Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß wie Wolken schmecken.

(Carlo Karges)


Ich lade euch ein, für eine Weile aus dem Alltag zu entfliehen und von mir geschriebene Gedichte, Zitate, den ein oder anderen Gedanken und Reiseberichte zu lesen. Ich habe auch Zitate und Sprüche, die aus anderen Federn stammen online gestellt und entsprechend den Verfasser angegeben. Bevor ihr anfangt, möchte ich euch darauf hinweisen, dass kopieren und abschreiben, ohne Angabe des Autors, unfair und zu dem strafbar ist.


Nun wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen und ich freue mich auf eure Kommentare.

Island

Dieses Jahr gehen unseren langersehnten Urlaub dunkle Schatten voller Trauer voraus. Und dennoch oder gerade deswegen fliegen wir weg, um zur Ruhe zu kommen und auch Abstand zu gewinnen, von einer Zeit, die geprägt war von Ungewissheit, Angst und Sorge.

Ursprünglich waren die Azoren unser Ziel- eine Inselgruppe im Atlantik, die sich in der Nähe von Portugal befindet. Da es keine Direktflüge mehr gibt und wir beim Hin- und Rückflug jeweils für 6 Stunden in Lissabon zwischengelandet wären, haben wir uns entschieden nach Island zu fliegen.

Island ist eine Insel, die durch Vulkane, Geysire, Lavafelder und Thermalquellen geprägt ist. Es ist, von der Fläche her betrachtet, der zweitgrößte Inselstaat in Europa und liegt südöstlich von Grönland im Nordatlantik. Durch das ozeanisch kühle Klima, welches durch den kalten Grönlandstrom und den warmen Irmingerstrom beeinflusst wird, werden es in den Sommermonaten durchschnittlich 15 Grad und im Winter bewegen sich die Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad. In der Sommerzeit rechnet man -2 Stunden und in der Winterzeit -1 Stunde zu der Uhrzeit in Deutschland.

15. Juli 2018

Es ist 5.25 Uhr und ich werde wach. Es ist noch viel zu früh, um aufzustehen. Ich sehe zur linken Seite, doch diese ist leer. Vermutlich war ihm wieder zu warm und er irgendwann nachts ins Wohnzimmer umgezogen.

Eigentlich könnte ich noch etwas schlafen, doch gedanklich gehe ich alles durch, ob ich nichts vergessen habe, was noch zu machen ist und wann ich was mache, um nicht in zeitlicher Bedrängnis zu kommen. Das führt dazu, dass ich nicht mehr einschlafen kann. Das und der Druck in der Blasengegend, welcher mich zwangsläufig aufstehen lässt. Auf den Weg ins Badezimmer fällt mein Blick in das Wohnzimmer, wo mein Mann friedlich auf dem Sofa schläft. Genaugenommen kann ich es mir sparen wieder ins Bett zu gehen, da ich ohnehin nicht mehr einschlafen werde und dennoch krabble ich wieder zurück ins Bett und lasse mich vom Fernseher berieseln. Dabei schlafe ich wieder ein und werde um 6.30 Uhr von alleine wach. Nun ist es auch an der Zeit aufzustehen. Wir wollen noch frühstücken, ich möchte noch duschen, wobei mir bei dem Gedanken leise Zweifel in mir hochkamen, ob es gestern wirklich eine so gute Idee war, dass Duschen auch heute zu verschieben. Das könnte wohlmöglich doch noch zur Zeitnot führen, da noch einiges anderes zu erledigen ist, bevor wir zum Bahnhof gefahren werden. Nun gut, was solls. Ich schaffe das schon irgendwie. Inzwischen ist mein Mann auch schon aufgestanden und in der Küche zu Gange. Ich beschließe noch vor dem Frühstück duschen zu gehen. Nicht das ich nicht mehr dazu komme, da ich wieder viel zu lange mit Kaffee trinken beschäftigt bin, was durchaus auch schon mal eine Stunde dauern kann. Auch beim duschen lasse ich mir sonst gerne Zeit, doch heute dusche ich im Schnelldurchlauf. Nachdem ich mit dem Duschen fertig bin frühstücken wir, was ich auch nicht wirklich genießen kann, da ich in Gedanken immer wieder durchgehe, was noch alles gemacht werden muss und ich die Zeit im Blick habe, die gegen uns arbeitet.

Ich schlinge mein Brötchen runter, trinke mein Kaffee relativ schnell und beginne damit den Tisch abzuräumen. Schnell noch abwaschen, Blumen gießen, mich aufhübschen und die letzten Sachen in den Koffer packen. Die Zeit vergeht, in meinen Augen, viel zu schnell, doch währenddessen ich durch die Wohnung eile, sitzt mein Mann ganz entspannt auf dem Sofa und spielt mit seinem Handy, als würde er nicht dazu gehören und ich alleine nach Island fliegen. Die Blumen sind gegossen, der Abwasch erledigt und ich kann ich anders, als zu fragen, ob er nicht langsam anfangen möchte sich fertig zu machen. Ich bekomme zur Antwort, dass er gleich anfängt und schon widmet er sich wieder seinem Handy.

Gerade als er auf den Weg in den Keller ist und ich die Zahnbürste im Mund habe, klingelt es an der Tür. Unser „Taxi“ zum Bahnhof ist da. Er hat es auf dem Weg zum Keller mitbekommen und kommt zurück, um sich den Schlüssel für die Haustür zu holen. Ich gebe ihm wild gestikulieren und mit Zahnpasta im Mund zu verstehen, dass es gerade geklingelt hat. Von ihm kommt nur, dass ich ruhig bleiben soll, was mich in diesen Moment noch mehr aufregt.

Es ist 8.25 Uhr und ich laufe hin und her, um die restlichen Sachen in den Koffer zu packen. Nebenbei winke ich unseren Fahrer zur Begrüßung zu und sage kurz „Hallo“, denn für mehr ist keine Zeit. Inzwischen ist es kurz nach 9.00 Uhr und wir tragen die Koffer zum Auto. Der Kofferraum ist sehr klein. Wir spielen mit den Koffern Tetris, bevor wir Richtung Bahnhof fahren. Zum Glück sind die Straßen frei und wir erreichen rechtzeitig den Bahnhof. Der Zug trifft nur Minuten später ein. Die erste Etappe ist geschafft- wir sitzen im Zug in Richtung Berlin. Mit diesen fahren wir bis Berlin Jungfernheide, wo wir dann in den Bus Richtung Flughafen steigen. Dort angekommen gehen wir erst einmal in das Flughafengebäude ohne zu wissen wohin wir müssen. Auf der Suche nach Hinweistafeln, fragt mein Mann einen Mitarbeiter vom Flughafen, der uns zur Flughafeninfo schickt. Dort erfahren wir, dass wir zum Terminal C müssen, um unsere Koffer loszuwerden. Wir marschieren los. Ich bin schon leicht genervt von dem Herumirren und den ganzen Menschenmassen. Beim Terminal angekommen müssen wir zum Schalter C55 – C57, um die Koffer aufzugeben. Einige Menschen stehen bereits, aber vom Flughafenpersonal ist weit und breit keine Spur. Also heißt es warten, was keine Stärke von mir ist. Nach einiger Zeit kommen zwei Damen, die ganz in Ruhe ihren Arbeitsplatz vorbereiten, bevor es losgeht, dass das Gepäck abgegeben werden kann. Es dauert nicht lange und schon sind wir an der Reihe. Die Koffer stellen wir auf das Band und wir bekommen unsere Boardingcards. Beim gehen fällt mir auf, dass wir keine Plätze nebeneinander haben. Ich muss tief durchatmen, da es mich aufregt und ich schon beim Beobachten, wie die beiden Damen ihren Arbeitsplatz errichten, den Eindruck hatte, dass die eine Frau nicht bei der Sache zu schein scheint, was sich gerade bestätigt hat. Wir gehen zum Schalter zurück und ich frage, so freundlich es mir gerade möglich ist, ob das so sein soll, dass wir auseinander sitzen. Ohne ein Wort der Entschuldigung korrigiert sie die Tickets und wir bekommen zwei Plätze nebeneinander. Langsam aber sicher überkommt uns der Wunsch, dass „stille Örtchen“ aufzusuchen. Über den hygienischen oder besser unhygienischen Zustand möchte ich mich nicht weiter äußern- eine absolute Katastrophe! Der nächste Weg führt uns zu den Zeitschriften. Ich benötige dieses Mal keine, da ich ein Buch mitgenommen habe. Anschließend holt sich mein Mann einen Burger. Danach gehen wir noch einmal raus, um eine zu rauchen. Er setzt sich auf eine Stange und kurz darauf greift er sich in den Nacken. Er wurde tatsächlich vom Vogel getroffen. Das nun auch noch! Mit einem Taschentuch kann ich das meiste entfernen. Wir begeben uns zur Sicherheitskontrolle, die wir ohne Beanstandung passieren. Der Duty-free Bereich ist in Berlin Tegel sehr klein und wir haben ihn schnell durchlaufen.

Wir setzen uns in der Nähe vom Gate 66, wo in gut 1,5 Stunden das Boarding beginnt. Ich nehme mein Buch und beginne zu lesen. Auf wundersame Art und Weise vergeht die Zeit schnell. Nach und nach sammeln sich immer mehr Menschen vor dem Gate. Nun kommen die beiden Damen, die bereits unser Gepäck entgegengenommen hatten. Sie bereiten alles zum Boarding vor und die Schlange wird immer länger. Wir beobachten das ganze Treiben. Erst als deutlich weniger Leute anstehen, stellen wir uns an. Schon sitzen wir im Flugzeug und ich wie gewohnt am Fenster. Nach den üblichen An- und Durchsagen bewegt sich das Flugzeug Richtung Startbahn. Mit dem abheben habe ich, wie auch schon beim Flug nach Madeira, das Lied „Astronaut“ von Sido im Kopf. Es ist ein traumhaftes Wetter. Die Sonne scheint und die „Welt“ unter uns wird immer kleiner. Ich mache mit meinem Handy Bilder und stelle mir dabei vor in eine Wolke zu springen.

Während ich den ersten Teil des Tages aufschreibe, nähern wir uns unserem Ziel- Island. Im Hinterkopf ist wieder der Gedanke, dass hoffentlich auch unsere Koffer mit am Board sind.

Was sich bei diesem Flugzeug von den anderen unterscheidet ist, dass die Business-Class durch einen Vorhang von der Economy-Class getrennt ist. Der Platz, den wir haben ist ausreichend, wir hatten schon wesentlich weniger Beinfreiheit. Die 3,5 Stunden Flugzeit werden sich gut aushalten lassen. Ich freue mich schon sehr auf Island, das Hotel und was wir bei den Ausflügen sehen und erfahren werden. An der Landung ist nichts zu bemängeln. Die Parkposition ist erreicht und wir können aussteigen. Gefühlt laufen wir einmal quer über die Insel bevor wir da hinkommen, wo wir hoffentlich unsere Koffer bekommen. Da stehen wir und verfolgen die Anzeigetafel, auf der zu erkennen ist, welcher Flug auf welchem Band in kürze, gerade oder vollständig alle Koffer ausgeladen hat.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es soweit, die Anzeige schaltet von wird in kürze auf gerade werden die Koffer auf das band gepackt um. Endlos viele Koffer kommen an uns vorbei. Der erste von unseren Koffern kommt und wir können diesen vom Band nehmen, kurze Zeit später folgt der zweite Koffer. Mir den Koffern hinter uns herziehend suchen wir den Schalter, an dem wir Geld tauschen können.

Wir haben erfolgreich Geld umgetauscht und gehen Richtung Ausgang, um den richtigen Bus zu suchen, der uns hoffentlich schnell zum Hotel bringt. Der Bus ist schnell gefunden, doch dieser ist voll. Nur gut, dass der nächste Bus direkt dahintersteht. Das Wetter ist für Island typisch nass/kalt und erinnert eher am Herbst als am Sommer. Doch ich wusste bereits zu Hause, dass es heute regnet. Die nächsten Tage wird es wechselhaft werden. Zurück zum Bus. Der feine Nieselregen bahnt sich seinen Weg durch die Sachen und meine Laune sinkt merklich. Die Koffer sind verstaut und wir steigen in den Bus. Eine Frau fragt uns in einem militant freundlichen Ton zu welchem Hotel wir wollen. Ich glaube, diese Frau geht zum Lachen in den Keller. Wir bekommen, warum auch immer, zwei rote Karten.

Island ist, wie Fuerteventura auch, eine Vulkaninsel. Doch im Gegensatz zu Fuerteventura, wo alles von der Sonne „verbrannt“ ist, ist diese Insel satt grün, was ein Resultat des Regens ist. Währenddessen wir fahren, wird auf einem Bildschirm gezeigt, was man alles auf der Insel machen kann und es wird das Geheimnis der farbigen Karten gelüftet. Wir fahren zu einem Busbahnhof und dort steigen wir dann in den jeweiligen Bus, der mit der entsprechenden Karte an der Windschutzscheibe versehen ist. Allerdings ist es dieses Mal anders. Der Busfahrer sagt durch, dass alle mit gelben und roten Karten sitzen bleiben und die eine grüne oder blaue Karte haben, in einen anderen Bus steigen. Nachdem alle mit den grünen und blauen Karten ausgestiegen sind und ihre Koffer haben fahren wir weiter. Nach ca. 10 Minuten und ich entdecke auf der rechten Seite unser Hotel. Unweit vom Hotel halten wir an einem Apartment, wo keiner aussteigt. Wir sagen, dass unserer Hotel in der Nähe ist, doch wir sollen sitzenbleiben und fahren weiter, was überhaupt nicht logisch erscheint. Wir fahren kreuz und quer durch Reykjavik und die Laune sinkt stätig. Ich habe das Gefühl, dass dieser Busfahrer zum ersten Mal fährt, aber was möchte ich auch von jemanden erwarten, der bei Regen mit einer Sonnenbrille in den Bus steigt.

Als kaum noch Fahrgäste im Bus sind, kommt der Busfahrer zu uns und fragt wohin wir wollen. Als ich ihm das Hotel nenne, sehe ich Fragezeichen in seinen Augen. Ich bin genervt und möchte nur noch ins Hotel, wohin die Fahrt nun auch geht. Zu seiner Entschuldigung sagte er zu uns, dass es nicht seine übliche Tour ist. Als hätte ich es geahnt, lag ich mit meiner Vermutung, dass er zum ersten Mal fährt, richtig.

Im Hotel erreicht uns die nächste Hiobsbotschaft. Uns wird erklärt, dass sie eine Kreditkartennummer oder 200,- € Kaution benötigt. Was?! Eine Kreditkarte haben wir nicht und nun fehlen uns 200,- € in der Reisekasse. Die bekommen wir zwar beim auschecken wieder, aber das bringt uns gar nichts, da sie jetzt fehlen! Auf dem Weg zum Zimmer rege ich mich noch immer über die 200,- € Kaution auf. Das Zimmer sieht ganz gut aus. Es ist sauber und hell, aber sehr spartanisch eingerichtet. Es gibt keinen Schrank, in den wir unsere Kleidung legen können, nur eine Garderobe. Auch die Aussicht lässt zu wünschen übrig. Was auch merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass sich das Waschbecken im Flur befindet. Im Bad selber befindet sich nur eine Dusche und eine Toilette. Im Fernsehen gibt es nur Sender auf Englisch oder Isländisch bzw. ein Sender auf Japanisch. Zum Glück werden wir die meiste Zeit unterwegs sein. Unser Eindruck vom Hotelzimmer ist eher ernüchternd.

Hunger macht sich bemerkbar. Wir werden erst einmal los, um ein Restaurant oder einen Imbiss zu suchen. Dann werden wir auch zeitig schlafen gehen, da wir morgen früh um 8.30 Uhr an der Busstation 10 sein müssen. Dann begeben wir uns auf die „Golden Circel Tour“. Hoffentlich ist das Wetter besser. Kein Regen reicht mir schon aus.

Bei leichten Nieselregen gehen wir los, um was zu Essen zu finden. Die erste Pizzeria finde ich nicht ansprechend. Wir gehen wieder raus, durch den Nieselregen und suchen weiter. Wir finden einen Subway, aber leider steht keine Beschreibung auf Englisch unter der isländischen Beschreibung. Es gibt viele Imbisse bzw. Restaurants, aber die Preise sind sehr abschreckend. Wir gehen letztendlich in eine Pizzeria und werden freundlich empfangen. Wir sitzen noch gar nicht lange und bekommen eine Karaffe mit Wasser hingestellt, nur leider keine Gläser dazu. Wir bestellen Getränke und Essen, was auch nicht lange auf sich warten lässt. Geschmacklich ist das Essen sehr gut. Inzwischen ist es 21.30 Uhr (23.30 Uhr deutscher Zeit) und es ist noch immer taghell. Auf Island gibt es die Besonderheit, dass es im Sommer nachts nicht dunkel und im Winter tagsüber nicht wirklich hell wird. Das es im Sommer nicht dunkel wird, liegt daran, dass am Tag der Sommersonnenwende (jeweils dem 20., 21. Oder 22. Juni) die Sonne ihren Höchststand am Horizont erreicht. Damit steht sie am entferntesten vom Äquator. Die Sonne steht dann über den nördlichen Wendekreis, was dazu führt, dass die Sonne nicht untergeht.

Reykjavík und ganz Island liegen ein wenig unter dem nördlichen Wendekreis, was zur Folge hat, dass die Sonne zwar für eine kurze Zeit vom Horizont verschwindet, aber gleich danach auch wieder aufgeht. Es bleibt die ganze Nacht über hell. Im Winter hingegen steht die Sonne nicht länger als fünf Stunden am Himmel, was zur Folge hat, dass es in den Wintermonaten offensichtlich tagsüber nicht hell wird. Der Winter ist auch die beste Reisezeit, um die Nordlichter zu sehen. Von Oktober bis März ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dieses einzigartige Naturschauspiel zu beobachten.

