten wir uns, ohne nochmal an der Rezeption nachzufragen, auf zu der Haltestelle, wo wir abgeholt werden sollten. Ein Pärchen, welches an einer anderen Wanderung teilnahm, wusste genau wo wir hin mussten. Wir hatten zwar die richtige Straße gefunden, mussten allerdings auf die andere Straßenseite. Ein Bus kam. Dieser war aber der falsche Bus. Kurz danach kam wieder einer, der aber auch nicht der Richtige war. Ich begann schon zu zweifeln, als ein älterer Mann ein anders Pärchen ansprach und fragte, ob sie zum Humboldt-Weg wollten. Sie wollten nicht, aber wir. Also sind wir zu ihm hin. Zu unserer Überraschung wurden wir nicht mit dem Bus, sondern mit einen Auto abgeholt. Insgesamt waren wir vier Personen und der Wanderführer, der Helmut hieß. Er stammt ursprünglich aus Berlin. Sei Vater ist in Kyritz geboren. Erstaunlich! Da fliegen wir 3674 km und es gibt doch tatsächlich jemanden, der Kyritz kennt. Die Welt ist eben doch nur ein Dorf.
Als erstes sind wir zum Lager gefahren, um für mich Wanderschuhe und für alle Wanderstöcke zu holen.  Anschließend fuhren wir zum Ausgangspunkt  des Humboldt-Weges. Hätten wir vorher gewusst, dass wir am Ende der Tour 18 km gelaufen sind, hätten wir uns wahrscheinlich etwas gesträubt. Die Wanderung ging los und wir waren guter Hoffnung, da wir gut ausgerüstet waren. Der erste Teil des Weges war super zu laufen. Nach den ersten paar Steigungen kam in mir die Frage auf wie Montag die mittelschwere Tour werden wird, wenn das eine mittelleichte sein soll. Irgendwann, nach gefühlten 20 km, hatten ca. 1/3 der gesamten Wanderung hinter uns und damit auch den Punkt erreicht, an dem es wieder zurück zum Ausgangspunkt ging und wir noch 2/3 des Weges vor uns hatten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir dem Teide ziemlich nahe und in 2500 m Höhe hatten wir schon viel von der Flora und Fauna gesehen. Es ist bemerkenswert wie grün es, in dieser sehr wüstenähnlichen Gegend, ist. Und das obwohl es zu dieser Jahreszeit so gut wie nie regnet und die Pflanzen nur von der Feuchtigkeit aus den Wolken leben. In der Höhe konnten wir P1010769auf der einen Seite Gran Canaria und auf der anderen La Palma sehen. Helmut meinte, dass man nur selten solch eine gute Sicht hat. Wir Glückskinder. An diesen Punkt möchte ich erwähnen, dass meine Laune zu sinken begann, da die anderen Beiden immer häufiger Pause machten. Es wurde, mit voranschreiten der Zeit, immer wärmer und es machte auch keinen großen Spaß, die staubige Luft länger als nötig einzuatmen. Er ist bei der Bundeswehr. Die letzten Jahre war er im Büro. Über seine Frau wissen wir nur, dass sie letztes Jahr im November eine Rücke-OP hatte und die nächste Zeit keinen Sport mit großer Erschütterung für den Rücken machen darf. Da frage ich mich doch, warum sie mit uns in einer unebenen, teilweise felsigen, Gegend rumlaufen. Sie sollten lieber auf ebene Wege, wie z.B. die Strandpromenade gehen. Dann hätten sie uns nicht so aufgehalten und wir wären früher ans Ziel angekommen. Zum Schluss war ich so genervt, dass ich leider keinen Blick mehr für die Schönheit der Natur hatte und einfach nur noch zum Auto wollte. Der Typ war auf den letzten Metern nur damit beschäftigt zu erzählen, was er für ein toller Kerl und sie durch die OP total schlimm dran ist. Und dafür das sie angeblich so viel Wandern hatten beide eine sehr schlechte Kondition. Nach fünf Stunden hatten wir das Auto wieder erreicht. Für mich stand fest das Wandern kein Hobby von mir wird. Es gibt zwar viel zu sehen und Aussichten, die man mit keinem Geld der Welt bezahlen kann, aber stundenlang nur laufen wird auf die Dauer langweilig, zumindest für mich.
Ich war froh wieder zum Hotel zu kommen und mir das Gerede nicht mehr anhören zu müssen. Am Hotel angekommen sagte Helmut zu uns, dass wir für unsere Wanderung gut durchgehalten hatten. Jedoch hatten uns auch ganz schön Gesicht, Arme und den Nacken verbrannt. Im Zimmer angekommen war ich erst einmal duschen. Anschließend sind wir zum Supermarkt, um Getränke zu kaufen. Ich bin gespannt was uns Montag in der Masca-Schlucht erwartet. Morgen geht es jedenfalls zum Loro-Park.