Wir bezahlen für zwei Pizzen und drei Getränke 8.420 isländische Kronen, was umgerechnet 68,- € sind. Täglich können wir nicht essen gehen, sonst wird das Geld nicht reichen. Wir bezahlen uns gehen wieder Richtung Hotel. Wenigstens regnet es nicht mehr. Morgen müssen wir zeitig aufstehen, da wir heute doch nicht mehr duschen gehen. So geht ein langer und anstrengender Tag zu Ende.

16. Juli 2018

Heute ist ein besonderer Tag. Nicht nur, dass wir den ersten von drei Ausflügen machen, mein Mann hat heute auch Geburtstag. Auf sein Geschenk wird er noch warten müssen bis wir zu Hause sind. Das aber auf eigenen Wunsch. Er hätte es auch bereits gestern früh haben können, er hatte sich aber dafür entschieden zu warten bis wir wieder zu Hause sind.

Die Nacht war kurz, aber wir haben gut geschlafen. Frisch geduscht begeben wir uns auf den Weg zum Frühstück. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und in ausreichenden Mengen. Wir können uns Zeit lassen, da wir von der selbigen noch genügend haben, bevor wir zur Busstation 10 müssen. Im Gegensatz zu gestern, kann ich heute den Kaffee genießen und nicht nur einen. Sogar die Sonne scheint und laut Wetterbreicht regnet es die ganze Woche nicht mehr. Nun ist es an der Zeit zur Busstation zu gehen. Ich bin schon gespannt, was uns heute erwartet. Die Bilder im Internet sahen zumindest vielversprechend aus. Wir gehen siegessicher in Richtung der Busstationen, wo sich vermutlich besagte Busstation 10 befindet. Doch wir müssen feststellen, dass es nicht an dem ist. Etwas ratlos beschließen wir zum Hotel zurückzugehen, um nachzufragen, wohin wir müssen. Die Wegbeschreibung führt uns dahin, wo wir gestern rausgelassen wurden, um zum Hotel zu kommen. Und tatsächlich, kaum zu sehen steht an der Seite auf einen Schild eine kleine weiße 10 auf blauen Untergrund.

Alle Busse, die halten sind nicht die richtigen Busse. Die Zeit vergeht und langsam werden wir ungeduldig. Nach einer halben Stunde kommt endlich ein kleiner Bus- der richtige Bus. Wir steigen ein und werden zu einem Busbahnhof gefahren, wo wir in einen großen Bus einsteigen, in dem bereits andere Touristen warten. Die Fahrt geht los und das erste Ziel ist ein Gewächshaus für Tomaten. Diese Tatsache ist an und für sich uninteressant. Was interessant ist, ist das Bewässerungssystem. Dafür wird Wasser aus den heißen Quellen genutzt, welches für die Bewässerung heruntergekühlt wird. Auch wird die in großen Mengen vorliegende geothermale Energie genutzt, um die Temperaturen in den Gewächshäusern während des gesamten Jahres konstant zu halten. Nach kurzem Aufenthalt geht die Fahrt weiter zum einzig aktiven Geysir, der alle 4 bis 10 Minuten eine Wasserfontäne in die Luft steigen lässt. Auf dem Weg bekommen wir viele Informationen zur Insel, den Bewohnern, der Tier- und Pflanzenwelt.

Die Insel hat eine Größe von 103.000 km² und es leben hier ca. 330.000 Menschen. Die meisten davon, mehr als 60 %, leben in Reykjavik. Dahinter folgen Kópavogur mit 32.000, Hafnarfjördur mit 27.000 und Akureyri mit 18.000 Einwohnern. Für ein Land dieser Größe sind es ziemlich wenig Menschen. Und so gibt es mehr Schafe (460.000) und Papageitaucher (4 Millionen) als Einwohner.

Islandpferde sind die älteste Reinzucht der Welt. Einmal aus dem Land ausgeführt, dürfen die Pferde nicht mehr zurück, da diese möglicherweise Krankheiten mit auf die Insel bringen würden. Seit über 1000 Jahren wurden die Pferde mit keiner anderen Rasse gekreuzt und das soll auch so bleiben. Neben den klassischen drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen die Islandponys auch zusätzlich noch Tölt und Pass, was diese Pferde auszeichnet.

Als erster nordischer Entdecker Islands gilt bis heute der norwegische Wikinger Naddoddur, der in der Mitte des neunten Jahrhunderts eher zufällig bei einer Fahrt zu den Färöer vom Kurs abkam und in nordwestliche Richtung segelte. Naddoddur erreichte ein ihm völlig unbekanntes Land, das er eine Zeitlang den Südosten Islands erkundete und anschließend wieder in See stach. Um etwa 870 erreicht der aus Norwegen vertriebene Stammesführer Ingólfur Arnason mit seinem Gefolge den Südwesten Islands. Ingólfur warf seine Hochsitzpfeiler von Bord. Dort wo sie angespült werden würden, würde er eine Siedlung errichten. Durch den aufsteigenden Rauch aus den thermalen Quellen, nannte er die Siedlung „Reykjavík“, was so viel wie Rauchbucht bedeutet.

Als wir bei dem Geysir ankommen werden wir darüber informiert, zu welcher Zeit der Bus weiterfährt. Dann können wir alleine los, um die Gegend zu erkunden. Der erste Weg führt uns selbstverständlich zum Geysir. Auf den Weg sehen wir lauter kleinere brodelnde Geysire, die aber nicht mehr aktiv sind. Es sieht mystisch aus, wie der Qualm aus der Erde steigt und die Geysire vor sich hin brodeln. Gespannt stehen wir und warten darauf, dass Wasser in die Luft spritzt. Nur für wenige Sekunden ist die Fontäne zu sehen, doch die Bilder sind ganz gut geworden. Im Bus wurde uns von der Reiseleiterin vorher noch empfohlen, darauf zu achten, woher der Wind kommt, so dass wir nicht vom Wasser getroffen werden, da dieses noch sehr heiß sein kann. Was nicht so angenehm ist, ist der Schwefelgeruch.

Wir haben einige Bilder vom Geysir und der Umgebung gemacht und gehen wieder Richtung Parkplatz. Dort befindet sich auch ein großes Gebäude, in dem sich drei verschiedene Restaurants, ein Souvenirshop und ein kleiner Supermarkt befindet. Im Supermarkt kaufen wir uns Wasser, sehen uns im Souvenirshop um und gehen wieder raus. Auf einer Bank sitzend genießen wir die Sonne. Das Wetter ist großartig, auch wenn es nicht so warm wie zu Hause ist. Und das Beste ist, dass es keine Anzeichen für Regen gibt. Ich merke, wie langsam die Last der vergangenen Wochen allmählig von mir fällt. Das war auch mein größter Wunsch, Abstand gewinnen und zur Ruhe kommen. Wir steigen wieder in den Bus ein und fahren zum „Gullfoss“, ein Wasserfall, der über zwei Stufen mit einer Höhe von 11 und 21 Metern fällt. Im Bus werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wir entweder 117 Stufen nach unten gehen können oder von oben von der Plattform aus den Wasserfall betrachten können. Wir beschließen sowohl die Treppen runter als auch zur Plattform zu gehen. Der Wasserfall ist sehr beindruckend- zu sehen wie die gewaltigen Wassermassen dort herunterrauschen. Auch die Landschaft, die sich um den Wasserfall herum befindet verzaubert uns und lässt nicht vermuten, dass die Insel aus Vulkangestein besteht. Überall ist es grün, Islandponys und Schafe stehen auf den Wiesen, Flüsse bahnen sich ihren Weg und es sind kaum Häuser zu sehen.

Das letztes Ziel wird heute der Nationalpark sein, bevor wir wieder zurück in die Hotels gefahren werden. Hier könne wir uns aussuchen, ob wir unten aussteigen und hochgehen, wo dann der Bus auf uns wartet oder ob wir mit dem Bus nach oben fahren und die Panoramaansicht betrachten. Der Fußmarsch soll ca. 20 Minuten dauern und das letzte Stück soll relativ steil sein. Irgendwie habe ich nicht so wirklich Lust von unten nach oben zu gehen, steige aber dennoch aus. Wir gehen los und ich muss mir eingestehen, dass es die richtige Entscheidung war. Die Aussicht beim hochgehen ist einfach atemberaubend. Wir können sogar den Riss sehen, der dadurch entsteht, da Island auf zwei Kontinentalplatten liegt, die eurasische und die nordamerikanische Platte. Die beiden Platten bewegen sich pro Jahr 2 cm auseinander. Nachdem alle, die von unten nach oben gegangen sind, den Bus erreicht haben, fahren wir wieder Richtung Reykjavik. Nach und nach werden die Hotels angefahren. Bevor wir wieder in das Hotel gehen, wollen wir noch in einen Supermarkt, um eine Kleinigkeit zum Essen zu kaufen. Den ersten Supermarkt, der sich unweit vom Hotel befindet, verlassen wir wieder, ohne was zu kaufen. Die Preise für Essen, Trinken, Kleindung usw. unterscheidet sich auch sehr von den Reisezielen, wo wir schon Urlaub gemacht hatten- sie sind extrem hoch. Wir gehen weiter und finden einen Discount-Supermarkt. Für zwei Sandwiches, einen Tüte Erdnüsse und einen Schokoriegel bezahlen wir umgerechnet 15,- €, was nicht gerade günstig ist. Die Preise sind so hoch, da fast alles, was die Menschen auf Island benötigen importiert werden muss. Wir gehen zurück in das Hotel und essen unsere Sandwiches, die erstaunlich gut schmecken. Da wir heute viel unterwegs waren, werden wir heute nicht mehr rausgehen. Müssen wir auch nicht. Wir haben noch einige Tage und Touren vor uns und werden so einiges von Island zu sehen bekommen. Wir lassen den Tag im Hotel ausklingen.

 17. Juli 2018

Der heutige Tag steht uns zur freien Verfügung. Doch bevor wieder überlegen, was wir heute machen, gehen wir erst einmal gemütlich frühstücken.

Das Wetter sieht vielversprechend aus. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint auch heute. Zurück im Zimmer sehen wir auf den Stadtplan, welchen der Reiseveranstalter mit den Reiseunterlagen mitgeschickt hatte. Wir entscheiden uns dafür einfach loszugehen. Gezielt Sehenswürdigkeiten aufsuchen brauchen wir nicht, da wir morgen eine Stadtrundfahrt machen werden, bei der die Highlights von Reykjavik angefahren werden.

Ohne ein bestimmtes Zeil gehen wir los. Die Sonne scheint und es ist mit 12 Grad für isländische Verhältnisse relativ warm. Unterwegs gehen wir in verschiedene Souvenirläden. Außer Ansichtskarten kaufen wir nichts. Wir gehen weiter Richtung Hafen. Ich mache ein paar Bilder und wir gehen ziellos weiter. Gelegentlich setzen wir uns auf eine Bank. Reykjavik selber ist eher unscheinbar und schlicht gehalten. Die Stadt sieht verlebt aus und erinnert nicht an einen Touristenmagnet. Obgleich es auch schöne Gebäude gibt, wie z.B. verschiedene Kirchen, das Rathaus und die Konzert- und Kongresshalle. Wir könnten uns auch in den Plattenbauten von Berlin Kreuzberg befinden. Ich glaube nicht, dass die Touristen wegen der „Schönheit“ der Hauptstadt herkommen. Viel eher für die unsagbar schöne Natur und ihre Kunst zu verzaubern. Das Aussehen von Reykjavik ist auch eher zweitrangig. Vielmehr geht es darum abzuschalten, neue Kraft zu tanken und auf andere Gedanken zu kommen. Die letzten Monate waren zu Hause sehr kräftezehrend und mich überkam das Gefühl von völliger Erschöpfung. Es ist schon irgendwie merkwürdig, gerade so, als hätte sich das Schicksal eingemischt. Ursprünglich waren die Azoren unser Ziel. Da es aber, wie eingehend erwähnt keine Direktflüge gibt uns wir nicht irgendwo für sechs Stunden zwischenlanden wollten, haben wir uns kurzfristig umentschieden und unsere Wahl fiel auf Island. Eine Insel, die, ohne es genauer erklären zu können, Ruhe ausstrahlt, verzaubert und uns hoffentlich wieder ins Gleichgewicht kommen lässt. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, wenn wir mit dem Bus die verschiedenen Touren fahren und es unterwegs fast ausschließlich nur Natur zu sehen gibt. Dabei kann ich einfach meine Gedanken schweifen lassen, um hoffentlich neu anfangen zu können, wenn wir zurück sind. Denn das Leben geht einfach weiter, ganz gleich was passiert und welche Schicksalsschläge uns ereilen. Neuanfang bedeutet bei uns, dass wir all die Trauer hinter uns lassen und wieder nach vorne sehen können, auch wenn es nicht einfach ist und seine Zeit benötigt. Hier, auf Island, erscheint es mir sehr gut möglich die Energiereserven wieder aufzuladen.

Immer wieder machen wir eine Pause und dabei Bilder. Zeit ist heute relativ. Es ist egal wie lange wir brauchen, welche Richtung wir gehen und wann wir zurück sind.

Unterwegs, genauer gesagt befinden wir uns gerade auf dem Rückweg zum Hotel, finden wir einen Imbiss mit erschwinglichen Preisen. Diesen werden wir vermutlich am letzten Abend auf der Insel besuchen. Langsam machen sich die Beine bemerkbar, doch zum Glück ist das Hotel nicht mehr weit entfernt. Im Zimmer angekommen heißt es, Beine hoch und ausruhen. Ob wir heute noch einmal rausgehen, weiß ich nicht. Vielleicht um uns wieder Sandwiches zu holen. Und wenn nicht, dann bleiben wir einfach liegen. Morgen wird uns wieder ein reichhaltiges Frühstück erwarten.

Wir entscheiden uns doch noch einmal rauszugehen. Nicht um uns etwas zum essen zu kaufen, wir wollen lediglich die Postkarten einwerfen. Wie so oft und üblich ist kein Postkasten zu sehen, wenn einer benötigt wird. Als wir Sonntag Essen waren, hatte ich einen Postkasten gegenüber der Pizzeria gesehen. Die Postkarten sind eingeworfen. Auf dem Weg zum und vom Postkasten zurück haben wir den Eindruck, dass besonders viele Menschen unterwegs sind, mehr als die letzten beide Tage und heute Vormittag. Zurück im Hotel lassen wir den Tag ganz entspannt zu Ende gehen.

18. Juli 2018

Heute werden wir bei einer Stadtrundfahrt die wertvollsten Sehenswürdigkeiten von Reykjavik zu sehen bekommen. Glücklicherweise geht es erst um 13.00 Uhr los. Es ist also keine Eile geboten und wir können ganz entspannt in den Tag starten, der mit einer ausgiebigen Dusche beginnt und mit einem reichhaltigen Frühstück weitergeht.

Der Himmel ist bedeckt. Die Sonne werden wir vermutlich den ganzen Tag nicht sehen. Wenigstens regnet es nicht. Noch nicht?! So entspannt wie wir in den Tag gestartet sind, geht es auch weiter. Um 12.30 Uhr müssen wir erst an der Busstation 10 sein. Bis dahin machen wir einfach mal gar nichts.

Es ist 12.15 Uhr und es ist an der Zeit uns fertig zu machen und zur Haltestelle zu gehen. Wir stehen noch gar nicht lange und schon kommt ein kleiner Bus, der uns wieder zum Busbahnhof bringt, wo wir wieder in einen großen Bus umsteigen. Dieses Mal ist unsere Reiseleiterin eine ältere Frau, welche uns bei der Stadtrundfahrt begleitet.  Leider ist ihr Englisch schlecht zu verstehen und ihr deutsch ist noch unverständlicher, was das zuhören schwer macht. Teilweise spricht sie Deutsch und Englisch gemischt. Während der Fahrt bekommen wir geschichtliche und politische Informationen über Island. Da ihr Deutsch mehr schlecht als recht ist, kann ich dazu auch nicht so viel schreiben. Auf Island gibt es fast keine Menschen, die keine Arbeit haben. Es sind gerade einmal 2,8 % ohne Arbeit. Auf der Insel befinden sich drei Universitäten. Eine Kunstakademie, die Universität Reykjavik und die Universität Island. Wenn jemand Medizin studiert, muss er auch ein Teil des Studiums im Ausland verbringen. Warum habe ich akustisch nicht verstanden.

Das die Wikinger Island entdeckt und die Islandponys auf die Insel gebracht hatten, wissen wir bereits von der der ersten Tour, der Golden Circle Tour.

Unser erster Halt ist bei einem Leuchtturm. Wir haben 10 Minuten Zeit um Fotos zu machen. Was es mit diesem Leuchtturm auf sich hat, habe ich nicht verstanden. Später habe ich mich belesen und herausgefunden, dass dieser Leuchtturm, der „Grótta“ heißt, ein beliebtes Ausflugsziel ist. Hier ist ein idealer Platz, um in den Wintermonaten nach Nordlichtern Ausschau zu halten.

Unsere Fahrt geht weiter zum Hafen. Wir steigen nicht aus, sondern fahren nur einmal rum. Das ist auch gar nicht schlimm, da wir gestern bereits am Hafen waren.

Die Hallgrimskirche ist ein beeindruckendes Gebäude, von außen wie von innen. Die Bauarbeiten begannen 1945 und diese Kirche ist mit ihren 73 Meter hohen Turm lange das höchste Gebäude des Landes. Die Orgel besteht aus 5.275 Orgelpfeifen und sieht sehr eindrucksvoll aus. Namensgeber der Kirche war der Poet und Geistliche Hallgrimur Pétursson. Diese Kirche wir auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt. Wir fahren noch verschiedene Orte an, wie z.B. ein Wikingerdorf und das Haus, in dem der Präsident von Island wohnt. Wir bekommen auch zu erfahren, dass die Kinder lange bei ihren Eltern wohnen, da die Wohnungen und das Leben im Allgemeinen auf Island sehr teuer ist. Die Isländer lieben das Schwimmen und Reiten und es gibt hier Gebiete, in denen der Sage nach Elfen und Trolle leben sollen. Ich habe, als wir an solch einem Gebiet vorbeigefahren sind, keine Elfe gesehen. Allerdings habe ich auch auf der anderen Seite vom Bus gesessen. Eines der letzten Sehenswürdigkeit, an der wir vorbeifahren ist „Laugardalur“, ein Park und Botanischer Garten der Stadt. Verschiedene Sporteinrichtungen, z.B. ein Fußballstadion, eine Sport- und Veranstaltungshalle und ein Schwimmbad befinden sich verteilt um diesen Park. Im Sommer kommen gerne Familien in den Park, da es hier auch einen Streichelzoo gibt oder um einfach ein Picknick zu machen. Das Herz von „Laugardalur“ ist der Botanische Garten, in dem es einheimische und importierte Pflanzen gezeigt werden.

Inzwischen sind wir fast 3 Stunden unterwegs und die Rundfahrt durch Reykjavik neigt sich dem Ende zu. Das wir die meiste Zeit im Bus verbracht haben, ist angesichts der 11 Grad und dem kühlen Wind nicht weiter tragisch, eher im Gegenteil. Unterwegs wurde uns auch etwas auf Isländisch vorgesungen, worauf ich liebend gern verzichtet hätte.

Die Tour ist zu Ende und wir steigen wieder an der Busstation 10 aus. Ich stelle ernüchternd fest, dass ich mir mehr von der Busrundfahrt versprochen hatte. Wir gehen in einen kleinen Supermarkt, der sich in der Nähe des Hotels befindet, welchen wir wieder, ohne was zu kaufen, verlassen. Der nächste Weg führt uns fürs erste in das Hotel. Vielleicht gehen wir später noch einmal in den Supermarkt, in den wir die Sandwiches gekauft hatten. Können wir uns dazu nicht mehr motivieren, werden wir den Tag ganz entspannt im Hotel ausklingen lassen und uns morgen früh wieder beim Frühstück wieder stärken.

19. Juli 2018

Wir brauchten gestern nicht lange, um zu beschließen, dass wir nicht mehr losgehen. Das war auch eine sehr gute Entscheidung, da ich, als ich gegen 19.00 Uhr aus dem Fenster sah, mitbekommen hatte, dass es regnete.

Der heutige Tag steht uns zur freien Verfügung. Der Himmel ist bedeckt, aber zeitweilig zeigt sich auch die Sonne. Nach dem Frühstück machen wir uns auf dem Weg zur „Perlan“. Das ist eine Aussichtsplattform, von der man eine großartige Aussicht über Reykjavik haben soll. Unser Weg führt uns kreuz und quer durch die Stadt, immer Richtung „Perlan“. Langsam verschwinden die Wolken, so dass die Sonne ihre volle Kraft entfalten kann. Unterwegs ziehe ich sogar die Jacke aus, da es warm genug ist, um im Pullover weiterzugehen. Wir durchqueren einen schön angelegten und gepflegten Park. Mitten in der Stadt und dennoch ist es sehr ruhig.

Als wir bei der Aussichtsplattform ankommen, haben wir bereits eine wundervolle Aussicht über Reykjavik. Um auf die Plattform zu gelangen, sollen wir pro Person 500 ISK zahlen. Ich bin der Meinung, dass wir uns das Geld auch sparen und an anderer Stelle ausgeben können. Die Aussicht, welche wir vor der Plattform haben, reicht vollkommen aus. Ich mache ein paar Bilder und wir entfernen und wieder von der Aussichtsplattform.  Auf einer Bank sitzend genießen wir die Aussicht und die Sonne, die hier nicht oft zu scheinen vermag, und ich lasse dabei meine Gedanken schweifen.

Als wir wieder aufstehen und weitergehen, entschließen wir, dass wir zum Shopping-Center gehen. Dort angekommen, haben wir Mühe den Eingang zu finden.

Im Shopping-Center fällt mir auf, dass ich die meisten Geschäfte vom Namen her gar nicht kenne, außer H & M und ich bemerke, dass es kein Elektrofachgeschäft gibt. Wir gehen durch jede Etage, ohne was zu kaufen und nachdem wir alle Etagen durch sind, steigt mir Kaffeeduft in die Nase. Wir holen uns Kaffee und setzen uns damit an einen Tisch. Anschließend gehen wir in den Discounter „Bonus“, um uns eine Kleinigkeit zum Essen zu kaufen. Nachdem wir das erledigt haben, gehen wir wieder Richtung Hotel. Die Außentemperatur hat ihren durchschnittlichen Höchstwert, der auf Island 15 Grad beträgt, fast erreicht. Auf einer Anzeige ist zu sehen, dass es 14,5 Grad sind. An und für sich ganz angenehm, wenn der zeitweise doch recht frische Wind nicht wäre. Für morgen wurde Regen angesagt, was schade wäre, da wir morgen eine Tour zur Südküste machen, die 10 Stunden dauert. Dabei werden wir zwei weitere Wasserfälle, einen Gletscher, die Küste mit ihren Felsenformationen und einen schwarzen Strand zu sehen bekommen.

Zurück im Hotel verrät mir ein Blick auf meinem Handy, dass wir 12 km gelaufen sind. Das sollte für heute auch reichen. Morgen haben wir einen langen Tag vor uns. Somit werden wir uns für den Rest des Tages nicht mehr aus dem Zimmer wegbewegen.

20. Juli 2018

Ich bin bereits vor dem Wecker wach. So schön Island auch ist, doch das es nachts nicht dunkel wird, erschwert das einschlafen ein weinig. Und das ist nicht nur mein Eindruck. Beim Frühstück vor 4 Tagen, hatte ich mitbekommen, wie sich zwei am Nachbartisch unterhalten hatten, die auch Probleme mit dem Schlaf, aufgrund der fehlenden Dunkelheit, haben.

Es ist 6.00 Uhr und der Wecker klingelt. Somit ist es an der Zeit aufzustehen. Wir müssen um 8.30 Uhr abholbereit an der Busstation 10 stehen. Ich hoffe, dass ich beim Duschen fit werde und auch der Kaffee später beim Frühstück seinen Teil dazu beträgt. Es ist wieder bewölkt. Hoffentlich bleibt es so und beginnt nicht doch noch zu regnen. Diese Hoffnung wird auf dem Weg zur Haltestelle zerstört- es regnet. Zwar nicht stark, aber es reicht aus, um meine Freude zu drücken. Wir bleiben fürs erste unter einem Dach, schräg gegenüber der Haltestelle, stehen, so dass wir nicht gleich durchnässt in den Bus steigen. Es dauert gar nicht lange, bis der erste kleine Bus kommt. Wir wechseln die Straßenseite und müssen feststellen, dass es der falsche Bus ist. Nach und nach kommt ein Bus nach dem anderen. Zur unserer Überraschung steigen wir dieses Mal in einen großen Bus. Dennoch werden wir zum Busbahnhof gefahren und müssen dort umsteigen, da dieser Bus auch andere Touristen für andere Touren mitgenommen hat. Beim Umsteigen, sehe ich, dass die Reiseleiterin von der ersten Tour mit uns fährt. Diese Tatsache freut mich, da sie sehr gut deutsch spricht. Nachdem alle sitzen fahren wir los. Die heutige Tour wird 10 Stunden dauern, wovon wir aber die meiste Zeit fahrend verbringen werden. Der erste Halt ist, nach ca. einer Stunde, nur ein Zwischenstopp, um kurz eine Pause zu machen. Das erste Ziel der heutigen Tour wird die Gletscherzunge im Süden der Insel sein. Noch immer regnet es, was aber nur feiner Nieselregen ist. Auf dem Weg zur Gletscherzunge, werden wir dazu angehalten, nur bis zu dem Schild zu gehen, da wir dahinter leicht wegrutschen können.

Wir erreichen den Parkplatz, steigen alle aus und gehen Richtung Gletscherzunge. Auf halben weg hört der Nieselregen auf. Die Aussicht ist wunderbar und der Nebel (es könnten aber auch Wolken sein), welcher sich um die Berge legt, hat etwas Mystisches.

Die Gletscherzunge kommt vom Hvannadalshnúkur, dem höchsten Berg Islands, herunter. Je nach Lichteinfall zeigt sich das Eis in den unterschiedlichsten Farben. Die dunklen Schichten im Eis stammen von Vulkanausbrüchen, von denen es einige gab. Die Eislandschaft verändert sich ständig, denn der Gletscher ist immer in Bewegung, wobei sich die Eismassen bis zu einem Meter pro Tag bewegen können.

Wir machen Bilder und begeben uns wieder auf dem Rückweg zum Bus. Das nächste Ziel ist „The black Beach“. Der Grund, weshalb der Sand schwarz ist, liegt in der Erosion von vulkanischem Gestein, dessen schwarze Farbe durch das Abkühlen der Lava entstand, die beim Aushärten schwarz wird. Neben der Farbe des Strandes sind vor allem die Felsformationen aus Basalt und eine Höhle, direkt am Strand, das Highlight des Black Beaches.

Es ist stark bewölkt und windig, aber glücklicherweise trocken, was auf Island viel wert ist.  Die Landschaft, welche sich uns hier zeigt, ist überwältigend schön und lässt sich kaum in Bildern einfangen, so wie alles, was ich bisher fotografiert habe. Nach einiger Zeit finden sich alle wieder im Bus ein und wir fahren weiter nach Vik, einem kleinen Dorf, in dem wir an einer Raststätte unsere Mittagspause machen. Dort gibt es drei Restaurants und einen Supermarkt. Da wir ausreichend gefrühstückt haben, lassen wir da Mittagessen aus. Stattdessen gehen wir durch den Supermarkt und einem Geschäft, in dem es Kleidung und Souvenirs gibt. Inzwischen hat es wieder angefangen zu regnen. Nach 45 Minuten geht es weiter zum ersten der beiden Wasserfälle, die wir uns heute ansehen werden- dem „Skógafoss“. Unterwegs werden wie darüber informiert, dass das Leben auf Island sehr teuer ist und es einer alleine kaum bewältigen kann und wenn dann nur mit zwei Jobs. Die Isländer gehen auch kaum in Restaurants, da es zu kostenintensiv ist.

Als wir beim „Skógafoss“ ankommen regnet es noch immer, was eigentlich auch nebensächlich ist, da wir ohnehin nass werden, wenn wir zum Wasserfall gehen. Schnellen Schrittes bewegen wir uns zum Wasserfall, um ein paar Fotos zu machen, was nicht so einfach ist, da immer wieder Menschen durch das Bild laufen. Der „Skógafoss“ ist das Wahrzeichen des Ortes Skógar im Süden Islands. Er stürzt auf 25 Metern Breite ca. 63 Meter über die Klippen in die Tiefe. Der Wasserfall befindet sich Fuß des Vulkans „Eyjafjallajökull“, der seit seinem Ausbruch im Jahr 2010 bekannt ist. Auch hier ist die Landschaft unbeschreiblich schön. Ich kann mich kaum satt sehen. Allerdings durchweich so langsam die Kleidung vom Regen und dem Wasserfall. So schnelle wie wir zum Wasserfall gegangen sind, gehen wir wieder zurück zum Bus. Durchnässt, aber mit schönen Bildern steigen wir wieder im Bus ein, der uns dann zum zweiten Wasserfall, dem „Seljalandsfoss“, und damit letzten Halt bringt. Unterwegs erfahren wir einiges um die sagenumwobenen Elfen und Trolle. Viele Sagen und Geschichten werden in Island von Generation zu Generation über Elfen und Trolle weitergegeben.  Die Elfen werden auch die als die Naturgeister Islands bezeichnet. Diese können mit ihren geheimen Völkern, Huldufólk, z.B. in Steinformationen leben, die noch heute existieren. Nicht selten kommt es vor, dass Straßenbaupläne geändert werden, um die Elfen nicht zu stören. Naturschutz und der Glaube an diese Wesen gehen hier oft Hand in Hand. Rund 60 Prozent der Einwohner sind fest von der Existenz der Wesen überzeugt. Die Trolle leben in den Hochebenen der Insel. Sie kommen nur im Dunkeln heraus und müssen sich bei Sonnenaufgang wieder zurückziehen. Wenn sie sich zu weit aus ihrer Heimat in den Bergen und Höhen wagen, kann es passieren, dass sie durch das Sonnenlicht versteinert werden. Wer genau hinsieht, kann in der ein oder anderen Gesteinsformation Trolle erkennen. Auch beim letzten Halt der heutigen Tour regnet es noch immer. Wir ziehen unseren durchnässten Jacken an und gehen wieder schnellen Schrittes Richtung Wasserfall. Der „Seljalandsfoss“ ist im Vergleich zu den anderen Wasserfällen eher klein. Es ist auch kein Wasserfall, bei dem man die urwüchsige Gewalt riesiger Wassermengen spürt, wie z.B. beim „Gullfoss“. Doch er hat eine Besonderheit, die kein anderer Wasserfall auf dieser Insel hat, man kann auch hinter dem Wasserfall gehen und sehen, wie das Wasser aus ca. 65 Metern an der Abbruchkante einer langen Felswand hinabrauscht, bevor es in den „Markarfljót“ und weiter in das Meer fließt.

Selbstverständlich stehen und gehen auch hier immer wieder Menschen durch das Bild. Ich lasse meinen Unmut drüber etwas lauter freien Lauf. Eine Frau hört das und bleibt wie angewurzelt stehen und ich kann endlich Bilder machen.

Zurück im Bus sind wir komplett durchnässt. Die Rückfahrt dauert zwei Stunden. Mir ist kalt, meinen Kleidung ist komplett durchnässt und meine Füße fühlen sich wie Eisklumpen an. Ich beschließe duschen zu gehen, sobald wir wieder zurück im Hotel sind. Von der Heizung, die vorhin noch an war, ist nichts mehr zu merken. In Reykjavik angekommen hört der Regen auf.

Als wir in unser Zimmer kommen, drehe ich als erstes die Heizung auf und ziehe mir schnell etwas Trockenes an. Meine Schuhe stelle ich unter die Heizung, meine Tasche davor und meine Jacke falte ich so, dass sie auf die schmale Heizung passt. Das Zimmer werden wir heute nicht mehr verlassen. In den nächsten Tagen, soll laut Wetterbreicht, das Wetter unbeständig bleiben. Eigentlich wollen wir morgen in den Botanischen Garten und abends noch einmal Essen gehen, bevor wir Sonntag zum Flughafen gefahren werden, um wieder nach Hause zu fliegen. Wir werden morgen spontan entscheiden, wie der Tag verläuft. Doch nun heißt es schön warm duschen.

21. Juli 2018

Auch heute bin ich bereits vor dem Wecker wach. Als dieser klingelt, mache ich diesen aus. Noch ein bisschen liegen bleiben, denke ich, und schlafe wieder ein. Kurz vor 7.00 Uhr werde ich wieder wach und schleppe noch müde ins Bad unter die Dusche. Auf den Weg dorthin verrät mir ein Blick aus dem Fenster, dass das Wetter auch heute durchwachsen sein wird. Es ist bewölkt und nieselt.

Wir gehen zum Frühstück und da für heute kein Ausflug geplant ist, lassen wir uns Zeit. Zurück im Zimmer, muss ich mir eingestehen, dass ich keine große Lust habe rauszugehen, aber den ganzen Tag auf dem Zimmer zu verbringen, wird vermutlich auch langweilig werden. Nach einiger Zeit beschließen wir erst einmal loszugehen. Wir werden sehen wohin uns der Weg führt. Es ist bedeckt und windig, aber wenigstens hat der Nieselregen aufgehört. Unterwegs entscheiden wir uns dazu, zum botanischen Garten zu gehen. Dieser ist das ganze Jahr geöffnet. Mit über 5.000 Pflanzenarten werden auf einer Fläche von rund 2,5 Hektar neben einheimische Pflanzen auch nichteinheimische Pflanzen, Heidekrautgewächse, Rosen, Pflanzen des Waldbodens, eine Baumsammlung, ein Steingarten und ein Kräutergarten dargeboten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, es sind gute 3 Kilometer vom Hotel, erreichen wir diesen. Den Eingang müssen wir eine ganze Weise suchen. Von außen ist der erste Eindruck eher ernüchternd. Auf Bildern, die ich zuvor gesehen hatte, sah alles viel schöner aus. Nachdem wir den Eingang gefunden haben, sind wir positiv überrascht. Liebevoll angelegt Beete und ein Steigarten zeigen sich in einer wunderschönen gestalteten Anlage. Überall duftet es nach Blumen. Mittendrin befindet sich ein Café. Zwischenzeitlich nieselt es immer mal wieder. Wir gehen durch den Garten, machen Bilder und setzten uns auf eine Bank, um alles zu betrachten, bevor wir wieder Richtung Hotel gehen.

Auf dem Weg dorthin, habe ich die Idee an der „Hamburger Factory“ vorbeizugehen, um uns die Preise anzusehen. Gestern wurde uns die „Hamburger Factory“ als gut und günstig von der Reiseleiterin empfohlen. Dort angekommen, können wir nicht erkennen, ob die Preise für einzelne Burger oder für Menüs sind. Dadurch, dass die Karte so unübersichtlich ist, entscheiden wir uns dazu, dass wir entweder zu dem Burger-Imbiss gehen, an dem wir am Dienstag vorbeigegangen sind oder noch einmal in die Pizzeria gehen, in der wir am Sonntag waren. Das werden wir heute Abend spontan entscheiden. Fürs erste gehen wir zurück in das Hotel, um Plätze im Bus zu reservieren, so wie es in der Reiseinformation geschrieben steht.

An der Rezeption habe ich ein paar Probleme die Frau zu verstehen, da sie sehr schnell spricht. Irgendwann bitte ich sie, mir alles Wichtige aufzuschreiben. Daraufhin druckt sie uns alle relevanten Informationen aus. Nun wissen wir, dass wir um 4.30 Uhr an der Busstation 10 stehen müssen, uns wieder ein Bus zum Busbahnhof fährt, wir dort in einen anderen Bus steigen und zum Flughafen gebracht werden. Das heißt für uns, dass wir ca.3.30 Uhr aufstehen müssen. Was ich gut verstanden habe, ist die Information, dass wir uns Frühstück, Croissants und Kaffee, mitnehmen können. Diese Tatsache gefällt mir sehr gut. Nichts geht über einen Kaffee, wenn schon vor dem Aufstehen aufgestanden werden muss. Mit all den Informationen verschwinden wir ins Zimmer. Die Koffer müssen wir nicht großartig packen, da wir aus den Koffern gelebt haben, denn im Zimmer gab es, wie bereits erwähnt, keine großartigen Möglichkeiten Kleidung abzulegen.