8. August

Der für heute erwartet Muskelkater blieb aus oder besser gesagt, er war nur dezent in den Beinen zu spüren. Dennoch hatten wir uns dazu entschlossen nicht zum Loro-Park zu laufen, sondern den kostenlosen Shuttle-Service zu nutzen. Die Haltestelle war auch nicht sehr weit vom Hotel entfernt. Am Loro-Park angekommen brauchten wir nicht, wie viele andere anstehen, um Tickets zu kaufen. Diese hatten wir bereits an der Rezeption im Hotel gekauft.
Der Loro-Park ist eine riesengroße Anlage, in der verschiedene Papageienarten, weiße Tiger, Affen, Flamingos, Schildkröten, Orcas, Delfine und viele andere große und kleine Tiere untergebracht sind. Es gibt sogar einen kleinen, aber sehr schönen Orchideengarten. Der gesamte Park ist wunderschön angelegt und man benötigt mindesten zwei Tage, um sich alles anzusehen.
Nach dem Einlass führte uns der Weg über einen großen Teich, in dem sich unzählige Kois befanden. Dann wurden wir auch schon zusammen mit Papageien fotografiert. P1010848
Wir sind vorbei an den Gorillas, durch das Pinguinarium bis zu den Orcas, wo glücklicherweise in wenigen Minuten eine Show begann. Erst saßen wir ziemlich weit unten, wo wir unter Garantie nass geworden wären. Zum Glück waren ganz oben noch Plätze frei und wir sind schnell hoch, bevor sie weg waren. Dummerweise hatte ich Ersatzbatterien vergessen. Wieder welche kaufen wollten wir nicht, schließlich hatten wir Donnerstag welche kaufen müssen, da die von zu Hause im Hotelzimmer lagen. Darum war sparsames fotografieren angesagt. Die Show begann mit Livebildern aus dem Publikum. Dann und wann kam eine Sprechblase. In der stand z.B. kiss me oder I´m so sexy usw. Wenn sich daraufhin ein Pärchen küsste, gab es tosenden Applaus.
Die Show war fantastisch. Ich war vom Zusammenspiel der Musik, den Trainern und Orcas total ergriffen. Es ist nicht in Worte zu fassen, atemberaubend schön. Auch die Delfinshow war großartig.  Wer mal nach Teneriffa fliegt, der sollte unbedingt in den Loro-Park. Nach den Shows waren wir bei der Tigerinsel, der Riesenschildkröte, den Flamingos, Jaguar, bei den Alligatoren, im Aquarium und sind sogar über eine Hängebrücke, die in einen Papageiengehege stand.
Am Ausgang konnte man, dass anfagns gemachte Foto mit den Papageien, käuflich erwerben. Ich war de festen Überzeugung, dass das Bild total bescheuert aussehen muss, da ich weder vorbereitet war noch Lust dazu hatte. Erstaunlicherweise war das Bild gut geworden, also hatten wir es für 6,- € gekauft. Als wir den Park verlassen hatten, mussten wir uns entschieden, ob wir zurück laufen oder auf den Shuttlebus warten. Nirgendswo waren Zeiten zu finden, wann der Shuttle fährt, also könnte es dauern. Wir wussten nicht wann der letzte los gefahren war. Wir hatten uns erstmal auf eine Bank gesetzt. Kaum saßen wir, kam auch schon der Bus und es ging zurück zur Haltestelle. Ohne zu wissen wo hin wir wollten, sind wir noch etwas durch die Stadt gelaufen. Letztendlich sind wir zurück zum Hotel. Schließlich haben wir morgen die schwierigste aller Wandertouren vor uns, die Masca-Schlucht.

9. August

Gestern konnten wir vom Balkon aus einige Feuerwerke sehen. Am Atlantik und an verschiedenen Stellen in den Bergen. Warum Feuerwerke waren werden wir wohl nie erfahren, aber sie waren schön anzusehen.
Um 5.45 Uhr klingelte der Wecker. Im Urlaub ist es keine schöne Zeit, um geweckt zu werden, aber für das was uns erwarten würde völlig gerechtfertigt. Nachdem das Schwerste, also aufstehen, geschafft war und wir uns für die Tour durch die Schlucht fertig gemacht hatten, sind wir zum Frühstück. Dort trafen wir noch andere, die ebenfalls an der Tour teilnehmen wollten. Nach dem Frühstück sind wir zur Haltestelle. Der Bus kam, da es irgendwelche Probleme gab, etwas später. Wir fuhren los und hatten noch andere Teilnehmer abgeholt. Als alle im Bus waren, waren es insgesamt 36 Personen und zwei Wanderführer. Uns wurde vieles über Teneriffa erzählt. Die Insel, so wie alle kanarischen Inseln, ist aus einem Vulkan entstanden und es gibt 70 Feiertage im Jahr. Wenn der Feiertag auf einen Donnerstag fällt, dann ist der Freitag und wenn er auf einen Sonntag fällt ist der Montag danach frei. Hinzu kommen Urlaubs- und Krankentage. P1010875
Wir fuhren vorbei an Bananenplantagen, angelegten Terrassen, wo Wein angebaut wurde und nach 1 Stunde und 20 Minuten hatten wir das Ziel, im Süden von Teneriffa, erreicht. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren sind wir in zwei Gruppen, zeitversetzt, los gelaufen. Es hatte, im Gegensatz zum Humboldt-Weg, vielmehr etwas vom Bergsteigen als wandern, nur mit dem Unterschied, dass wir den „Aufstieg“ bereits mit dem Bus hinter uns hatten und es nun die meiste Zeit bergab ging. Vom Schwierigkeitsgrad her war es sehr anspruchsvoll, gefiel uns aber besser als der Humboldt-Weg, wo wir letztendlich einfach nur bergauf, bergab und teilweise gerade Strecken gelaufen sind. Heute hieß es volle Konzentration. Ein unbedachter Schritt oder einmal nicht richtig hingesehen und man hätte sich unter Umständen ernsthaft verletzten oder wenn es ganz schlimm gekommen wäre einige Meter in die Tiefe stürzen können. An eignen Stellen war der Weg so schmal das nicht beide Füße nebeneinander passten. Oder anders gesagt; rechts waren die Felsen und einen Fußbreit daneben ging es links in die Tiefe. Wanderschuhe waren ein absolutes muss und ein Wanderstab war sehr empfehlenswert. Das was wir auf dem Weg durch die Schlucht zu sehen bekamen, war unbeschreiblich schön. Leider konnten wir uns nicht so viel umsehen, da wir uns konzentrieren und darauf achten mussten wo wir hintreten, damit wir die Schlucht unbeschadet durchlaufen konnten. Der Tourführer meinte, dass gerade auf den letzten Metern die meisten Unfälle passieren, weil die Leute nur noch das Meer und somit das Ziel der Tour sehen. Plötzlich sahen wir hinter uns ein Pärchen, welches nicht zur Gruppe gehörte, die ein Baby auf dem Rücken dabei hatten. Es ist fraglich, ob das der richte Ort für ein Baby ist.  Am Ziel, eine Bucht, angekommen wartete ein großes Motorboot, auf dem 36 Personen Platz hatten, auf uns. Wir stiegen ein und fuhren zu einer Stelle auf dem Atlantik, wo Delfine zu sehen sind. Ein paar Delfine hatten sich kurz gezeigt. Leider hatten sie nicht wirklich für ein Foto stillgehalten. Schade eigentlich. Wir sind zur Anlegestelle, in der langen Steilküste von Los Gigantis, und dort war Endstation. Wir stiegen aus und mussten noch auf die andere Gruppe warten. Nach langen warten und nachdem alle wieder im Bus waren begaben wir uns, mit einen kurzen Zwischenstopp, auf den Rückweg. Um 18.30 Uhr waren wir erschöpft aber glücklich, über diese einzigartige Tour, zurück im Hotel. Das Abendessen hatten wir uns noch mal so gut schmecken lassen. Mit einen kühlen Getränk haben wir den Tag ausklingen lassen. Morgen geht es durch den Märchenwald, bevor Mittwoch das Flugzeug Richtung Heimat abhebt.