Von der Trägheit gebremst, die ein Resultat von Schlafmangel ist, entscheiden wir uns nicht mehr essen zu gehen. So wirklich Hunger haben wir auch nicht. Die restlichen isländischen Kronen werden wir morgen am Flughafen wieder zurücktauschen. Ich komme zu der Erkenntnis, dass die ganze Sparsamkeit gar nichts gebracht hat, da wir nun weder Hunger verspüren noch Lust haben noch einmal loszugehen.

Später werde ich noch einmal duschen gehen, so dass es morgen früh nicht noch stressig wird.

So geht der letzte Tag in Reykjavik zu Ende. Um 3.00 Uhr wird morgen früh mein Wecker klingeln. Ich habe ihn bewusst früher gestellt. So muss ich nicht gleich aufstehen und kann noch etwas liegen bleiben, bevor wir uns auf den Weg zurück in die Heimat begeben.

22. Juli 2018

Als der Wecker klingelt, habe ich vielleicht 2 – 3 Stunden geschlafen. Heute wird es ein langer Tag werden und ich bleibe noch etwas liegen, bevor ich aufstehe. Ich stehe auf und schleppe mich zum Waschbecken.

Wir packen unsere restlichen Sachen ein und begeben uns zur Rezeption, um auszuchecken. Ich freue mich schon auf den Kaffee. Neben dem Kaffee gibt es auch kleine Croissants, Wasser und Saft. Ich trinke nur eine Tasse Kaffee, da ich bezweifle, dass ich heute auch nur ansatzweise fit werde, nachdem ich kaum geschlafen habe. Auf dem Weg zur Busstation werden wir vom Nieselregen begleitet, der zeitweilig stärker und dann wieder schwächer wird. Der Bus lässt heute auf sich warten, was dazu führt, dass meine Laune, in Verbindung mit dem Nieselregen, sinkt. Mit deutlicher Verspätung trifft der Bus ein. Die Koffer werden verstaut, wir steigen durchnässt ein und fahren los. Der nächste Halt ist der Busbahnhof, zu dem wir bei jeder Tour gefahren wurden und umsteigen mussten. Wir fragen uns insgeheim, ob wir auch heute wieder umsteigen müssen, was unlogisch wäre. Doch wir müssen nicht umsteigen. Der Busfahrer geht durch die Reihen und sammelt die Bustickets ein. Es steigen noch ein paar Leute ein und um und schon fahren wir Richtung Flughafen, welchen wir nach 45 Minuten erreichen. Als erstes tausche ich die isländischen Kronen wieder in Euro um. Zu meinem Erstaunen wird auch das ganze Kleingeld wieder zurückgenommen.

Wir gehen zielreichtet zur Gepäckaufgabe, um unsere Koffer loszuwerden. Bevor wir das machen können, müssen wir selbst an einen Automaten unsere Bordingpässe lösen, wie uns eine Dame vom Flughafen erklärt. Teilweise verstehe ich nicht was dort steht und ich drücke, auf gut Glück, immer weiter. Gerade als ich nicht mehr weiterweiß, kommt uns jemand vom Flughafenpersonal zur Hilfe, der zufällig in der Nähe steht. Die Sitze, die uns angezeigt werden liegen weit auseinander. Ich versuche zwei nebeneinander liegende Plätze zu finden, doch die mit einem x markierten Plätze sind bereits vergeben, wie uns der Mitarbeiter vom Flughafen erklärt. Dieser Umstand ist maßgebend dafür, dass meine Laune in den Keller sinkt. Schlecht gelaunt gehen wir zur Gepäckaufgabe, wo sich inzwischen eine Vielzahl von Menschen angesammelt haben. Was uns die Frau, die uns zum Ticketautomaten geschickt hatte, jetzt erklärt, wird für mich ein ewiges Rätsel bleiben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir den Schalter erreichen, an dem wir unsere Koffer abgeben können. Die Schlange ist sehr lang und es geht nur schleppend voran. Langsam müsste mein Gesicht zur Faust geballt sein. Die ganze Zeit meckere ich vor mich hin, was weder an der Situation der getrennt liegenden Sitze noch an meiner schlechten Laune etwas ändert. Endlich sind wir am Schalter und können unsere Koffer abgeben. Der Mann hinter dem Schalter erklärt uns in einen langensamen und verständlichen Englisch, dass wir, wenn wir die Boardingpässe am Selbstbedienungsterminal gelöst haben und sich die Kofferaufkleber ohnehin schon am Gepäck befinden, die Koffer an der Seite hätten selbst einscannen und aufs Band legen können. Damit wäre das Rätsel gelöst, was uns die Frau im unverständlichen Englisch erzählt hatte. Allerdings lässt diese Information nun die Frage aufkommen, warum wir anfangs zum Selbstbedienungsterminal geschickt wurden, wenn wir auch am Schalter die Boardingpässe bekommen. Nun gut, diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Ich bin noch immer verärgert, was meinen Mann etwas amüsiert, da es nichts an der gegebenen Situation verändert. So gehen wir zum Gate 22. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einen Souvenirshop vorbei und haben die letzte Möglichkeit ein T-Shirt zu kaufen, so wir es immer machen, wenn wir wegfliegen. Leider sind keine schönen T-Shirt dabei.

Als wir beim Gate 22 ankommen, ist noch etwas Zeit bis das Boarding beginnt. Es dauert nicht lange bis unsere Flugnummer durchgesagt wird und wir darauf hingewiesen werden, dass das Boarding anfängt. Hier treffen wir auf die Familie und dem Paar, die im selben Hotel untergebracht waren und mit denen wir einige Touren zusammen hatten. Auch bei ihnen sitzen alle getrennt.

Und wieder stehen wir in einer langen Schlange und es geht nur mühsam vorwärts. Wir steigen in das Flugzeug ein und die freundliche Begrüßung der Stewardess wird von mir mit einem bösen Blick erwidert. Auf der Suche nach unseren Sitzplätzen, stellen wir fest, dass der Platz meines Mannes besetzt ist. Wir setzen uns woanders hin und meine Hoffnung, dass wir hier sitzen bleiben können, wird je zerstört, als sein Platz wieder frei wird, so dass er sich umsetzen kann. Ich setze mich auch auf meinen Platz, der nicht einmal am Fenster, sondern im Gang ist. Die Frau, welche in der Mitte sitzt und ihre Tasche auf meinen Platz abgelegt hat, fragt mich, ob ich dort sitzen möchte. Diese Frage finde ich mehr als überflüssig, was ich ihr mit einem verächtlichen Blick zu verstehen gebe. Genervt setze ich mich, sehe auf dem Bildschirm vorm mir im Sitz und warte darauf, dass es losgeht. Dieser Flug wird eine gefühlte Ewigkeit dauern.

Eine Stewardess spricht die Reihe an, in der mein Mann sitzt. Es geht darum, dass eine Familie zusammensitzen möchte und alle Passagiere, die im Moment in dieser Reihe sitzen, in der Businessclass Platz nehmen können, so dass die Familie zusammensitzen kann. Diese Tatsache ist der letzte Tropfen, der das Fass für mich zum Überlaufen bringt und als wäre das nicht schon genug, muss ich auch noch als Ablage herhalten, als der Steward den Sicherheitsgurt, die Sauerstoffmaske und die Sicherheitsweste erklärt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Laune heute noch einmal besser wird. Nachdem die Erklärungen der Sicherheitshinweise beendet sind, rollen wir Richtung Startbahn. Auch hier stehen wir gefühlt viel zu lange bevor wir abheben. Trotz der, für mich, schlechten Bedingungen des Rückfluges, verlassen wir mir wundervollen Erinnerungen Island, eine geheimnisvolle und mystische Insel, die mich mit ihrer Schönheit und Einzigartigkeit verzaubert hat.

Die Flughöhe ist erreicht und die Stewardessen kommen mit Essen und Trinken den Gang entlang, welches käuflich erworben werden kann. Dem Ganzen würdige ich keines Blickes und auch der Steward, der extra für mich in die Hocke geht, da ich gerade schreibe, um mich zu fragen, ob ich etwas essen oder trinken, bekommt von mir nur ein Kopfschütteln zur Antwort.

In einer Stunde und vierzig Minuten werden wir in Tegel landen und ich kann es auch kaum noch erwarten. Eigentlich liebe ich es zu fliegen, aber nicht unter diesen Umständen.

Die Landung ist eher unsanft. Ohne auf die Verabschiedung zu reagieren verlasse ich das Flugzeug. Die Hoffnung schnell den Flughafen mit unseren Koffern zu verlassen, ist vergebens. Es dauert eine ganze Weile bis wir diese haben und uns auf dem Weg nach Hause machen können. Den Rest des Weges, den wir mit Bus und Bahn zurücklegen, überstehen wir ohne Probleme. Am Bahnhof angekommen, werden wir bereits erwartet. Zu Hause angekommen machen wir uns frisch und lassen dann unseren Urlaub bei einem Essen in einem Restaurant ausklingen.


Madeira 2016

18. August 2016

Es ist 6.00 Uhr und mein Handy klingelt. Ich war schon gute 20 Minuten vorher wach. Heute wollen wir nach Madeira fliegen. Diese Insel gehört zu Portugal. Sie liegt ca. 950 km südwestlich von Lissabon und 600 km westlich von der marokkanischen Küste im Atlantik auf der afrikanischen Platte. Madeira ist eine Vulkan-Insel und wird auch liebevoll die „Blumeninsel“ genannt.

Seit Februar, als wir diesen Urlaub gebucht hatten, freue ich mich darauf. Leider ist meine Freude seit gut einer Woche getrübt. Vor einer Woche hörte ich nebenbei im Fernsehen, dass in Portugal Waldbrände die Menschen im Atem halten. Als ich das hörte, dachte ich mir nichts dabei. Doch plötzlich kam mir der Gedanke, dass Madeira eine Insel von Portugal ist. Schon hatte ich mein Handy in der Hand. Ich tippte Madeira ein und die ersten Meldungen fingen mit „Waldbrände auf Madeira“ an. Mein nächster Gedanke war, dass wir dort in ein paar Tagen hinfliegen wollen. Schlagartig sank meine Laune. Ich las einen Bericht nach den anderen und das was ich lesen musste, ließ nur einen Gedanken zu: Bye, bye Madeira! Alles sträubte sich in mir auf eine brennende Insel zu fliegen. Meine Gedanken gingen weiter, dass wir unbedingt ins Reisebüro müssen, um ggf. umzubuchen oder zu stornieren. Als mein Mann nach Hause kam, berichtete ich ihm davon. Er blieb entspannt und meinte nur, dass es noch eine Woche hin ist und wir an unseren ersten Urlaubstag zum Reisebüro fahren und nachfragen können. Ich fragte mich, wie man(n) bei solchen Nachrichten nur so entspannt bleiben kann. Die Insel brennt und wir wollen dort Urlaub machen! In den Berichten stand, dass die Feuerwehr Tag und Nacht im Einsatz ist, aber durch die anhaltende Hitze und Trockenheit ist das Feuer nicht unter Kontrolle zu bekommen. Nach und nach verschwand meine Vorfreude und ich freundete mich mit dem Gedanken an, dass sich das wohl erledigt hat. Am nächsten Tag kam mein Mann von der Arbeit und fragte mich, ob wir nicht doch schon zum Reisebüro wollen. In den Nachrichten, die ich nicht mehr weiter verfolgt hatte, war zu hören, dass das Feuer die Berge immer weiter runter kommt. Viele Menschen mussten bereits aus ihren Häusern evakuiert werden. Mit dem Wissen fuhren wir zum Reisebüro. Freudig wurden wir mit der Frage empfangen, wo die Reise denn dieses Mal hingehen soll. Wir antworteten, dass wir erst einmal nach Madeira wollten, es dort aber brennt. Der Mann vom Reisebüro sah uns an, als wäre es vollkommen normal und seine Frage: „Ja und?“ verwunderte mich. War es zu früh, dass wir uns Sorgen um unseren Urlaub machen? Abenteuerurlaub gut und schön, aber nicht wenn es lebensgefährlich werden kann. Er tippte in seinen Rechner Waldbrand auf Madeira ein. Nachdem er sich belesen und wir uns einen kurzen Bericht über das Feuer ansahen, drehte er sich zum Telefon und wählte eine Nummer. Das was wir hörten oder besser nicht hörten –kein Freizeichen- verhieß nichts Gutes. Sicher rufen noch mehr wegen den Feuern in Portugal und auf Madeira an. Er wählte eine andere Nummer und wir landeten sofort in der Warteschleife. Währenddessen wir warteten, erzählte er uns von irgendwelchen Erlebnissen auf irgendwelchen Reisen. Das interessierte mich alles gar nicht. Ich wollte nur, dass jemand ans Telefon geht und meine Vermutung, dass es das mit Madeira war und wir dieses Jahr nicht hinfliegen werden, bestätigt wird. Eine halbe Stunde war vergangen und wir befanden uns noch immer in der Warteschleife. Gerade wollte er auflegen, als sich eine Frauenstimme meldete. Gleich werden wir zu hören bekommen, dass wir uns was anderes suchen müssen, dachte ich. Doch weit daneben. Von den Veranstaltern gab es noch keine offizielle Meldung, dass Flüge nach Madeira kostenfrei umgebucht oder storniert werden können. Mit den Worten, dass wir benachrichtigt werden wenn sich was neues ergibt verließen wir wieder das Reisebüro. Meine Gedanken drehten sich darum, was und dort erwarten wird. Bei der Arbeit erzählte ich davon und meine Kollegen waren erstaunt, dass von kostenfrcimg1242eier Umbuchung bzw. Stornierung noch keine Rede war. Am letzten Arbeitstag verabschiedete ich mich mit den Worten, dass ich nach Madeira löschen helfen fliege, von meinen Kollegen. Täglich verfolgte ich nun die neuen Berichte über die zahlreichen Waldbrände. Auch das Reisebüro versorgte uns täglich mit neuen Informationen über den Stand der Dinge. So schnell die Aufregung kam, so schnell legte sie sich auch wieder, da inzwischen zu lesen war, dass die Brände weitgehend gelöscht oder unter Kontrolle sind. Doch trotzallem blieb der Gedanke, was uns wohl auf Madeira erwarten wird.

Komme ich zum heutigen Tag zurück.

Während das Leben draußen tobt, packe ich seelenruhig die letzten Sachen ein. Selbstverständlich erst, nachdem ich den Kaffee angestellt habe. Ich gieße die Blumen und begebe mich dann ins Bad, um mich frisch zu machen. Anschließend widme ich mich meinen ersten Kaffee. Es ist 7.10 Uhr und ich frage mich, ob mein Mann nicht langsam aufstehen möchte. Wenn ich meinen Kaffee aus habe gehe ich rüber, um ihn zu wecken. Genau in diesen Moment geht die Tür vom Schlafzimmer auf. Noch schlaftrunken schleicht er ins Bad. Den ersten Kaffee habe ich aus. Ich gehe ins Schlafzimmer, öffne die Fenster und mache das Bett. Danach nehme ich meine Tasse, gehe in die Küche und gieße seinen ersten und meine zweiten Kaffee ein. Hinter mir höre ich seine Stimme, die mir sagt, dass ich sehr entspannt wirke. Ich sehe auf die Uhr und antworte, dass es doch erst 7.26 Uhr ist. Er macht mich darauf aufmerksam, dass wir um 7.50 Uhr zum Bahnhof gehen wollen. Und? denke ich. Es ist doch alles fertig. Die Koffer sind gepackt, die Reiseunterlagen befinden sich in meiner Taschen, wir brauchen uns nur noch anziehen und losgehen. Ich packe noch ein paar Sachen in meinen Koffer, nebenbei trinke ich meinen Kaffee. Die Hälfte von meinen Kaffee schütte ich weg, da es an der Zeit ist loszugehen. Die Koffer hinter uns her ziehend gehen wir Richtung Bahnhof, steigen in den Zug, der bald darauf losfährt. Zweimal müssen wir umsteigen, bevor wir den Flughafen Berlin Tegel erreichen. Dank dem world wide web hatte ich mich gestern darüber informiert wo wir im Flughafen hin müssen. Zielgerichtet steuern wir auf den Terminal C zu. Als erstes heißt es Koffer loswerden, dann eine Kleinigkeit essen und anschließend zur Sicherheitskontrolle. Alles was piepen könnte habe ich abgelegt und dennoch bleibt es spannend. Im Gegensatz zu meinen Mann, piept es bei mir nicht. Erleichtert ziehe ich meine Jacke an, legen meine Gürtel wieder um, nehme meine Tasche und werde nichts ahnend angesprochen und gefragt, ob ich deutsch spreche. Ich sehe die Frau verwundert an und gebe ihr zu verstehen, dass ich deutsch spreche. Sie meint zu mir, dass ich ihr folgen soll. Bei mir wird eine Sprengstoffkontrolle durchgeführt. Wir fliegen seit einigen Jahren, aber eine Sprengstoffkontrolle hatte ich bis jetzt noch nicht erlebt. Ich werde in einen Raum geführt. Sie holt einen Teststreifen und wischt diesen über meine Handinnenflächen, die Hosentaschen, den Gürtel, die Tasche und die Bordingcard. Dabei erklärte sie mir, dass durch die erhöhten Vorsichtmaßnahmen vermehrt Sprengstoffkontrollen durchgeführt werden. Während das Testgerät den Teststreifen auswertet, bekomme ich zu erfahren, dass dieses unscheinbare Testgerät so viel wie ein Einfamilienhaus kostet. Wie erwartet fällt der Test gut für mich aus. Gerade ich, die jegliche Gewalt verabscheut, muss kontrolliert werden.

Die „Duty-free-Welt“ fällt im Terminal C eher bescheiden aus. Darum setzen wir uns und warten darauf, dass das Bording beginnt. Eine Familie (Vater, Mutter und drei Kinder) setzen sich neben uns. Die Mutter hat ihre Familie fest im Griff und gibt den Ton an, wie ein kleiner Feldwebel. Die Zeit vergeht und die Uhr lässt erkennen, dass es nur noch zwei Minuten bis zum Bording sind. Er sammeln sich immer mehr Menschen, aber nichts passiert. Ich werde langsam unruhig, da ich einfach nur noch losfliegen möchte. Mein Mann ist leicht amüsiert, als er mitbekommt, dass es in mir zu brodeln beginnt. Irgendwann war durch die Lautsprecher zu hören, dass sie sich für unsere Geduld bedanken und es nun mit dem Bording losgeht. Warum es sich verzögert hat, werden wir nie erfahren. Nach dem Bording gehen wir zum Flugzeug, steigen ein und setzen uns auf unsere Plätze. Die erste Durchsage vom Steward ist sehr schnell.  Ich habe keine Ahnung was er gesagt hat und weiß auch nicht, wann er beim Reden Luft geholt hat. Wahrscheinlich hat er sich einen kleinen Spaß erlaubt. Einige Passagiere lachen, mein Humor ist es nicht. Der Pilot meldet sich und weißt uns darauf hin, dass sich der Abflug etwas verzögern wird, da u.a. noch das restliche Gepäck eingeladen werden muss. Nun gut. Wenigstens sitzen wir im Flugzeug und entgegen der Nachrichten, die wir vor einigen Tagen hörten und mich befürchten ließen, dass wir nicht fliegen werden, fliegen wir in wenigen Minuten Richtung Madeira.

Seltsamerweisimg_7429e habe ich dieses Mal beim Start nicht das Lied „Über den Wolken“ von Reinhard Mey im Kopf, sondern die folgende Zeilen aus dem Lied „Astronaut“ von Sido. […] Ich heb ab, nichts hält mich am Boden, alles blass und blau. Bin zu lange nicht geflogen, wie ein Astronaut. […]

Inzwischen haben wir die Hälfte der Flugzeit hinter uns und werden planmäßig um 16.09 Uhr (17.09 Uhr deutscher Zeit) auf Madeira landen. Ich bin gespannt, ob und wie viel von den Bränden zu sehen ist. Was ich aber mit Sicherheit weiß, dass uns jeden Tag um die 30 Grad und ganz viel Sonnenschein erwarten wird.

Gerade sind wir an der Küste von Portugal vorbeigeflogen. Nun wird es noch eine Stunde dauern bevor wir Madeira erreichen.

Die Landung ist nicht ganz so sanft, wie wir es bei anderen Flügen erleben konnten, aber wir haben wieder festen Boden unter den Füßen. Hier zu landen bedarf einer speziellen Ausbildung der Piloten, da der Flughafen vom Atlantik und den Bergen eingeschlossen ist. Der Pilot muss beim Landeanflug erst lange auf die Berge zufliegen und darf erst im letzten Moment das Steuer nach rechts einschlagen, um auf die Landebahn zuzusteuern und zu landen.

Nun heißt es Koffer vom Band holen und zum Ausgang. Wie immer bin ich etwas unruhig, ob unser Koffer mit dabei sind oder vielleicht dieses Mal verschwunden sind. Die ersten Koffer kommen, von uns ist keiner dabei. Die zweite Ladung kommt, ein blauer Koffer ist zu sehen und er gehört zu uns. Kurz darauf kommt auch der zweite Koffer. Nun kann der Urlaub losgehen. Wir bewegen uns in Richtung Ausgang. An verschiedenen Ständen sind unterschiedliche Reiseveranstalter aufgeführt. Wir müssen zu dem Stand von ITS. Wir werden nach den Namen gefragt und bekommen einen Umschlag übereicht. Darin befinden sich alle relevanten Informationen für die Wanderungen. Wir sind davon ausgegangen, dass wir an zwei Wanderungen teilnehmen. Allerdings befinden sich vier Wanderscheine im Umschlag. Wir überlegen, ob wohlmöglich was schiefgegangen ist. Ich sehe noch einmal in die E-Mail vom Reisebüro. Meinen Mann fällt auf, dass es nicht zwei Wanderungen  heißen soll sondern als Aufzählung zu deuten ist. Dann fällt ihm wieder ein, dass es nicht möglich war einzelne Wanderungen zu buchen und wir darum ein Paket gebucht haben.

Wir müssen noch auf andere Gäste warten, dann werden wir zu einem Kleinbus geführt. Das Gepäck wird eingeladen, wir steigen ein und fahren los. Auf den ersten Blick ist vom Brand nichts zu sehen. Doch beim Blick nach oben, in den Bergen, sind verbrannte Bäume zu sehen. Ich bin erleichtert, dass es nicht so schlimm wie erwartet aussieht. Der Busfahrer fährt relativ schnell die schmalen Straßen, die teilweise eine beachtliche Steigung haben, entlang. Nun sind auch vereinzelt verbrannte Häuser in tieferen Lagen zu sehen. Nach einiger Zeit erreichen wir unser Hotel.

Jetzt möchte ich nur eins, raus aus den Schuhen!

Im Hotel werden wir freundlich empfangen und bekommen alle wichtigen Informationen. Wir gehen zum Fahrstuhl und stehen und warten und stehen und warten, aber der Fahrstuhl kommt nicht. Andere Hotelgäste klären uns auf, dass es zu der Uhrzeit immer so lange dauert, da viele vom Pool kommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnet sich die Fahrstuhltür. Wir erreichen die 4. Etage und haben auch schnell unser Zimmer gefunden. Im Zimmer ist es sehr warm. Ich ziehe als erstes die Vorhänge auf und öffne das Panoramafenster. Der Blick geht direkt zum Atlantik, so wie bei jedem anderen Zimmer auch. Dadurch, dass das Hotel terrassenförmig in die Felsen gebaut ist, hat jedes Zimmer Meerblick. Wir stellen die Koffer ab, ziehen die Schuhe aus, Beine hoch und ankommen. Später werden wir essen gehen. Dafür haben wir bis 21.30 Uhr Zeit. Nach dem Essen wollen wir noch ein bisschen das Hotel erkunden und viel mehr wird heute nicht passieren. Vielleicht trinken wir noch einen oder zwei Cocktails an der Bar.

Wir liegen auf dem Bett, sehen TV und plötzlich gehen der Fernseher und das Licht aus. Ich steh auf, ziehe die Karte raus, stecke sie wieder rein- nichts. Das Ganze mache ich ein paar Mal, doch nichts passiert. Ich belasse es dabei, lege mich auf das Bett, schließe die Augen und höre dem Meer zu. Ich stelle mir vor, wie wir morgen früh vom rauschen des Meeres geweckt werden.

Nach einiger Zeit beschließen wir essen zu gehen. Beim Verlassen des Zimmers, stellen wir fest, dass das Licht im Flur funktioniert. Noch einmal stecken wir die Karte rein und siehe da, wir haben wieder Strom.

Unser Zimmer ist in der 4. Etage, Essen gibt es in der 9. Etage. Da der Fahrstuhl sehr langsam ist, nehmen wir die Treppen. Erfahrungsgemäß gehen wir die Treppen hoch, da wir zur 9. Etage müssen. Jedoch werden die Zahlen, umso höher wir kommen, immer kleiner. Plötzlich stehen wir an der Rezeption. Also gehen wir die Treppen wieder runter, die Zahlen werden größer und in der vorletzten Etage befindet sich das Panorama-Restaurant. Diese Logik, warum die Zahlen nach oben kleiner und nach unter größer werden, offenbart sich mir nicht. Im Restaurant werden wir begrüßt und zu einem Tisch geführt. Nachdem wir die Getränke bestellt haben, sehe ich mir das Buffet an. Es ist, im Vergleich zu den anderen Hotels, übersichtlich. Dennoch ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir essen von vielen Sachen ein bisschen und alles ist sehr lecker. Satt und zufrieden verlassen wir das Restaurant. Unser Weg führt uns zur Bar. Wir setzen uns ans Fenster und sehen auf das Meer hinaus. Der Barkeeper kommt und nimmt die Bestellung auf. Kurz darauf bringt er uns ein Cocktail und ein Bier. Der Cocktail ist sehr köstlich und geht sofort in den Kopf. Also lieber etwas langsamer trinken. Die Gläser sind leer, wir bezahlen und gehen. Aus dem Automaten, der an der Rezeption steht, nehmen wir noch Getränke mit. Wohlgemerkt gehen wir runter und die Zahlen werden größer statt kleiner. Ich habe für mich noch keine logische Erklärung gefunden und es wird wohl für mich ein ewiges Geheimnis bleiben.

Im Zimmer angekommen, gehe ich duschen und wir lassen den Tag ausklingen. Morgen werden wir um 9.00 Uhr zur ersten Wanderung abgeholt. Diese Wanderung wird den ganzen Tag dauern. Der erste Tag geht ruhig zu Ende und ich freue mich schon morgen und was wir alles sehen und erleben werden.

19. August 2016

Was für eine Nacht! Gefühlt habe ich fünf Liter Schweiß verloren. Das Aufstehen fällt mir etwas schwer, aber es hilft nichts. Ich schleppe mich in das Badezimmer. Meinen Mann geht es nicht besser. Auch er hat Mühe aufzustehen.

Im Restaurant angekommen können wir uns dieses Mal alleine einen Platz suchen. Selbstverständlich nehmen wir einen Tisch am Fenster.

Gut gestärkt gehen wir zurück ins Zimmer, um uns für die Wanderung fertig zu machen. Wir gehen zum Treffpunkt. Es kommen verschiedene Kleinbusse, aber der richtige Bus scheint nicht dabei zu sein. Oder doch?! Die Sprachprobleme bereiten uns einige Schwierigkeiten. Langsam kommt in mir das Gefühl auf, das der richtige Bus schon dabei war und wir heute nicht mehr wandern werden. Eigentlich mag ich diese südländische Leichtigkeit im Umgang mit der Zeit. Trotzdem muss ich mich jedes Mal erst einmal daran gewöhnen, dass es besser ist nicht auf die Uhr zu sehen. Ich bin schon etwas genervt, als wieder ein Kleinbus kommt. Eine Frau steigt aus. Sie hat eine Liste in der Hand, nennt eine Zimmernummer, aber es ist nicht unsere. Sie begrüßt das Pärchen und sie steigen ein. Das ist dann wohl auch nicht unser Bus, denke ich, als die Frau zurückkommt und sagt, dass das sie noch einen Namen auf der Liste hat. Es ist unser Name. Wir steigen auch ein und fahren los. Das nächste Ziel ist ein anderes Hotel. Hier steigen weitere Gäste ein. Der Bus ist voll und der nächste Halt ist der Ausgangspunkt für die Wanderung. Der befindet sich an der Nordküste von Madeira. Laut Informationsschreiben, werden wir durch einen dichten Lorbeerwald gehen.

Wir erreichen den Ausgangspunkt und steigen aus. Uns werden Taschenlampen verteilt, eine für zwei Personen, da wir noch drei Tunnel durchqueren werden. Dann wird uns an einer Karte der Verlauf der Wanderung erklärt und gezeigt. Sie wird gut 4,5 Stunden dauern und es werden ca. 13 Kilometer sein, die wir am Ende der Wanderung gegangen sein werden. Wir gehen los. Nach ca. 5 Minuten halten wir und uns werden Informationen zu den Levadas vermittelt. Das Wort Levada stammt aus dem portigisischen und leitet sich von „levar“ ab, was so viel wie „mitnehmen“ oder „mit sich führen“ bedeutet. Die Levadas sind ein Teil des Bewässerungssystems zur Verteilung des Wassers von den regenreichen Norden der Insel in die sonnigeren und trockneren Regionen des Südens. Das Wasser wird von den natürlichen Quellen abgeleitet und auf das ausgedehnte Netz, welches sich über eine Länge von ca. 2.000 Km über die Insel zieht, in die kurvenreichen Kanäle verteilt. So gelangt das Wasser über große Entfernungen zu den Bananenplantagen, Wein-, Obst-, und Gemüsegärten sowie in die Wasserkraftwerke der Insel. Für die Instandhaltung und die Verteilung des Wassers an die verschiedenen Grundstücke sorgt ein „Levadeiro“, der für einen ihm zugeteilten Abschnitt der Levadas verantwortlich ist. Außerdem befinden sich Forellen in den Levadas. An ihnen ist die Sauberkeit des Wassers zu erkennen.

Viele Wurzeln, kleine bis große Steine und Unebenheiten gilt es zu bewältigen. Zum Glück haben uns knöchelhohe Wanderschuhe besorgt. Die Schuhe geben uns den optimalen Halt bei den Gegebenheiten. Wir überwinden hohe Treppenstufen und der Weg ist stellenweise sehr schmal. An einigen Stellen ist er so schmal, dass zwei Personen nicht aneinander vorbei passen würden. Uns wird erklärt, dass wir uns, wenn und jemand entgegen kommt, mit einen Fuß und Arm über die Levada am Felsen abstützen und den anderen Fuß am Rand der Levada lassen. Es wird dringend davor abgeraten zur anderen Seite auszuweichen, denn dort ist nichts- es geht nur abwärts in den Abgrund und es kann keiner mehr helfen. Wir bahnen uns den Weg. Auf einer Seite Felsen, auf der anderen Seite geht es steil bergab. Leider sehen wir beim Gehen nicht viel von der Landschaft, da wir darauf achten müssen wo wir hintreten. Dann und wann bleiben wir stehen, um Fotos zu machen. Das ist dann auch immer der ideale Zeitpunkt, um uns die Natur und ihre Schönheit, z.B. Wasserfälle, Lorbeerbäume und wilde Erdbeeren anzusehen. Und das was wir sehen ist einfach atemberaubend schön. Ich würde gerne von unberührter Natur schreiben, aber das stimmt nur bedingt, da die Wege angelegt werden mussten, sonst könnten wir hier nicht entlanggehen.

Was mich etwas stört ist, dass noch mehr Wandergruppen unterwegs sind. Immer wieder werden wir überholt, überholen selber andere oder uns kommen Gruppen entgegen. Allerdings lebt die Insel vom Tourismus und ist nicht nur für die zahlreichen Blumen sondern auch für die Wanderungen bekannt.cimg0962

Wir erreichen einen Tunnel und nun kommen die Taschenlampen, die uns anfangs gegeben wurden zum Einsatz. Ganz wohl ist mir nicht dabei, wenn ich kaum bis gar nicht sehen kann, wo ich hintrete. Wir haben den ersten Tunnel erfolgreich durchlaufen und der zweite Tunnel, der in Kürze folgen wird, ist sehr niedrig. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass die Tunnel alle von Hand in und durch die Felsen geschlagen wurden. Den zweiten Tunnel durchqueren wir in gebückter Haltung. Inzwischen ist auch in den Beinen zu merken, dass wir schon einige Kilometer hinter uns haben. Vermutlich werden wir morgen Muskelkater haben. Der Weg scheint schier endlos zu sein, doch das was wir zu sehen bekommen, entschädigt uns und wir nehmen die Anstrengungen gerne in Kauf. Als ich schon fast der Meinung bin, dass wir das Ziel noch lange nicht erreicht haben, kommen uns immer mehr Menschen von vorne entgegen. Das ist für mich ein Hinweis, dass unser Ziel nicht mehr weit sein kann. Kurz darauf erreichen wir unser Ziel. Wir haben eine halbe Stunde Zeit, um zu essen, uns auszuruhen und die Landschaft anzusehen. Wir setzten uns in den Schatten, um kurz durchzuatmen. Dann stehen wir wieder auf und wollen einen Weg zum Wasserfall hochgehen. Dieser Weg ist sehr schmal und uns kommen viele Menschen entgegen. Es geht nicht vorwärts, woraufhin ich beschließe, dass es keinen Sinn macht und wir lieber wieder zurück gehen. Dieses Mal setzen wir uns in die Sonne. Die halbe Stunde ist fast vergangen und es sammeln sich nach und nach alle um uns herum. Nun geht es wieder zurück. Der Weg führt uns wieder über kleine und große Steine, hohe Stufen, schmale und sehr schmale Stellen, Wurzeln und den Tunneln zurück zum Ausgangspunkt. Geschafft! Ich bin ganz schön erledigt, aber auch stolz auf mich. Wir haben vieles von der traumhaften Natur Madeiras gesehen. Doch nun möchte ich nur noch eins, raus aus den von mir anfangs geliebten Wanderschuhen. Nachdem sich alle versammelt haben und in den Bus eingestiegen sind, geht die Fahrt zurück zu den Hotels. Sitzen! Was für eine Wohltat. Ich freue mich bereits jetzt, auf die von mir sehnsüchtig erwartete, Dusche. Die habe ich auch dringend nötig. Am Hotel angekommen schleichen wir mehr, als das wir gehen, zum Hotel runter. Kaum sind wir im Zimmer, schon sind die Schuhe aus. Herrlich! Wir sind von oben bis unten staubig, aber dennoch setzen wir uns erst einmal, bevor es unter die Dusche geht. Der Schrittzähler im Handy zeigt uns 22.000 Schritte an. Heute haben wir und das Abendessen mehr als verdient. Ab unter die Dusche und dann geht es runter zum Essen.

Auch heute ist das Essen wieder sehr köstlich. Wir beschließen noch runter an die Promenade zu gehen. Wir gehen eine Weile die Promenade entlang und setzen uns auf eine Mauer und sehen auf das Meer hinaus. Es ist so schön auf das Wasser zu sehen, dass Meeresrauschen zu hören und die Gendanken schweifen zu lassen. Wir stehen wieder auf und gehen noch ein ganzes Stück weiter bevor wir wieder umdrehen. Zurück im Hotel setzen wir uns in die Bar und bestellen uns einen Poncha. Das ist ein Nationalgetränk auf Madeira, in dem Honig, Zuckerrohrschnaps, Orangen- und Zitronensaft enthalten ist.