10. August

Auch heute hielt sich die Sonne, genau wie gestern, die meiste Zeit bedeckt. Trotzdem kamen wir im Märchenwald und bei 28 ˚C ordentlich ins Schwitzen. Der Bus hielt sehr pünktlich an der Haltestelle. Nachdem alle von den Hotels bzw. Haltestellen abgeholt waren, ging es etwas mehr als 1 Stunde in den Nordwesten der Insel, zum Märchenwald. Dort angekommen bekamen die, die nicht für die Wanderung das passende Schuhwerk hatten, Wanderschuhe. Dann begann die Wandertour durch den MärP1010932chenwald. Unterwegs wurden uns landestypische Pflanzen gezeigt und erklärt. Teilweise gibt es diese auch in Deutschland. Nur sind sie dort um einiges kleiner. Durch die großen, sattgrünen Pflanzen, den Kapuzinerbärten (eine Baumflechte), die von den Bäumen hingen und den Wolken, die unseren Weg kreuzten, wirkte der Wald wie aus einem Märchen, schon fast mystisch. Im Gegensatz zur Masca-Schlucht glich diese Wanderung eher einem Spaziergang. Umso höher wir kamen, umso sauberer war die Luft, die wir atmeten.
Nach etwas mehr als der Hälfte machten wir eine Pause. Auf dem Weg zum Ziel kamen noch ein paar Steigungen, welche die Schweißproduktion, auch ohne Sonne, in die Höhe trieben. Am Bus angekommen, war ich froh die Wanderschuhe ausziehen zu können. Auf den Weg nach Puerto Cruz machten wir einen zweistündigen Zwischenstopp an einen Strand, wo man, sofern man es wollte, im Atlantik baden konnte. Der Sand für diesen Strand wurde extra aus der Sahara eingeflogen. Zurück im Hotel war duschen ein unbedingtes muss. Nach dem Essen ließen wir den letzten Tag, auf dem Balkon sitzend, ruhig zu Ende gehen.

11. August

Am Tag des Rückfluges gab es ein Sektfrühstück. Hinterher sind wir, weil wir noch genug Zeit hatten, runter in die Stadt. Leider war die Luft extrem Wasserwarm und bereits nach wenigen Schritten lief der Schweiß und die Sachen klebten, wie eine zweite Haut, am Körper. Eine Stange Zigaretten, die hier nur die Hälfte kosten, war ein muss. Und sollten wir in Berlin vom Zoll zur Kontrolle herausgezogen werden, weiß ich jetzt schon, dass ich schlechte Laune bekommen werde. Ich hätte gern noch ein Lederarmband mit typisch kanarischem Schmuck gehabt. Unsere Zeit war aber begrenzt. Ich wusste auch nicht mehr, was sehr ungünstig unter Zeitdruck ist, wo ich welches Armband gesehen hatte und so ging es ohne Armband zurück zum Hotel. Wir sindP1010683 nochmal aufs Zimmer, denn es war noch eine Stunde Zeit, bevor der Bus zum Flughafen kam. So konnten wir noch ein letztes Mal die Aussicht genießen. Nachdem wir den Kleiderschrank und sämtliche Schubfächer nochmal durchgegangen sind, damit wir ganz sicher sein konnten nichts vergessen zu haben, sind wir runter zur Rezeption, um auszuchecken. Der Bus war fast pünktlich am Hotel. Die Taschen wurden verstaut und wir fuhren Richtung Flughafen. Nach etwas über einer Stunde Fahrt hatten wir diesen erreicht. Einchecken und die Sicherheitskontrolle waren, auch dieses Mal, total problemlos. Kein Übergepäck und es piepte nicht bei der Kontrolle. Beim einchecken wurde uns gesagt, dass wir in La Palma Zwischenlanden und ca. 30 Minuten Aufenthalt haben werden, bevor es nach Berlin geht. Das auch noch. Auch dieses Flugzeug hob mit Verspätung ab. Bei dem 20minütigen Flug, der letzten Endes nach Gran Canaria und nicht nach La Palma ging, hatten wir frei Platzwahl. Das wurde öfter durch- bzw. angesagt und dennoch gab es Personen, die auf ihre reservierten Plätzen sitzen wollten und somit einen reibungslosen Ablauf verhinderten. Die Sitzplatzreservierung galt erst ab Gran Canaria. Ist nicht so einfach mit den peniblen und gradlinigen Deutschen. Nach 20 Minuten waren wir gelandet und wir mussten das Flugzeug verlassen, damit es unter anderen gereinigt werden konnte. Somit waren wir auch schon auf Gran Canaria. Es war zwar nur der Flughafen, aber wir waren dort. Nach gut 30 Minuten konnten wir ins Flugzeug zurück und sind pünktlich abgehoben. Wenn alles planmäßig läuft, sollten wir in vier Stunden und 20 Minuten in Berlin/Tegel landen. Es ist sehr bewölkt, aber die Sonne scheint. Vielleicht kann ich, wenn die Wolken sich lichten, einen Blick auf die Erde erhaschen. Tatsächlich konnte ich ein paar Mal kurz, als nur Schleierwolken unter uns waren, auf die Erde runter sehen. Der Sonnenuntergang war bildschön und ich habe sogar ein Flugzeug vorbei fliegen sehen. Nach der Landung nahmen wir unser Gepäck, als es irgendwann vorbei kam, vom Band.
Und so ging ein traumhafter Urlaub inklusive Muskelkater und Sonnenbrand zu Ende. Was bleibt sind wundervolle Erinnerungen.


Wien 2009 / 2010

30. Dezember 2009

Es ist 7.00 Uhr. Das weiß ich, da gerade mein Wecker geklingelt hat. Ich habe meine Augen noch gar nicht auf und höre einen Schneeschieber. Oh nein, es hat geschneit, ist mein erster Gedanke. Mein Gatte geht, besser taumelt im Halbschlaf um Fenster. Tatsächlich, es hat geschneit und schneit immer noch. Warum denn ausgerechnet heute, ist mein nächster Gedanke. Seufzend lasse ich mich in das Kissen fallen. Er fordert mich auf, endlich aufzustehen. Langsam komme ich hoch, kram meine Sachen zusammen und schleppe mich zur Dusche. Schon besser, denke ich, als ich aus der Dusche komme. Die letzten Sachen werden gepackt und los geht es, rutschend durch den Schnee, zum Flughafen Berlin/Tegel. Endlich angekommen. Erste Maßnahme; rauchen. Anschließend geht es zum einchecken. Shit, standen vorhin auch schon so viele da? Etwas verstimmt stellen wir uns an. Da stehen wir nun und nicht passiert. Absoluter Stillstand!! Nach einiger Zeit kommt durch die Lautsprecher eine Ansage, dass das Gepäckförderband kaputt ist. Super! Ausgerechnet heute, wo wir wegfliegen wollen, muss es schneien und nun ist auch noch das dämliche Gepäckförderband kaputt. Und warten ist keine Stärke von mir, was zur Folge hat das meine Laune sinkt. Die Zeit scheint still zu stehen. Mein Gatte beschließt rauchen zu gehen. Plötzlich geht alles ganz schnell Ich komme den Check-In immer näher und keine Spur von ihm. Ich sehe mich, leicht nervös werdend, um. Da ist er ja. Ich hebe meine Hand, damit er mich sehen kann. Keine 5 Minuten später stehen wir endlich am Schalter, geben unser Gepäck ab und bekommen die Boarding-Cards. Ab zur Sicherheitskontrolle. Was für ein Glück! Als hätte man nur auf uns gewartet, ist gleich die erste Kontrollstation frei. Tasche aufs Band, Jacken und Tuch auch und ab durch die Sicherheitsschleuse, voller Erwartung, dass es, wie sonst auch, piept. Durch. Und? Nichts! Ich mache einen inneren Freudensprung. Noch fix durch den Duty-Free-Shop gesaust, nur um zu gucken, versteht sich, dann Zeitschriften für den Flug kaufen und gemütlich einen Kaffee trinken. Nun bewegen wir uns in Richtung Gate   zum Boarding, welches bald losgeht. Beim warten hören wir eine Durchsage, dass das Flugzeug gewechselt wird (ohne Angabe von Gründen) und sich der Abflug verzögern wird. Klasse! Mit 30 Minuten Verspätung beginnt das Boarding.  Mit einem Bus werden wir zum Flugzeug gefahren. Aus dem Bus raus, ins Flugzeug rein, Plätze einnehmen und los geht es Richtung Wien. Denkste! Der Kapitän spricht. Er sagt, dass er eigentlich ein anderes Flugzeug fliegen sollte und spontan für diesen Flug eingesetzt wurde. Ist mir doch egal, flieg los! Dann sagt er, dass wir mit dem Abflug warten müssen. Der Schnee bleibt auf den Tragflächen und auf dem Heck liegen, was zur Folge hat das wir nicht ohne weiteres los fliegen können. Das Flugzeug muss erst noch enteist werden. Zurzeit stehen wir auf Platz 14. Wenn er genaueres weiß, dann wird er sich wieder melden. Noch nie habe ich mich so darüber gefreut eine Zeitschrift gekauft zu haben, als jetzt in diesen Moment. So ist, unbemerkt, 1 Stunde vergangen. Wieder spricht der Kapitän zu uns. Er lässt uns wissen das wir jetzt auf Platz 7 stehen, die Enteisung dauert pro Flugzeug zwischen 10 und 15 Minuten, also werden wir in gut 1h 20 Minuten soweit sein das wir dran sind. Ein raunen geht durch das Flugzeug. Um die Wartezeit zu verkürzen werden Getränke angeboten. So, da hab ich den Salat. Meine Zeitung habe ich ausgelesen. Und jetzt?! Er liest noch. Mist! Da! Die Stimme der Stewardess. Wir sollen die aufrechte Sitzposition einnehmen, uns anschnallen und die Tische hochklappen, denn wir werden in den nächsten Minuten zur Enteisung gefahren und können dann endlich los fliegen. Nun sind 3 Stunden vergangen und nachdem das Flugzeug enteist wurde, heben wir, mit ordentlicher Verspätung, ab. Besser spät als nie. Ich spüre wieder das Gefühl, welches man bekommt, wenn man die Achterbahn hochfährt und dann das Gefühl über alles erhaben zu sein, umso kleiner alles unter einen wird. Über den Wolken angekommen scheint die Sonne. Unter uns befindet sich ein Meer aus Watte, wo ich am liebsten rein springen möchte. Kaum sind wir oben, kommt auch schon die Durchsage, dass die Tische hochzuklappen und die Sitze aufrecht gestellt werden sollen. Wir befinden uns im Landeanflug. Gelandet. Es ist mir unbegreiflich, warum die Passagiere klatschen, wenn das Flugzeug gelandet ist. Was hat der Kapitän außergewöhnliches getan?! Es ist sein verdammter Job. Ich muss auch nicht alles verstehen. Raus aus dem Flugzeug, hin zum Gepäckband und auf das Gepäck warten. Geht heute erstaunlich schnell. Innerhalb von 15 Minuten haben wir unsere Tasche. Mit der Reisetasche in der Hand gehen wir zum Ausgang und der richtige Bus steht glücklicherweise auch bereit. Die Fahrt geht nahezu unendlich lang quer durch die Stadt zum Westbahnhof. Nach einer ¾ Stunde haben wir den selbigen erreicht. Rauchen! Bei einem Blick auf den Fahrplan, ist zu sehen, dass wir am 2. Januar 2010 wohl mit einen Taxi zurück zum Flughafen müssen. Die Busse fahren erst ab 5.00 Uhr. Kurze Orientierung und los geht es 1,3 km Richtung Hotel. Das einchecken geht schnell und unkompliziert. Nachdem wir die wichtigsten Informationen haben, gehen wir auf unser Zimmer, welches sich, selbstverständlich, ganz oben im letzten Stockwerk befindet. Was werden wir durchtrainiert sein wenn wir wieder nach Hause kommen. Unser Zimmer ist klein, sehr klein. Aber nun gut. Wir wollen hier nicht wohnen, sondern schlafen. Tasche abgestellt, noch schnell einen Blick in den Spiegel, Haare zurecht ziehen und los geht es, P1010408nachdem wir uns bei der Rezeption eine Karte haben geben lassen, auf die Wiener Schnitzeljagd. Wir befinden uns im Zentrum und ich laufe wie ein kleines Kind, welches zum ersten Mal in einer Großstadt ist, mit weit aufgerissenen Augen durch die Straßen. Es sollte nicht so schwierig sein in Wien eine Gaststätte zu finden, in der es Wiener Schnitzel gibt. Schließlich habe ich mir geschworen, dass das Erste, was ich in Wien esse, ein Wiener Schnitzel sein wird. Von wegen! Das Zentrum ist zugepflastert mit MC Donalds, Griechischen-, Chinesischen-, Indischen-, und Italienischen Restaurants. Die wenigen Gaststätten, die Wiener Schnitzel anbieten, sehen entweder nicht sonderlich einladend aus oder sind völlig überteuert. Knapp 2 Stunden sind vergangen, die Füße sind lahm und uns ist es mittlerweile egal was, Hauptsache irgendetwas zum essen. Wir gehen in eine Gaststätte, die wir so ziemlich als erstes gesehen hatten, die auch nicht weit vom Hotel entfernt ist. Wir bestellen 2 Wiener Schnitzel, 1 Cola und 1 Bier. Komischerweise stehen keine Getränke in der Speisekarte. Voller Vorfreude sitze ich da und warte auf das Schnitzel, das weit über den Tellerrand ragt. Der Kellner bringt das Essen. Enttäuschenderweise sind es drei kleine Schnitzel. Geschmacklich ist es gut, geht aber besser. Wir zahlen und gehen zurück zum Hotel. In der Nähe vom Hotel ist ein türkischer Kiosk, wo wir Getränke kaufen. Morgen werden wir Wien erobern.