Morgen haben wir den Tag zur freien Verfügung. Vielleicht werden wir den kostenfreien Shuttle-Service nutzen, um nach Funchal zu fahren. Das ist die Hauptstadt von Madeira und 6 Kilometer vom Hotel entfernt.

20. August 2016

Auch diese Nacht war es sehr warm. Durch niesen meines Mannes werde ich wach und schlafe auch nicht mehr so schnell ein. Ich drehe mich hin und her, stehe auf, sehe mir die Bilder auf der Kamera an, lege mich wieder hin, aber es dauert noch eine Weile bevor ich wieder einschlafe.

Noch vor dem Wecker werde ich wieder wach. Die Kopfschmerzen, die ich heute Nacht auch schon hatte, sind auch wieder da. Muskelkater habe ich keinen, so wie ich es gestern vermutet hatte. Ich bleibe noch eine Weile liegen bevor ich ins Bad gehe. Nach einer ausgiebigen Dusche geht es mir deutlich besser.

Wir gehen zum Frühstück. Heute ist es sehr voll. Dieses Mal finden wir keinen Tisch am Fenster. Nach einen opulenten Frühstück gehen wir wieder auf Zimmer. Später werden wir uns erkundigen, ob und wann ein Shuttlebus nach Funchal fährt.

Während ich noch im Glauben bin, dass wir mit den Shuttlebus fahren, ist für meinen Mann schon längst klar, dass wir uns zu Fuß auf die Suche nach einen Supermarkt machen werden. Wir gehen vom Hotel die Straße hoch und erst nach links, die Straße runter. Sonst sind wir, als wir vom Flughafen kamen oder auch gestern von der Wanderung, von rechts gekommen. Wir gehen eine ganze Weile die Straße entlang, bis wir an einer Kurve anhalten. Es ist zu sehen, dass hier wohl nichts mehr kommen wird. So gehen zurück und versuchen unser Glück in die andere Richtung. Auf den Mauern huschen überall kleine Eidechsen entlang. Es ist gar nicht so einfach ein Bild zu machen, aber es gelingt mir. Wir bleiben immer wieder stehen, um Fotos von der wunderschönen Gegend zu machen. Von dem Feuer, welches hier vor Kurzem noch wütete, ist nichts zu sehen. Unterwegs hören die Gehwege immer wieder auf, so dass wir ein Stück auf der Straßen entlang gehen müssen. Ich vermisse die Souvenirläden, die wir von anderen Reisen kennen.cimg1019

Es dauert nicht lange und wir entdecken den ersten Fruchtshop, wo es auch Getränke zu kaufen gibt. Wir gehen weiter und entdecken kurz darauf das erste kleine Shopping-Center.

Wir gehen durch und in den einen oder anderen Laden rein, ohne etwas zu kaufen. Unterwegs haben wir gesehen, dass es Richtung Meer noch andere Einkaufsmöglichkeiten gibt. Wir gehen dem Schild nach. Leider sind hier die Schilder nicht so reichlich wie bei uns aufgestellt. Ich möchte weiter geradeaus, mein Mann weiter Richtung Wasser gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unten am Wasser einen Supermarkt gibt. Wir gehen trotzdem runter. Zur Not gehen wir wieder zurück. Was ich etwas bereue, ist die Wahl meiner Schuhe. Die „Samba-Latschen“, wie ich sie liebevoll nenne, haben eine viel zu dünne Sohle. Jeder Stein ist zu merken. Entgegen meiner Erwartung, befindet sich der Supermarkt doch hier unten am Wasser. Wir gehen rein und packen uns ausreichend Getränke in den Korb. So machen wir uns auf den Rückweg in das Hotel. Schon auf den Hinweg haben wir immer wieder runter gesehen, ob wir möglicherweise auch am Strand zurück zum Hotel kommen. Wenn ich vom Strand schreibe, heißt das hier auf Madeira nicht Sandstrand, sondern Steinstrand. Vereinzelt gibt es schwarzen Sandstrand, aber das meiste sind Steine. Zu meiner Verwunderung liegen viele Menschen mit ihren Handtüchern auf den Steinen und sonnen sich. Wir kommen an eine Badeanstalt vorbei, gehen durch einen Tunnel, der beleuchtet ist und an einer Stelle können wir einen Blick auf das türkisblaue Wasser werfen. Wir gelangen über eine Holzbrücke auf Paletten, die über die Steine gelegt sind. Wir müssen eine Treppe hinunter gehen und danach liegen keine Paletten mehr über die Steine. Wir überlegen, ob wir wie auf den Hinweg, die Straße zurück gehen oder über die Steine laufen. Mein Mann entscheidet, dass wir über die Steine gehen, was nicht in meinen Sinne ist. Widerwillig folge ich ihm. Es sind vielleicht 5 Minuten, die wir über die Steine gehen müssen, aber mit diesen „Samba-Latschen“ sind es sehr lange 5 Minuten. Wir erreichen den „Strand“ vom Hotel, gehen die Treppen zum Pool hoch und müssen nur noch die Steigung bezwingen, dann sind wir wieder im Hotel. Gestern Abend sind wir bereits die diese Steigung zum Hotel hochgegangen, aber so steil habe ich sie nicht in Erinnerung. Das es mir jetzt schwerer fällt, kann auch an den Rucksack liegen, den ich vorhin übernommen habe und dieser mit Getränken vollgepackt ist. Wir bringen die Getränke ins das Zimmer, ruhen uns eine Weile aus und gehen runter zur Snackbar, die sich am Pool befindet. Wir genießen die Aussicht und die Getränke und beobachten die Menschen um uns herum. Einige bestellen sich Burger und Pommes. Bei der Hitze ist das nichts für mich. Wir bleiben noch lange sitzen. Es ist so schön sich um nichts Gedanken machen zu müssen und einfach in den Tag hineinzuleben.

Heute werden wir vor dem Essen duschen gehen, dann ist das schon mal erledigt.

Auch heute werden wir freundlich im Restaurant begrüßt und zu einem Tisch geführt. Die Getränkebestellung wird aufgenommen und anschließend können wir uns am Buffet bedienen. Der Service ist in diesem Hotel ausgezeichnet. Benutztes Geschirr wird sofort abgeräumt und gestern wurde mir sogar Wasser neu eingeschenkt, als mein Glas fast leer war. Alles passiert erst nachdem wir unsere Zustimmung gegeben haben. Sie sind hier sehr aufmerksam, aber nicht aufdringlich. Heute lassen wir den Gang zur Bar aus und verschwinden gleich in unser  Zimmer, da wir morgen früh aufstehen müssen, denn wir werden um 8.10 Uhr zur zweiten Wanderung abgeholt. Dieses Mal ist eine halbtägige Wanderung.

21. August 2016

Diese Nacht habe ich besser geschlafen. Heute haben wir zum frühstücken nicht viel Zeit, da wir zeitig zur Wanderung abgeholt werden. Das bedeutet für uns, dass wir uns schnell frisch machen, zum Frühstück gehen, unsere Sachen holen und zum Treffpunkt gehen. Bei mir wird heute der Kaffee wegfallen, denn Kaffee trinke ich nicht nebenbei. Kaffee ist für mich purer Genuss, der mindestens 30 Minuten dauert.

Nun gut, ganz ohne Kaffee geht es doch nicht. Eine halbe Tasse schaffe ich- für mehr bleibt keine Zeit. Wir ziehen unsere Wanderschuhe im Zimmer an, nehmen unseren Rucksack und gehen zum Treffpunkt. Wir gehen die Steigung hinauf und ich vermute, dass wir wieder warten müssen. Ich beruhige mich mit den Gedanken, dass wir hier im Urlaub sind und für die Südländer Zeit nicht ganz so wichtig ist. Oben angekommen steht an einer Bushaltestelle, unweit von der Hoteleinfahrt, ein großer Bus. Als wir dichter kommen, sehen wir ein ITS-Schild in der Frontscheibe. Der Bus wartet wohl tatsächlich auf uns, was sich bestätigt, als der Tour-Guide unseren Namen vorliest. Wir steigen ein und die Fahrt geht los. Es werden noch einige Hotels angefahren und Gäste steigen hinzu. Nach gut 1,5 Stunden haben wir den Ausgangspunkt für diese Wanderung erreicht. Auch bei dieser Wanderung sind die Wege meistens schmal, so dass alle hintereinander gehen müssen. Auf der Seite, wo es steil bergab geht, befindet sich nur selten ein Geländer. Wobei Geländer zu viel gesagt wäre. Es sind vielmehr gespannte Drahtseile, die auch hin und wieder durchhängen. Im Gegensatz zur ersten Wanderung ist der Weg sehr eben. Uns wird noch einiges über die Levadas, Pflanzen, Tiere, die es hier nahezu nicht gibt und die Lebensweise der Einheimischen erzählt. So sind viel Selbstversorger, die von den Ernten ihrer terrassenartig angelegten Felder leben. Wir erfahren auch, dass Bananen zuerst gerade wachsen und sich erst während des Wachstums biegen, da sie sich dabei der Sonne zuwenden. Diese Wanderung gleich eher einen Spaziergang. Beim gehen höre ich ein nerviges Summen hinter mir und es war kein Insekt. Es ist ein Mädchen und ich frage mich warum sie summt. Ist ihr langweilig? Möchte sie sich beruhigen? Doch wenn sie sich durch das Summen beruhigen muss, warum?! Es gibt überhaupt keinen Grund. Es ist total nervig und es gelingt mir auch nicht dieses Summen zu ignorieren. Wir müssen unbedingt weg von diesem summenden Kind, was wir auch schaffen. Bei der Wanderung halten wir zwischenzeitlich immer wieder an, um Bilder zu machen. Die Schönheit dieser Insel ist nicht mit Worten zu beschreiben. Das muss man selbst gesehen haben, wie grün und Blütenreich sie ist. Gegen 11.30 Uhr haben wir unser Ziel, ein Lokal, erreicht. Heute müssen wir auch nicht zum Ausgangspunkt zurück. Der Bus wartet bereits auf uns. Wir machen wieder eine halbe Stunde Pause bevor wir zurück in die Hotels gefahren werden. Gegen 12.00 Uhr gehen wir zum Bus, steigen ein und nachdem alle wieder sitzen, werden wir zurück in unsere Hotels gebracht.

Wir sind wieder zurück im Hotel. Was wir den restlichen Tag machen werden, entscheiden wir spontan. Morgen haben wir die nächste halbtägige Wanderung und morgen müssen wir uns auch wieder auf den Weg machen, um Getränke zu kaufen. Übermorgen findet unsere letzte Wanderung statt, die wieder eine Ganztagswanderung ist.

Wir sind doch tatsächlich eingeschlafen. Ich denke, dass heute auch nichts mehr passieren wird. Zu weit sind wir von der nächsten Ortschaft entfernt, um dort eben mal schnell hinzugehen. Was soll´s. Wir haben uns heute ausreichend bewegt und konnten zauberhafte Gebiete von Madeira sehen.

Nach einer wohltuenden Dusche gehen wir zum Essen. Den heuteigen Tag beschließen wir an der Bar. Morgen müssen wir wieder früh aufstehen. Dann ist die zweite halbtägige Wanderung, die den schönen Namen „Pride of Madeira“ trägt. Diese Tour soll an den blumengesäumten Levadas und sorgfältig gepflegten Feldern vorbeiführen. Noch einmal sehe ich auf den Atlantik hinaus ehe ich mich schlafen lege.cimg1285

22. August 2016

Auch diese Nacht war wieder sehr warm, was ich aber gerne in Kauf nehme. ZU Hause war vom Sommer noch nicht so viel zu merken.

Ich bin, wie so oft, vor dem Wecker wach. Ich möchte noch gar nicht aufstehen und muss es auch nicht, da mein Mann zuerst ins Bad geht. Als er wieder rauskommt, hält er mich mit etwas Nachdruck dazu an aufzustehen. Ich gehe in das Bad und mache mich fertig. Anschließend gehen wir zum Frühstück. Als wir unten ankommen, stehen wir vor verschlossener Tür. Wir sind ein paar Minuten zu früh. Mit uns stehen noch andere Hotelgäste vor dem Restaurant. Die Tür öffnet sich und alle strömen wie hypnotisiert zu einem Tisch am Fenster, so auch wir. Bei Frühstück auf den Atlantik zu sehen und das Rauschen des Meeres hören zu können, ist einfach traumhaft. Wir müssen uns etwas beeilen, da wir wieder zeitig abgeholt werden. Heute beschränke ich mich beim Essen auf Melone und Orange. Auf mehr habe ich keinen Hunger. Wieder schaffe ich nicht mehr als eine halbe Tasse Kaffee zu trinken.

Die Zeit drängt. Wir gehen noch kurz auf unser Zimmer, um den Rucksack zu holen und machen uns auf den Weg zum Treffpunkt. Ein Kleinbus kommt und wir sehen, dass hinter der Windschutzscheibe ein ITS-Schild liegt. Wir halten unseren Zettel hin, der Busfahrer sieht ihn sich an und gleicht ihn mit seiner Liste ab und meint dann zu uns, dass es nicht unsere Wanderung ist. Dann fährt er runter zum Hotel. Der nächste Kleinbus kommt. Da dort ein anderer Reiseveranstalter auf den Schild steht, kann es nicht unser Bus sein. Zwischenzeitlich kommt der Bus mit dem ITS-Schild nach oben und hält neben uns. Wir werden nach unseren Namen gefragt, der auch auf den Wanderschein steht und es ist doch der Bus, der uns abholen soll. Wir steigen ein und fahren los. Es werden noch Gäste von anderen Hotels abgeholt. Heute auch von einen Hotel, welches höher in den Bergen liegt. Umso höher wir fahren, umso mehr sind die Spuren vom Feuer zu sehen. Der Bus ist voll und wir werden zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren. Als wir ankommen, warten schon andere auf uns. Der Wanderführer stellt sich vor und sagt uns, dass der Kollege, der eigentlich die Wanderung begleiten sollte, krank ist. Er entschuldigt sich, dass er nur wenig deutsch spricht und informiert uns darüber, dass wir noch 15 Minuten auf weiter Gäste warten müssen.

Der Bus kommt und bringt die letzten Teilnehmer für diese Wanderung. Die Wanderung geht los. Kurz darauf bleiben wir wieder stehen. Der Wanderführer entschuldigt sich noch einmal, erzählt noch etwas über die Levadas und wir gehen weiter. Heute hält sich die Sonne hinter den Wolken versteckt. Die Aussicht von hier oben ins Tal ist wundervoll. Wir sehen zahlreiche terrassenförmige angelegte Gärten. Nur die zahlreichen Blumen, welche entlang der Levadas blühen sollen, sind nicht zu sehen- noch nicht. Sicher liegt es daran, dass es viel zu trocken ist. Immer wieder bleibe ich stehen, um Bilder zu machen und die Schönheit der Insel festzuhalten. Der Weg ist sehr schmal und es gibt kein Geländer, doch dass kenne wir bereits. Wir sind schon eine Weile unterwegs und ich gehe ganz hinten, so dass ich ungestört Bilder machen kann. Immer wieder kreuzen Hunde und Katzen unseren Weg. Plötzlich poltert es vor uns. Ein Mann ist gestürzt, aber ich weiß nicht warum. Vielleicht ist er gestolpert. So eine Wanderung ist eben kein Sparziergang, auch wenn ich diese Wanderung so empfinde. Sein Glück ist, dass an der Stelle, wo er gestürzt ist ein Schuppen steht. Sonst hätte es kein Halten gegeben und er wäre den Abhang hinunter gestürzt. Niemand hätte dann noch helfen können. Später werde ich erfahren, dass der Mann eine leichte geistige Behinderung und dadurch Gelichgewichtsprobleme hat. Es ist fraglich, ob unter den Voraussetzungen solch eine Wanderung, ohne Geländer, mitgemacht werden sollte. An einer anderen Stelle verliert er wieder das Gleichgewicht. Dieses Mal Richtung Levada, an dessen Rand er sich festhält. Den Rest der Wanderung können wir ohne weitere Zwischenfälle erfolgreich beenden. Zum Ende sind doch noch Blumen zu sehen. Auch diese Wanderung endet, so wie gestern, an einem kleinen Lokal. Dieses Mal machen wir nur 15 Minuten Pause, bevor wir in die Hotels  zurück gefahren werden. Der Busfahrer fährt sehr zügig die Straßen entlang. Während die anderen Gäste, besonders eine Frau, meckern, bleiben wir total entspannt. Er fährt nicht zum ersten Mal diese Strecke und er wird schon wissen wie schnell er fahren kann. Zurück im Hotel legen wir eine kurze Pause ein. Dann machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt, um Getränke zu kaufen.

Die Sonne hat sich nun auch ihren Weg zwischen den Wolken gebahnt. So kann ich unterwegs noch ein paar Pigmente erhaschen. Wir bekommen die ganze Kraft der Sonne zu spüren. Endlich fühle ich den Sommer und die Wärme, die zu Hause fehlt. Zu Hause soll es, laut Wetterbricht, unterdessen auch sehr warm sein. Dennoch fühlt es sich ganz anders an, da jeweils ein anderes Klima herrscht.

Heute stören mich die Steine unter den Füßen nicht, da ich die Schuhe von der Wanderung angelassen habe. Der Weg, der über den Steinstrand zum Supermarkt führt ist wesentlich kürzer und wir erreichen schnell den Supermarkt. Wir packen uns Getränke in den Korb, bezahlen und machen uns wieder auf den Rückweg. Wir erreichen das Hotel und machen an der Snackbar einen Zwischenstopp. In ein paar Stunden gibt es wieder Abendessen. Ich werde mich beim Abendessen, so wie beim Frühstück auch schon, zurückhalten. Langsam wird mir das zu viel mit den ganzen Essen, trotz der täglichen ausreichenden Bewegung.

Es fällt mir schwer mich beim Essen zurückzuhalten, weil es einfach großartig schmeckt, besonders der Fisch. Heute haben wir auch das große Glück einen Platz am Fenster zu bekommen. Bei der grandiosen Aussicht schmeckt es nochmal so gut. Wir lassen uns Zeit, genießen das Essen und die Aussicht.

Morgen erwartet uns die letzte Wanderung, die eine Ganztagswanderung sein wird. Sie wird uns durch den Naturpark, den Urwald, am Risco-Wasserfall vorbei bis zu den 25 Quellen führen.

23. August 2016

Nach einen fulminanten Frühstück, haben wir noch etwas Zeit bevor die letzte Wanderung startet. Der Rucksack ist bereits gepackt. Wir müssen nur noch die Wanderschuhe anziehen und zum Treffpunkt gehen.

Auf den Weg zum Treffpunkt, kommt uns der Bus schon entgegen. Der Bus ist bereits sehr voll. Diese Wanderung wird von dem Wanderführer begleitet, der bei der zweiten Wanderung dabei war. Nachdem wir losgefahren sind, werden wir begrüßt. Wir erfahren, dass wir 50 Minuten fahren werden bis wir den Ausgangspunkt der Wanderung erreichen. So haben wir Gelegenheit uns noch mehr von dieser wunderschönen Insel anzusehen. Wir kommen dieses Mal auch an Gebieten der Insel vorbei, die vom Feuer niedergebrannt wurden.

Als wir den Startpunk erreichen, offenbar sich uns eine gänzlich grüne Landschaft. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön. Die Wanderung wird 4 Stunden dauern und am Ende werden wir 12 Kilometer gegangen sein. Die erste Zeit geht es nur bergab. Der Weg ist breiter als bei den anderen Wanderungen, doch es gibt wieder viele Wurzeln, kleine und große Steine und Unebenheiten zu überwinden. Die Wanderschuhe anzuziehen war eine gute Entscheidung. Bei den Halbtagswanderungen war es nicht so wichtig, da diese meist einen ebenen Weg hatten.

Das erste Ziel ist der Risco-Wasserfall. Der Weg wird schmaler, so dass wir hintereinander gehen müssen. Wir gehen Treppen hinunter, die so aussehen, als wären sie von der Natur gemacht und schon immer da gewesen. Diese Wanderung wird ebenfalls von einer Levada begleitet.cimg1198

Am Wasserfall angekommen, haben wir Gelegenheit Bilder zu machen. Dann gehen wir wieder ein Stück zurück. An einer Weggabelung gehen wir nun in Richtung der 25 Quellen. Der Weg dorthin ist sehr schmal- kaum breiter als zwei nebeneinander stehende Füße. Auf der einen Seite befindet sich die Levada, Wald und Felsen und auf der anderen Seite befindet sich der Abgrund. Geländer gibt es nur selten. Immer wieder kommen uns Leute entgegen. Das aneinander vorbeikommen gestaltet sich schwierig.

Der Weg zu den 25 Quellen hat sich mehr als gelohnt. Das ist einer der schönsten Orte auf der Insel. Alles ist grün, überall fließt Wasser die Bergen hinunter und die Landschaft ist wunderschön. Wir verweilen einige Zeit und machen uns dann wieder auf den Rückweg.

Es kommen uns noch mehr einzelne Personen und auch Gruppen entgegen, was das Vorankommen erschwert. Ich weiß, dass Madeira von Wandertourismus lebt. Jedoch ist es problematisch, bei den Menschenmassen, dieses zauberhafte Gebiet der Insel zu genießen. Viel zu sehr sind wir damit beschäftigt, an die uns entgegenkommenden Menschenmassen vorbeizukommen.

Wir erreichen den letzten Höhepunkt dieser Wanderung, einen 800 Meter langen Tunnel. Dieser wurde ebenfalls per Hand durch den Felsen geschlagen. Um den Tunnel zu durchlaufen, benötigen wir die Taschenlampen, die wir anfangs bekommen hatten. Im Tunnel ist es stockdunkel, frisch und nass. Die Taschenlampen spenden nur wenig Licht, aber dennoch erreichen wir unfallfrei das Ende vom Tunnel. Wir haben einen verbrannten Geruch in der Nase. Was wir zu sehen bekommen, entbehrt sich jeder Vorstellung. Alles um uns herum ist schwarz- verbrannt von dem Feuer von vor zwei Wochen. Der Geruch ist sehr unangenehm. Es wird wohl einige Zeit dauern bis hier nichts mehr vom Feuer zu sehen ist. Kurz bevor wir das Ziel erreichen, werden wir gefragt, ob wir noch in einen Restaurant einkehren möchten. Die meisten stimmen dem Vorschlag zu. Ehe wir losfahren, fragt der Tourguide wer Fladenbrot mit Knoblauch und/oder einen Ponchas möchte. Er möchte das Essen und Trinken von unterwegs telefonisch bestellen, so dass alles schon fertig ist, wenn wir ankommen.

Nach einer halben Stunde Aufenthalt im Lokal, geht es wieder zurück in die Hotels. Ich freue mich schon auf die Dusche. Durch die Feuchtigkeit in der Höhle und der aufgewirbelten Asche sind meine Beine ganz schwarz. Unser Hotel wird als erstes angefahren. Meiner sehnsüchtig erwarteten Dusche steht nichts mehr im Weg. Doch zuvor werfen wir einen Blick in den Rückreise-Ordner. Wir werden Donnerstag um 13.55 Uhr zum Flughafen gefahren. Mit diesen Wissen und den schönen Eindrücken von der Wanderung gehe ich duschen. Der restliche Tag dient zur Erholung und ich werde Gesehenes Revue passieren lassen.cimg1012

Wir gehen zum Abendessen runter in das Panorama-Restaurant und werden, so wie jeden Abend, zu einen Tisch geführt. Dieses Mal brauchen wir keine Getränkebestellung aufgeben. Der Kellner hat sich in der Zwischenzeit gemerkt was wir trinken.

Gut gesättigt machen wir uns auf den Weg in die Bar. Ich trinke nun den Kaffee, welchen ich heute früh nicht getrunken habe und lasse mir ausreichend Zeit dabei. Beim Blick aus dem Fenster entdecken wir ein Brautpaar, welches am Strand Bilder machen lässt. Sie stehen teilweise sehr nah am Wasser und das Kleid wird immer wieder vom Wasser umspült. Ich vermutet, dass die Hochzeit und die Feier bereits Tage zuvor stattgefunden hat und heute nur Bilder gemacht werden. Unsere Gläser haben wir geleert, wir zahlen und verschwinden im Zimmer. Für morgen ist noch nichts geplant. Die Wanderungen sind nun alle vorbei und wir haben unbezahlbare und bezaubernde Eindrücke mitgenommen.

24. August 2016

Heute können wir uns beim Frühstück Zeit lassen und das mache ich auch. Allein schon, um das rege Treiben zu beobachten. Da gibt es die unsicheren Menschen, die nicht wissen, wie sie den Kaffeeautomat bedienen sollen. An und für sich ist die Bedienung sehr einfach. Es gibt Kaffee, Kaffee mit Milch, Cappuccino, heiße Schokolade, heiße Schokolade mit Milch,  heißes Wasser und heiße Milch. Es muss sich nur entschieden und dann gedrückt werden. Für einige eine große Herausforderung, was mich schmunzeln lässt. Zwei Frauen stehen ratlos davor. Eine Kellnerin kommt hinzu und hilft bei der Bedienhung des Automaten. Dann gibt es die Unentschlossenen, die um das Frühstücksbuffet kreisen und nicht wissen was sie nehmen wollen. Gefolgt von den verplanten, die orientierungslos umherirren und nicht mehr wissen wo ihr Tisch ist. Es folgen die Selbstdarsteller, die mit ihren Auftreten viel Raum in Anspruch nehmen und mit allem was sie machen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen. Zum Schluss  kommen die Personen, die alles, nur nicht auffallen wollen und versuchen überall unbemerkt vorbei zu kommen. So viele unterschiedliche Menschen zu beobachten ist für mich sehr spannend. Heute habe ich auch die Zeit den Kaffee in vollen Zügen zu genießen.cimg1257

Heute ist es für uns der letzte Tag auf dieser traumhaften Insel. Wir werden noch einmal Richtung Stadt gehen. Ohne ein bestimmtes Ziel zu haben, gehen wir los. Wir gehen über den Steinstrand, immer weiter der Promenade entlang, machen das ein oder andere Bild und genießen die Sonne auf unserer Haut. Wie weit und wohin uns der Weg führt, wissen wir nicht.

Wir setzen uns auf einer Bank, die im Schatten steht. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein Freibad. Wir sitzen einige Zeit auf der Bank und gehen dann durch die Stadt zurück zum Hotel. Dabei kommen wir noch an einigen Souvenirläden vorbei, welche im Gegensatz zu anderen Urlaubsgebieten eher selten sind. Es muss auch nicht sein, dass an jeder Ecke ein solcher Laden ist. Meist gibt es ohnehin überall das Gleiche. Wir gehen rein, kaufen aber nichts, da nichts dabei ist, was uns anspricht. Immer wieder mache ich Bilder, insbesondere von Blumen. Madeira wird seinen Beinamen – Blumeninsel – mehr als gerecht. Die Bilder lassen die Schönheit dieser Insel auch nur erahnen.

Am Hotel angekommen, gehen wir an die Poolbar. Der Caipirinha Maracuja schmeckt sehr gut und die Wirkung lässt in Verbindung mit der Wärme nicht lange auf sich warten. Da ich noch etwas vom Tag haben möchte, belasse ich es bei einem Cocktail.

Für den heutigen Tag haben wir uns genug bewegt und lassen aus diesem Grund einfach nur noch die Seele baumeln. Nur die Koffer müssen wir noch packen. Morgen fliegen wir wieder nach Hause.

Die Koffer sind gepackt, wir haben uns frisch gemacht und gehen zum letzten Mal zum  Abendessen ins Restaurant. Auch heute brauchen wir nicht mehr sagen was wir trinken möchten, da uns der Kellner von gestern Abend zum Tisch geleitet. Nach dem Essen möchte ich noch einmal runter an das Meer. Ich habe ein bestimmtes Bild im Kopf, welches ich unbedingt mit der Kamera festhalten möchte. Hinterher beenden wir den letzten Tag auf der Insel an der Bar. Der Caipirinha Maracuja hatte mir heute Nachmittag so gut geschmeckt, dass ich jetzt auch wieder einen haben möchte. Beim Blick auf der Cocktailkarte muss ich aber feststellen, dass genau dieser Cocktail hier nicht auf der Karte steht. Der Barkeeper kommt und mein Mann fragt, ob er einen Caipirinha Maracuja macht, was anfangs spontan verneint wird. Doch dann meint er zu uns, dass er ausnahmsweise einen macht, was mich freut. Als er uns die Getränke bringt, sagt er noch einmal zu uns, dass es heute eine Ausnahme ist. Morgen, wenn sein Kollege an der Bar arbeitet, werden wir keinen bekommen. Ich sage zu ihm, dass es unser letzter Abend ist und wir morgen wieder nach Hause fliegen. Ich bedanke mich und lasse mir den Caipirinha Maracuja schmecken. Wir haben ausgetrunken, bezahlen und wollen auf Zimmer gehen. Mein Mann fragt mich, ob ich die Zimmerkarte habe, was ich mit einen nein beantworte, da ich weiß, dass er sie eingesteckt hat. Er beginnt in seinen Taschen zu wühlen und sagt, dass er sie nicht hat. Zu dem Zeitpunkt stehen wir vor der Rezeption. Er geht weiter und ich bin mir sicher, dass er die Zimmerkarte gleich rausholt. Den gleichen Gedanken hat er auch von mir.  Allmählich begreifen wir, dass keiner von uns Spaß macht. Dann meint er zu mir, dass die Karte entweder beim bezahlen in der Bar rausgefallen ist oder als wir am Wasser waren und er die Kamera aus seiner Hosentasche geholt hat. Das wird teuer, wenn wir die Karte nicht finden. Wir gehen zurück in Richtung der Bar und ich gehe zu dem Platz, an dem wir gesessen hatten. Dort steckt die Zimmerkarte seitlich im Sessel. Glück gehabt. Hätten wir sie unten am Wasser verloren, hätten wir dcimg1294eutlich mehr Probleme beim wiederfinden gehabt. Erleichtert verschwinden wir im Zimmer. Es ist wieder sehr warm, was das Einschlafen merklich erschwert. Ich kann noch nicht lange geschlafen haben, als ich von lauter Musik geweckt werde. Noch mit geschlossenen Augen frage ich wo der Krach herkommt. Ich bekomme zur Antwort, dass die Musik vom „Party-Schiff“ kommt, welches vorhin schon vorbei gefahren ist. Ich stehe auf, gehe zum Fenster und sehe ein bunt beleuchtetes Schiff, welches offensichtlich eine Pause macht, was daran zu erkennen ist, da es sich nicht bewegt. Das ist der Moment, in dem ich mir wünsche, dieses Schiff versinken zu können. Wir schließen das Fenster und ich lege mich wieder hin, in der Hoffnung bald wieder zu schlafen.

25. August 2016

Heute fliegen wir wieder nach Hause. So schön es auf Madeira auch ist, freue mich auch bald wieder zu Hause zu sein.  Zu Hause ist eben da, wo man gerne hin zurückkehrt. Wir machen uns fertig und gehen zum Frühstück. Was mich jetzt schon beunruhigt, ist die Tatsache, dass wir heute die meiste Zeit mit warten verbringen werden. Das Flugzeug, mit dem wir wieder nach Berlin fliegen, hebt erst um 17 Uhr von Madeira ab. Bis 12 Uhr müssen wir das Zimmer geräumt haben. Wenn ich diese Gegebenheit positiv betrachte, ist 12 Uhr schon spät. In den meisten Hotels muss das Zimmer bis 9 Uhr, spätesten 10 Uhr geräumt sein. Nach dem Frühstück beginnt auch schon das Warten. Die Koffer sind bereits gepackt- es gibt nichts mehr zu machen.

Kurz vor 12 Uhr gehen wir zur Rezeption und checken aus. Außer uns fliegen noch mehr Hotelgäste wieder nach Hause. Dementsprechend voll ist das Foyer. Geduldiges warten ist jedes Mal eine große Herausforderung für mich. Doch was anderes bleibt uns nicht übrig. Wir rechnen zusammen, wie viel wir die letzten Tage gelaufen sind. Laut Schrittzähler im Handy haben wir die letzten Tage 74,69 Kilometer zurückgelegt. Dafür war uns es aber möglich traumhaft schöne Orte zu sehen.

Ein Shuttlebus fährt vor, welcher für uns ist. Wir verstauen unser Gepäck, steigen ein und fahren los. Es werden noch andere Hotels angefahren, um weiter Gäste zum Flughafen mitzunehmen. Dort angekommen, bringen wir als erstes unsere Koffer weg. So sind wir dieses schon einmal los. Weiter geht es zur Sicherheitskontrolle und ich bin mir fast sicher, dass es auch dieses Mal nicht piepen wird. Es piept auch nicht. Als ich meine Tasche und meinen Gürtel aus der Box nehmen möchte, werde ich aufgefordert, alles in der Box zu belassen. Am Ende vom Laufband soll ich meine Tasche öffnen. Als ich den Papierstreifen sehe, mit dem die Frau durch meine Tasche wischt, weiß ich, dass wieder eine Sprengstoffkontrolle gemacht wird. Der Test fällt negativ aus. Ich kann meine Sachen nehmen und wir betreten die Welt der „Duty-free“ Shops. Wir gehen überall durch und landen bei Pizza-Hut. Hier essen wir eine Kleinigkeit. Dabei sehen wir an einer Infotafel, dass wir 20 Minuten später losfliegen werden. Als wir nach draußen gehen, um das Geschehen auf den Flugplatz zu beobachten, merken wir, dass es etwas nieselt. Aus dem Nieselregen wird starker Regen. Es freut mich für Madeira, da Regen dringend benötigt wird. Wir gehen wieder in das Flughafengebäude. Auf der Informationstafel ist zu erkennen, dass wir zum Gate 7 müssen, wohin wir uns zielstrebig bewegen. Es folgen verschiedene Durchsagen. Wir müssen uns in zwei Gruppen aufteilen, in Gruppe BC und Gruppe AD. Warum weiß ich nicht. Wir sind Gruppe D und müssen warten bis das Bording beginnt. Das Bording gerät ins stocken und endet in einen vorübergehenden Stillstand. Es gibt keinen erkennbaren Grund. Es geht langsam weiter und bald darauf geht es zügig voran. Schnellen Schrittes gehen wir durch den Regen zum Flugzeug.img_7431

Die Plätze sind eingenommen und es beginnen die üblichen An- und Durchsagen. Das Flugzeug rollt Richtung Startbahn und wir heben ab. Trotz des verspäteten Abflugs, werden wir laut der Durchsage vom Piloten pünktlich in Berlin landen. Dann müssen wir nur noch unsere Koffer bekommen und können uns dann auf den Weg zum Ibis Hotel am Berliner Hauptbahnhof machen.

Wie angekündigt laden wir pünktlich um 22.25 Uhr. Das ist sogar 5 Minuten früher als geplant. Wir stehen am Band und warten auf unsere Koffer. Mit diesen machen wir uns auf den Weg zum Hotel. Hier müssen wir noch eine Nach schlafen, da keine Züge mehr bis nach Hause fahren.

Mit vielen wunderbaren Erinnerungen sind wir wohlbehalten zurück. Mal sehen wohin die nächste Reise hingeht.


Köln 2015

11. August 2015CIMG05

Und wieder ist es soweit, wir verreisen. Dieses Mal fliegen wir nicht in den Süden, der Sonne hinterher, sondern wir bleiben in Deutschland. Auch das Auto bleibt stehen, da dieses Mal unsere Wahl auf den Zug gefallen ist. Für solch eine relativ lange Strecke scheint es uns das Beste zu sein. Wir haben auch keine Lust auf Baustellen, Staus und unfähige Autofahrer.