31. Dezember 2009

Guten Morgen Wien. Ich bin, eine Minute (7.29 Uhr) vorm Wecker, wach. Erst einmal sehen, was ich sehe wenn ich aus dem Fenster sehe. Wahnsinn! Was für eine Aussicht. Dafür gehe ich gerne die unzähligen Treppen hoch bis in den 4. Stock. Häuserwände, wohin ich auch sehe. Gut, wir sind nicht hier, um zu wohnen, wie ich bereits erwähnt habe und auch nicht um die Aussicht aus dem Fenster zu genießen. Wahrscheinlich kann man in Wien auch nicht mehr, für 53,- € die Nacht P1010253(Silvesterpauschale, ab dem 2. Jan. 35,- €), erwarten. Ich gehe unter die Dusche, bisschen zurechtmachen und runter zum Frühstück. Diese ist reichhaltig und super lecker. Frisch gestärkt geht es erstmal darum Getränke zu besorgen. Eine schöne Gegend, ist es, bei Tage betrachtet, nicht in der sich unser Hotel befinde. Wenige Häuser neben dem Hotel steht ein Laufhaus (Puff). Eine weitere Beschreibung der Umgebung rund um das Hotel bedarf es wohl nicht. Nun gut. Schnell ein paar Getränke im Hofer (Aldi) besorgt, im Zimmer abgestellt und schon laufen wir mehr oder weniger Ziellos in Richtung Zentrum und schließlich durch das Zentrum. Eins muss man Wien lassen, die Gebäude sind atemberaubend. Umso dichter wir dem Zentrum kommen, umso deutlicher ist zu hören, dass für heute Abend die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden. Es wird gebaut, gesperrt und in jeder Ecke wird ein Soundcheck durchgeführt. Durch Zufall sehen wir kurz beim Silvesterlauf, oder warum auch immer die Leute die Straße entlanggelaufen, zu. Was hören meine empfindlichen Ohren da?! Pferdegetrappel. Es werden immer mehr Fiaker (Kutschen), welche an uns vorbei fahren. Damit steht mein Tagesziel fest; Fiaker fahren. Wir laufen, auf der Suche nach dem “Fiakerparkplatz“, von links nach rechts, die Straßen hoch und wieder runter. Laut Karte müsste so ziemlich an jeder Ecke ein “Fiakerparkplatz“ sein. Pustekuchen! Die Kutschen, welche an uns vorbei fahren, werden immer mehr, aber von dem “Parkplatz“ ist weit und breit keine Spur. Das kann doch nicht war sein, die Leute müssen doch irgendwo einsteigen. Inzwischen glaube ich fast nicht mehr daran und plötzlich, wie aus dem nichts, stehen hinter der Spanischen Reitschule Fiaker. Die Preise sind beachtlich. Sie reichen von 40,- € für 15 bis 20 Minuten über 65,- € für ca. 40 Minuten bis 95,- € für eine Stunde Fiaker fahren. Ohne lange zu überlegen, aber mit kräftigen Schlucken entscheiden uns für die 40,- € Tour. Decke über die Beine und ab geht der Zosse. Das P1010346meiste, was uns der Kutscher erzählt, verstehe ich nicht. Es sind einfach zu viele Nebengeräusche und dann auch noch der Wiener Dialekt. Lächeln und nicken, kommt immer gut. Zwischendurch erstaunt gucken und dann passt es schon. Die Fahrt ist vorbei und mein Gemahl hat leichte Atemprobleme, wegen seiner Pferdehaarallergie. Mit der Zeit bessert es sich wieder. Wir befinden uns auf dem Stephansplatz vor dem Stephansdom. Hier steht ein Typ als Clown verkleidet, der aus Luftballons Blumen, Herzen usw. formt. Ich lasse ihn, mit den Worten, das er kurz warten soll, stehen und hole für ihn einen roten Luftballon, der zum Herz geformt ist. Weiter geht der ziellose Lauf durch die Stadt. Dann und wann holen wir zur Orientierung die Karte heraus und immer wieder heißt es stehen bleiben, Fotos machen. Es beginnt zu nieseln. Die Füße sind schwer, als hätten wir Blei an ihnen, die Beine ein einziger Schmerz und langsam kommt das Bedürfnis nach Nahrung auf. Heute soll es ein Grieche sein. Da wir gestern an jeder Ecke bei einem Griechen vorbeigekommen sind, wissen wir, welche Richtung wir einschlagen müssen. Was heißt wir?! Ich, typisch Frau, bin total orientierungslos und weiß die meiste Zeit nicht wo wir sind, geschweige denn wo wir lang müssen. Aber zum Glück habe ich einen Mann mit eingebauten Navi. Er führt mich zum Griechen. Endlich sitzen! Nach langem warten blicken wir in die nahezu entsetzten Augen des Kellners, der demonstrativ auf seine Uhr schaut. Es ist 14.45 Uhr und ab 15.00 Uhr hat das Restaurant bis 17.30 Uhr geschlossen. Er gibt uns zu verstehen, dass wir nicht mehr bedient werden und wir die Lokalität verlassen sollen. Und das obwohl an einen anderen Tisch noch ein Pärchen sitzt. Kaum zu glauben kaum. So was ist uns noch nie passiert. Wer nicht will der hat schon. Selber Schuld! Eins steht fest, wenn wir vielleicht in 20 Jahren wieder nach Wien kommen, dann gehen wir ganz bestimmt nicht zu diesen Griechen. Nächster halt ist ein Schnitzelhaus. Das ist zwar nur ein Fast Food Restaurant, aber lecker. Mit der Zunge auf den Boden geht es zurück zum Hotel, damit wir etwas die Füße hochlegen können und ich Ansichtskarten schreiben kann. Heute Abend werden wir zum Rathausplatz, Silvester feiern.
Genug rum gelegen. Es ist 21.00 Uhr und wir machen uns fertig, um zum Platz zu gehen. Wir sind nun auf den Weg und in den Straßen und Gassen wird bereits diverses Feuerwerk in die Luft gejagt. Der Rathausplatz ist sehr gut gefüllt. Wir bahnen uns den Weg, um uns eine Bratwurst zu kaufen. Diese ist lecker, aber total überfettet. Mit Sekt und Glühwein in der Hand lauschen wir einer Robbie Williams Coverband. Es herrscht dichtes Gedränge. Wir fühlen uns wie Ölsardinen. Am liebsten würde ich schreien. Keiner, aber auch wirklich niemand nimmt Rücksicht auf meine Versuche brauchbare Bilder von der Band zu machen. Was dabei am meisten nervt, sind die Leute mit total bescheuert aussehenden Schweinemützen, die ich versuche nicht aufs Bild zu bekommen. Schwierig, schwierig. Auf der anderen Straßenseite spielt eine andere Band. Keine Ahnung wie sie heißt. Trotzdem gehen wir durch die Menschenmasse zur anderen Bühne. Ich spüre jeden Muskel, der sich in meinen Beinen befindet. Mein größter Wunsch, eine Bank zum sitzen. P1010414

Eben noch raste die Zeit. Doch langsam gerät sie ins stocken. Die letzten 30 Minuten wollen nicht vergehen. Wir erheben uns von der Bank, um die Straßenseite zu wechseln, damit wir gute Bilder machen können, für den Fall das es ein Feuerwerk ähnlich wie in London gibt. Noch 20, 15, 10, 5 Minuten. Überall werden Raketen in die Luft geschossen. Um uns versammeln sich immer mehr Menschen. Die Hoffnung auf ein kontrolliertes Feuerwerk steigt. Leider ist die Hoffnung vergebens. Es ist sehr schwer, nahezu unmöglich gute Bilder zu machen. In allen Himmelsrichtungen fliegen Raketen in die Luft. Uns ist etwas kalt, die Füße und Beine schmerzen und wir begeben uns auf den Rückweg. Um uns herum Böller, Raketen und Menschen, sehr viele Menschen. Wir schleichen durch die Straßen, in der Hoffnung keinen Böller zwischen die Beine zu bekommen. Leichtsinnig werden die Böller durch die Gegend, auch auf die Straße und zwischen den Autos geschmissen. Ich möchte jetzt kein Auto hier fahren. Wir erreichen unbeschädigt unser Hotel. Für morgen ist das Hundertwasserhaus anvisiert, doch das wird spontan entschieden. Gute Nacht Wien und ein Frohes neues Jahr.

1. Januar 2010

Der Morgen und auch wir erwachen. Mit uns auch der Muskelkater in den Beinen. Jede Bewegung wird mit stöhnen und jammern vollzogen. Eins ist schon mal klar, dass Hundertwasserhaus werden wir nicht sehen. Es gilt jede überflüssige Bewegung zu P1010266vermeiden. Eine Dusche wäre jetzt super. Nur leider ist das mit Bewegung verbunden. Lieber noch etwas liegen bleiben. Es hilft nichts, aufstehen und duschen. Aua!!! Runter geht es die vielen Treppen zum Frühstück. Jeder Schritt ist schmerzhaft. Danach müssen wir unbedingt ein paar organisatorische Dinge klären, z.B. ein Taxi zum Flughafen für morgen früh oder besser heute Nacht bestellen lassen. Das Frühstück ist wieder ausgezeichnet. Rauchen und zur Rezeption. Ein Taxi müssen wir gar nicht bestellen. Nach Anruf ist es innerhalb von 4 Minuten da. Kurzer Hand entschließen wir uns doch dazu vorsichtig nach der Entfernung zum Hundertwasserhaus zu fragen. Daran war vorhin zwar nicht zu denken, wie bereits erwähnt, gilt es jede überflüssige Bewegung zu vermeiden, aber den ganzen Tag auf dem Zimmer zu verbringen, könnte langweilig werden. Heute werden wir uns eine Fahrt mit der U-Bahn gönnen. Schließlich sind wir nicht beim Halbmarathon. Noch einmal tief durchatmen, die letzten Kräfte mobilisieren und hin zur U-Bahn, die weinige Minuten vom Hotel entfernt ist. Ticket lösen und los geht die Fahrt. Die 5. Station (Landstraße) ist erreicht und wir steigen aus. Zur Standortbestimmung holen wir die Karte raus. Auf zum Hundertwasserhaus. Später, auf den Rückweg, werden wir feststellen, dass wir einen Umweg gelaufen sind, aber das wissen wir jetzt noch nicht. Da ist es, dass Hundertwasserhaus. P1010465 Vor 14 Jahren war ich schon mal hier. Ich lasse mich an den Baum fotografieren, an den ich vor 14 Jahren schon stand und ein Bild von mir gemacht wurde. Es kann auch der Baum daneben gewesen sein. Weiß ich nicht mehr genau. Ich werde zu Hause das Bild mal raussuchen. Wie sich zu Hause rausstellen wird, war das genau der Baum, nur das ich damals links und jetzt rechts vom Baum stand. Fotos sind gemacht und es geht weiter. Wohin eigentlich?! Egal, erstmal weiter. Wir laufen und laufen und laufen ziellos durch die Gegend. Einige Zeit ist vergangen und allmählich macht sich Hunger bemerkbar. Da wir gestern beim Griechen rausgeschmissen wurden, wollen wir es heute noch mal versuchen. Natürlich bei einen anderen. Kreuz und quer, auf der Suche nach einem Griechen, laufen wir bis zum Stephansplatz. Meine Beine und Füße schmerzen so sehr das ich am liebsten irgendwo hinsetzen und keinen Schritt mehr machen möchte. Eine Alternative muss her, diese heißt Italiener. Hier ist es verdammt voll und bestimmt mit langen Wartezeiten zu rechnen. Was soll’s, Hauptsache sitzen. Ich kann mich nicht entscheiden, was ich essen möchte. Nach ewigen hin und her entscheide ich mich für die Spaghetti alla Carbonara. Mein Gatte ist sehr erfreut, dass ich endlich gewählt habe. Er hat sich schon lange längst Lasagne ausgesucht. Es dauert ewig bevor jemand an unseren Tisch kommt und wir bestellen können. Kurz darauf kommt die Lasagne. Einige Zeit später auch die Spaghetti. Das ging ganz schön schnell. Überraschenderweise ist das Essen köstlich. Hätte ich nicht erwartet, so schnell wie das ging. Wir bleiben nach dem Essen noch etwas sitzen, auch wenn die Rechnung längst bezahlt iP1010411st, um uns darauf vorzubereiten aufzustehen und loszugehen. Was für ein Schmerzerlebnis. Wir schleppen uns zur U-Bahn Richtung Hotel. Eine Hürde ist noch zu überwinden, bevor wir die Füße hoch nehmen können, die unzähligen Treppen. Angekommen. Vielleicht werden wir uns heute Abend noch mal dazu aufraffen, um am Imbiss auf der anderen Straßenseite was zum Essen zu holen. Diese Nacht wird kurz werden. Um 2.30 Uhr wird der Wecker klingeln.
Es könnte ja so einfach sein. Ein Stück die Straße hoch, diese überqueren, dann noch mal die Straßenseite wechseln und schon sind wir beim Imbiss. Aber nein, er möchte unbedingt zum Griechen, der einen Fußmarsch von ca. 20 Minuten beansprucht. Und wie sollte es anders sein, wir kommen an und der Grieche hat geschlossen. Also doch zum Imbiss. Es sind 45 Minuten vergangen seitdem wir losgegangen sind, um letztendlich doch beim Imbiss zu landen. Das hätten wir auch einfacher haben können. Die vielen Treppen sind bezwungen, das Essen, was einigermaßen war, gegessen und alles was wir später, also um 2.30 Uhr, nicht brauchen ist in der Reisetasche verstaut. Also Beine hochlegen und versuchen den Muskelkater zu ignorieren.

2. Januar 2010

Was für eine Nacht. Aus unerfindlichen Gründen haben wir sehr schlecht geschlafen. Den Wecker brauchen wir gar nicht, da wir seit 1.45 Uhr wach sind. So haben wir wenigstens genügend Zeit richtig wach zu werden. Es ist 2.45 Uhr und Zeit aufzustehen. Duschen und anziehen. Aufs aufhübschen verzichte ich großzügig. Da ist gerade nichts zu machen bzw. rauszuholen. Dafür bin ich viel zu müde. Wir gehen ein letztes Mal die geschätzten 245 Treppen runter zur Rezeption, auschecken. Das Taxi ist schnell da und wir machen uns auf dem Weg zum Flughafen. Der Taxifahrer scheint mir unkonzentriert. Ständig fummelt er an den Armaturen, kramt in seinen CDs rum und spielt sich an seinen Headset fest. Wir stehen an der Ampel, es wird grün, was er beim rumspielen mit seinen Headset nicht mitbekommt. Dann mache ich ihn wohl mal lieber drauf aufmerksam, bevor es wieder rot wird. Er bedankt sich und wir fahren weiter. Ich schaue ihm über die Schulter und muss feststellen, dass keine Geschwindigkeitsanzeige zu sehen ist, zumindest nicht da, wo sie sein sollte. Woher weiß er wie schnell er fährt?! Am Flughafen angekommen sind wir 35,- € für eine halbe Stunde Taxi fahren los. Das wird kein Hobby von mir werden. Rauchen, kurz orientieren und einchecken. Das geht besonders schnell, es ist nämlich fast nichts los. Der Flughafen schläft noch. Nun sitzen wir vor verschlossener Tür zur Sicherheitskontrolle und die Halle füllt sich zusehends. Die Zeit vergeht, es werden immer mehr Leute, die sich vor der verschlossenen Tür versammeln, aber nichts passiert. Das Flughafenpersonal trifft nach und nach ein und rennt ständig hin und her. Vermutlich bekommen sie Kilometergeld. Endlich! Die Tür zur Sicherheitskontrolle öffnet sich für uns Passagiere. Wird es diesmal bei mir piepen?! Nein!!! Aber bei ihm. Warum auch immer. Es gibt keinen offensichtlichen Grund. Er bekommt einem ausführlichen Bodycheck. Ich muss schmunzeln, da ich ihm ansehe das er wenig begeistert davon ist, wie die Hände des smarten Sunnyboys über seinen Körper streichen. Kaffee, ich komme! Leider muss ich enttäuschend feststellen das außer eine Parfümerie und ein Zeitungsladen noch nichts offen hat. Doch keinen Kaffee. Wie blöd! Wir sitzen nun, mal wieder, und warten darauf, dass das Boarding losgeht. Es ist 5.50 Uhr und laut Boarding-Card müsste jetzt das Boarding beginnen. Es geht aber nicht los. Kann ja auch nicht. Die entsprechenden Mitarbeiter sind noch nicht da oder besser die beiden Damen sind gerade im Anmarsch. Gemütlich schlendern sie zum Schalter und nehmen Platz. Nun wird wohl das Boarding starten. Von wegen, nichts passiert. Die Beiden sitzen an ihren Schalter und quatschen ganz in Ruhe. Meine Laune sinkt zunehmend. Man bedenke, wir sind seit 1.45 Uhr wach, Kaffee hatte ich auch noch keinen und wir sitzen da, warten darauf das es losgeht und die Damen machen keine Anstalten mit dem Boarding zu beginnen. Es gibt nicht einmal eine Information woran es liegt das nichts passiert. Vielleicht können sie aber auch einfach nicht die Uhr lesen. Scheiß Wiener Gemütlichkeit! Kurz nach 6.00 Uhr beginnen sie mit dem, was seit 5.50 Uhr passieren sollte, dem Boarding. Mein Gesicht ist bereits zur Faust geballt und der Morgen ist für mich gelaufen. Der Bus ist gnadenlos überfüllt und wir fahren quer über das ganze Flughafengelände. Die Fahrt will kein Ende nehmen. Der Bus hält. Vermutlich hat der Busfahrer das richtige Flugzeug gefunden. Wir steigen aus und gehen bei strömenden Regen zum hinteren Eingang, so wie es beim Boarding angesagt wurde. Die Passagiere mit den Sitzplätzen ab der Nummer 15 möchten den hinteren Einstieg vom Flugzeug nutzen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. So wurde es uns gesagt und weil wir die Plätze 24 A und B haben steuern wir geradewegs auf den hinteren Eingang zu. Jedoch bleibt dieser aus unerklärlichen Gründen geschlossen. Meine Laune hat genau jetzt, hier draußen, vor den verschlossenen hinteren Einstieg, ihren Tiefpunkt erreicht. So gehen wir zum vorderen Einstieg. Es regnet immer noch in strömen und mit der Wartezeit passiert das, was eigentlich vermieden werden sollte, sie verlängert sich unnötig bis wir endlich auf unsere Plätze sitzen. Der Kapitän spricht zu uns. Er entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, aber die hintere Tür konnte nicht geöffnet werden, weil der Tankvorgang noch nicht beendet war. Was will man dazu noch sagen?! Nächstes Mal sollten sie früher anfangen, wäre mein Vorschlag dazu. Es folgen die üblichen An-, und Durchsagen und wir heben Richtung Heimat ab. Mach’s gut Wien. Oben angekommen gibt es endlich den Kaffee, welchen ich schon seit Stunden haben wollte. Nach und nach verabschiedet sich die Nacht und der Tag erwacht über den Wolken. Guten Morgen Welt. In ca. 20 Minuten werden wir wieder landen. Kaum sind wir gelandet warte ich auf den üblichen und für mich unerklärlichen Applaus, der dieses Mal aber ausbleibt. Es wird für mich ein ewiges Rätsel bleiben. Ich meine, wir machen auch unseren Job. Bekommen aber keinen Beifall dafür. Das muss man sich mal vorstellen, z.B. mein Gatte. Sein Job ist nicht weniger anstrengend, aber Applaus, wenn er eine Straße, einen Gehweg oder was auch immer fertig gepflastert hat, bekommt er nicht. Und dabei hätte er ihn allemal verdient. Sorgt er doch schließlich für ebene Wege. Wir verlassen das Flugzeug und begeben uns auf den Weg zum Gepäckband. Schnell noch das Handy anschalten, damit mich mein Papa erreichen kann, für den Fall das er versucht anzurufen. Das stehen am Gepäckband ist eine Zerreißprobe für unsere Nerven. Es ist deutlich zu hören, dass die Jungs Spaß beim Gepäck ausladen haben. Währenddessen fangen wir, die genervten Passagiere, an mit den Füßen zu trampeln, sinnbildlich gesprochen. Eine halbe Stunde ist seit der Landung vergangen, meine Mundwinkel befinden sich auf den Weg nach unten, als unsere Reisetasche auf den Förderband zu sehen ist. Besser ist mal. Am Ausgang müssen wir gar nicht lange suchen und ich laufen meinen Papa freudestrahlend in die Arme. Er erzählt uns, dass er sich bei den Fluginformationen, welche ich ihm gegeben habe, verlesen hat und seit 6.35 Uhr (Abflugzeit) auf den Flughafen ist. Blöd gelaufen. Nun gleiten wir wieder durch den Schnee, aber dieses mal in Richtung Heimat. Wir sind zurück.


Eine Stadt für dich

Ich erbaute für dich eine Stadt,
welche nur Rundungen hat.
Gebäude und Gärten- alles ist rund,
nichts hat Ecken und Kanten,
die dich bringen ins schwanken.
In einer Nacht habe ich sie für dich gebaut,
ich führe dich, nimm meine Hand, wenn du dich traust.
Ehrlichkeit und Gerechtigkeit hier regiert,
und Zeit einfach an Bedeutung verliert.
Gemeinsam gehen wir durch die Straßen und Gassen,
es ist ruhig- keine Hektik oder Menschenmassen.
Schließe deine Augen und höre den Klang deiner Stadt,
solch einen Klang keine andere hat.
Alles ist im Gleichgewicht,
hier urteilt kein Gericht.
In den schönsten Farben steht sie da,
so wie ich sie für dich in meinen Träumen sah.




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