Berlin, Hamburg, Rostock u.s.w. haben wir bereits gesehen. Nun soll es in den „goldenen“ Westen gehen, nach Köln. Es gibt keinen speziellen Grund. Wir wollen einfach mal woanders hin, in eine größeren Stadt, in der wir noch nicht waren. Gut, eigentlich gibt es doch einen Grund, die Hohenzollernbrücke. Diese Brücke ist ein berühmtes Wahrzeichen von Köln, an dem unzählig viele Liebesschlösse befestigt sind. Auch wir möchten dort ein Schloss anbringen. Bevor wir nach Köln gefahren sind, wurde mir gesagt, dass das Anbringen von Schlössern nicht mehr erlaubt ist. Das habe ich selbstverständlich erst einmal recherchiert. Dabei habe ich herausgefunden, dass es zwar geplant war, aber dann doch nicht umgesetzt wurde, da diese Brücke Köln neben dem Dom mit ausmacht. Lediglich zu große Schlösser wurden entfernt. Davon ab, hat Köln noch viel mehr zu bieten.

Doch fange ich den Tag von vorne an. Ich war wieder einmal lange vor dem Wecker wach. Meine Gedanken drehten sich um die Dinge, welche noch vor Abfahrt erledigt werden sollten. Wie passend, dass ich bereits wach bin. So habe ich für alles genügend Zeit. Ich klettere aus dem Bett. Den ersten Gedanken, mir einen Kaffee zu machen, verwerfe ich wieder. Als erstes räume ich die Spülmaschine aus und gehe anschließend duschen. Derweilen läuft der Kaffee durch. Es ist noch genügend Zeit, was mir sehr gefällt, da ich Hektik nicht ausstehen kann. Allerdings neige ich im Allgemeinen dazu, dass ich dann irgendwann anfange zu trödeln. Heute ist es aber nicht an dem. Die Zeit habe ich trotzdem im Blick. Wir gehen rechtzeitig Richtung Bahnhof. Wir kommen am Bahnhof an und der Zug steht bereits, es ist aber noch genügend Zeit. Innerlich hoffe ich, dass kein Zug Verspätung hat und wir dadurch einen Anschlusszug verpassen. Das wäre eine mittlere Katastrophe, da wir ein Zugticket zum Sparpreis gekauft haben und selbiges ist an bestimmten Zügen gebunden. Zum Glück müssen wir nur zweimal umsteigen. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, einen Zug zu verpassen, eher gering. Wir fahren los. Das erste und auch das zweite Umsteigen verläuft ohne dass wir in zeitliche Probleme geraten. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen mit dem Zug fahren. Um wenigstens 18,- € zu sparen, habe ich auf eine Sitzplatzreservierung verzichtet. Doch genaugenommen wären die 18,- € mehr, bei 310,- €, die ich bezahlen musste, auch nicht weiter ins Gewicht gefallen.

In Berlin/Spandau haben wir 40 Minuten Aufenthalt, bevor es mit dem ICE bis nach Köln weitergeht. Wir nutzen die Zeit, um etwas zu essen und zu trinken. Danach haben wir uns und noch Zeitschriften gekauft und sind dann zum Bahnsteig. Auch hier stehen viele Leute. Als wir auf die Anzeige blicken, stellen wir fest, dass der Zug unterwegs geteilt wird. Auf dem Ticket erkennen wir, dass wir in den hinteren Teil des Zuges einsteigen müssen, was wir auch machen, als der Zug anhält. Wir setzten uns in einem vierer Abteil mit Tisch und ich freue mich über den Platz, den wir haben. Doch die Freude hält nicht lange an. Zwei Mädchen stehen vor uns und sehen uns mit großen Augen an. Von hinten hören wir eine Frauenstimme, die uns darauf hinweist, dass sie die Plätze reserviert hat. Wir stehen wieder auf, nehmen unseren Koffer und suche uns neue Plätze, die wir schnell finden, nur dieses Mal ohne Tisch. Der Zug setzt sich in Bewegung und eigentlich könnte ich mich entspannt zurücklehnen, aber nur eigentlich. Uns bleiben zwar Stau und unfähige Autofahrer erspart, aber rücksichtslose Mitreisende leider nicht. Überall wird sich, in meinen Ohren, laut unterhalten, was ich nicht ausblenden kann. Das führt dazu, dass es mir schwer fällt mein Buch zu lesen. Ich packe es irgendwann, leicht genervt, wieder ein. Am meisten nervt mich der kleine Junge, welcher vor uns sitzt und gekonnt seine Mutter tyrannisiert. Unterwegs gibt es technische Schwierigkeiten, die eine Verspätung zur Folge haben. Das ist aber nicht weiter dramatisch, da wir nicht mehr umsteigen müssen.

Nun dauert es noch eine Stunde bis wir Köln erreichen und genauso lange muss ich diesen Terrorkrümel ertragen. Wir erreichen den Kölner Bahnhof. Da ich weiß, dass sich das Hotel unweit vom Kölner Dom befindet, sage ich sofort, als wir die Treppen runter gehen, dass wir nach rechts müssen, da es dort in Richtung Dom geht. Wir sehen kurz auf das Handy und marschieren, etwas orientierungslos, in eine Richtung. Beim nächsten Blick auf dem Handy, stelle ich fest, dass die Straßennamen auf dem Handy nicht mit den Straßenschildern übereinstimmen. Glücklicherweise steht unweit von uns ein Stadtplan. Mit dessen Hilfe finden wir die richtige Richtung. Wir erreichen das Hotel. Der Empfang ist freundlich, das Einchecken geht schnell und schon befinden wir uns im Fahrstuhl, der uns in die 5. Etage bringt. Ich freue mich, dass wir ganz oben ein Zimmer haben. Von hier oben muss die Aussicht einfach traumhaft sein! Das ZimmerCIMG09 sieht genauso aus, wie ich es im Internet gesehen habe. Beim Blick aus dem Fenster hält sich meine Freunde über die Aussicht in Grenzen. Auch wenn wir uns in der 5. Etage befinden, sehen wir kaum mehr, als einen Hinterhof. Von der Stadt ist, von hier oben, nicht großartig was zu sehen. Nun gut, wir wollen auch Köln „erobern“ und nicht den ganzen Tag aus dem Fenster sehen. Wie heißt es so schön?! Man kann eben nicht alles haben. Solange es sich auf die Aussicht begrenzt, geht es. Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Köln ist ähnlich wie Berlin. Groß, viele Leute, viele Autos, viele Baustellen und dreckig. Nur der für Berlin typische Gestank fehlt. Den Dreck habe ich auch nur erwähnt, da zu meiner Kindheit oft vom „goldenen Westen“ gesprochen wurde. Das kann aber nicht sein, dann wäre es hier sauber. So habe ich mir zumindest damals immer den „goldenen Westen“ vorgestellt. Wir kommen an Dom an und so direkt davorstehend, ist es ein beeindruckendes Bauwerk. Ich fühle mich fast erschlagen. Viele Menschen tummeln sich am Rhein und in der Stadt. Nachdem wir viel umher gelaufen sind, ein Eis gegessen und einige Bilder gemacht haben, beschließen wir etwas zu essen. Ich habe Lust auf Chinesisch. Wie es der glückliche Zufall möchte, befindet sich in der Nähe des Hotels ein chinesisches Restaurant. Hier ist es nicht sehr voll. Wir gehen rein und nehmen Platz. Es dauert etwas bevor die Bestellung aufgenommen wird, aber umso schneller wird das Essen serviert. Schon beim Anblick der Vorspeise, wir haben uns Frühlingsrollen bestellt, schlägt die Freude in Enttäuschung um. Sie sehen schon sehr kross aus und das sind sie auch. Solche Frühlingsrollen hatten wir noch nicht. Sie sind auch viel zu salzig. Im Gegenzug ist der gebratene Reis mit Hühnerfleisch sehr sparsam gewürzt und der Reis ist auch sehr zerkocht und erinnert in seiner Konsistenz schon fast an ein Risotto. Wir zahlen, ohne Trinkgeld zu geben, und gehen zurück in das Hotel. Nachdem ich mich kurz ausgeruht habe, werde ich nun erst einmal duschen gehen. Darauf habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Beim Aufstehen falle ich aus dem Bett und fast gegen den Schrank. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass das Bett höher ist- ein Boxspringbett. Kurz vor dem Schrank bin ich zum Stehen gekommen. Auf den Schreck werde ich ausgiebig duschen. Morgen gehen wir in den Kölner Zoo und werden weiter die Kölner Altstadt entdecken.

 

12. August 2015

Guten Morgen Köln. Wir haben sehr gut geschlafen. Auch die Tatsache, dass es nur eine große Bettdecke gibt, ist kein Problem. Gestern hatten wir noch überlegt, wer wohl heute ohne Decke aufwachen wird. Wir machen uns fertig und gehen zum Frühstück. Ich liebe die reichhaltige Auswahl beim Frühstück im Hotel, welche es zu Hause nicht gibt. Zugegeben, es ist nicht in jedem Hotel so, aber in diesen schon. Auch das wir uns um nichts kümmern müssen, ist ein großer Vorteil im Hotel. Nach einem reichhaltigen Frühstück begeben wir uns auf dem Weg zum Kölner Zoo. Das Wetter ist noch nicht so schön. Es ist bedeckt und die Sonne lässt sich nur selten blicken. Unterwegs kommt die Sonne immer öfter und länger zum Vorschein. Bis zum Zoo sind es knapp 2 km. Wir gehen am Rheinufer entlang. Köln, die Bewohner und andere Touristen sind schon längst wach und alles ist in Bewegung. Wir lassen uns von den teils hektischen Treiben nicht beirren und schlendern gemütlich die Straßen entlang. Am Zoo angekommen, kaufen wir uns Eintrittskarten und gehen rein. Direkt hinter dem Eingang wird uns angeboten ein Foto von uns machen zu lassen, was wir jedoch ablehneCIMG030n. Der Zoo ist unglaublich groß. In den ersten Gehegen, die wir erreichen, scheinen die Tier noch zu schlafen- kein Tier ist zu sehen. Das nenne ich gemeinschaftliche Arbeitsverweigerung. Wir gehen von Gehege zu Gehege und machen viele Bilder. Manchmal ist es schwierig ein Bild zu machen, da einige Tiere nur ihren Hintern zeigen. Vielleicht ist es eine Art Protest. Zwischendurch machen wir gelegentlich eine Pause. Es hat den Anschein, als würde es kein Ende nehmen. Nach gut 3 Stunden erreichen wir den Ausgang. Hier befindet sich ein Restaurant. Wir holen uns etwas zu trinken und verweilen etwas. Dann machen wir uns noch einmal auf dem Weg zum Gehege von dem Geparden, der vorhin noch nicht draußen war, um ein Foto zu machen, welches wir unbedingt haben möchten. Nachdem das gemacht wurde, gehen wir zum Ausgang und rüber in das Aquarium. Dafür sind die Eintrittskarten ebenfalls gültig. Hier ist es sehr warm und das Atmen fällt schwer. Nichts des so trotz sehen wir uns die Fische, Reptilien und Insekten an.

Der nächste Weg führt uns über die Zoobrücke zum gegenüberliegenden Rheinufer. Wir gehen durch einen sehr schön angelegten Park zum Rhein. Auf der Seite vom Rhein sind wesentlich weniger Menschen unterwegs und es ist dementsprechend viel ruhiger. An einer Stelle wird in Ufernähe offensichtlich für Filmaufnahmen gedreht. Gerade muss aber eine Drehpause sein, da die Crew auf der Wiese verteilt sitzt bzw. liegt. Wir gehen am Ufer entlang und nun ist es auch möglich den Dom im Ganzen zu fotografieren. Eigentlich war unser Plan an einen von dem vielen Beaches etwas zu essen, doch diese sind alle geschlossen. Also gehen wir weiter bis zur Hohenzollernbrücke. Diese überqueren wir, um wieder in die Altstadt zu gelangen. Dabei gehen wir an unzählige Liebesschlösser vorbei und morgen werden wir hier auch eins anbringen. Wir wollen endlich eine Kleinigkeit essen und setzen uns bei einem Italiener hin. Von hier aus haben wir einen direkten Blick auf den Rhein. Alle umliegenden Restaurants sind gut besucht. Wir beobachten die Menschen um uns herum. Hinter uns beginnt jemand auf einer Flöte zu spielen. Es dauert nicht lange und ein Stück vor uns beginnt jemand auf seiner Gitarre zu spielen. Akustisch passt beides überhaupt nicht zusammen. Der Mann, der auf der Flöte spielt, hört auf, um kurz darauf wieder anzufangen. Die Kombination ist belastend für unsere Ohren. Als wir etwas getrunken und gegessen haben, machen wir uns wieder auf den Weg zum Hotel. Heute Abend wollen wir zu einem Mexikaner, der sich auch in der Nähe unseres HCIMG015otels befindet.

Beim Mexikaner sitzen wesentlich mehr Menschen, als gestern beim Chinesen nebenan. Die Musik verbreitet gute Laune und wir werden freundlich begrüßt. Die Karte ist sehr groß und es fällt uns schwer uns zu entscheiden. Der Kellner kommt und fragt, ob wir uns entschieden haben und ob er uns helfen soll. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und bestellen erst einmal die Getränke. Die Entscheidung, was wir essen wollen, fällt uns schwer, aber letztendlich ist auch diese getroffen. Wir bestellen und als das Essen kommt sieht es schon sehr köstlich aus. Nach dem ersten Bissen, weiß ich, dass es nicht nur so aussieht, sondern es auch ist. Wir fühlen uns hier sehr wohl, was wir gestern beim Chinesen nicht behaupten konnten. Zwischendurch werden wir gefragt, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist. Es gibt nichts zu beanstanden. Nach dem Essen bestellen wir uns Cocktails. Gerade ist auch „Happy hour“ und jeder Cocktail kostet 5,- €. Wir haben viel Spaß und sind ausgelassen und werden auch nicht schief angesehen, als wir lauter lachen. Nach dem zweiten Cocktail zahlen wir und gehen zurück in unser Hotel. Die Cocktails verfehlen ihre Wirkung nicht. Bei mir sind die „Lichter an“. Wir beschließen, dass wir morgen wieder zum Mexikaner gehen werden.

 

13. August 2015

Vorsichtshalber hatte ich mir gestern einen Wecker gestellt. Dennoch bin ich, wie so oft, lange vor dem Wecker wach. Ich warte noch bis der Wecker klingelt und stehe dann auf. Auch heute Morgen dusche ich wieder ausgiebig. Nachdem wir uns fertig gemacht haben, fahren wir mit dem Fahrstuhl runter, um zu frühstücken. Die Auswahl ist auch heute sehr reichlich. Wir nehmen uns Brötchen und gehen zielstrebig zu den Wurst- und Käseplatten. Vor uns steht eine Frau, welche sichtlich Probleme hat ihr Essen zum Platz zu tragen. Man könnte glauben, dass es in den nächsten Minuten nichts mehr zu essen gibt, so voll war zumindest ihr Teller. Eine Lösung wäre ein größerer Teller gewesen, eine Andere zweimal zu gehen. Die Frau hat es nun geschafft alles auf ihren viel zu kleinen Teller zu stapeln. Sie dreht sich um und sieht völlig genervt aus. Selber schuld, denke ich und trete an den Tisch heran auf dem die Wurst- und Käseplatten stehen. Wir nehmen einen Tisch im hinteren Teil des Raumes. Der Raum, in dem wir frühstücken, ist gemütlich eingerichtet und erinnert an einem Wohnzimmer. Ein Regal dient als Raumteiler, was für noch mehr Gemütlichkeit sorgt. Im hinteren Teil des Raumes stehen auch keine Stühle sondern Sessel. Diese sind zum Essen etwas zu tief, aber sehr bequem. Wir lassen uns Zeit und genießen das Frühstück. Als wir fertig sind gehen wir auf unser Zimmer, holen unsere Sachen und gehen auf direkten Wege in die Altstadt. Heute steht shoppen auf den Plan. Es sind bereits 23 °C und es sollen noch 33 °C werden. Da ist es sinnvoll, dass wir uns in der Stadt aufhalten. Wir machen uns auf den Weg. Wir kommen am Dom vorbei, gehen durch Straßen und Gassen Ziel ist die Schildergasse. Laut Reiseführer, den wir mit der Bestätigung der Hotelreservierung bekommen haben, ist es die „Shoopingmeile“ in Köln. Wir laufen kreuz und quer- irgendwie immer um die Schildergasse herum. Ich selber habe nur ein mäßiges Talent Straßenkarten zu lesen. Mein Mann ist darin wesentlich besser, nur heute nicht. Langsam macht sich der Kaffee bemerkbar und wir bewegen uns in Richtung C&A, da es in größeren Kaufhäusern bekanntlich auch Toiletten gibt. So auch hier. Diese befinden sich im 5. Stock. Mit der Rolltreppe gelangen wir bis ganz nach oben. Nun kann es mit dem shoppen losgehen und wenn wir schon mal im C&A sind, fangen wir hier auch gleich an. Unser Weg führt uns durch verschiedene Geschäfte. Zwischendurch setzen wir uns in einen Café, welches sich direkt der Fußgängerzone befindet. Unweit von uns afrikanische Musik gespielt. Anfangs ist es ganz angenehm, der Musik zuzuhören, doch mit der Zeit wird es unerträglich, da sie gefühlt immer lauter wird. Wir trinken aus, bezahlen und gehen weiter. Es ist nun an der Zeit unser Vorhaben Liebsschloß umzusetzen. Es dauert auch gar nicht lange bis wir einen Schlüsseldienst finden. Hier können wir Liebesschlösser, inklusive Gravur, käuflich erwerben. Das Schloss soll mit Gravur 32,- € kosten. Bei aller Liebe, aber das ist uns zu teuer. Der Verkäufer gibt uns einen Tipp, dass es bei der Touristeninformation oder in Souvenirläden auch Schlösser gibt, die günstiger sind, aber mit einen Eddingstift beschreiben werden müssen. Dann eben so. Schließlich wollten wir nur ein Schloss und nicht die ganze Brücke kaufen. Wir CIMG0144gehen weiter und finden ein Souvenirladen, in dem es auch Liebesschlößer gibt, die ohne Gravur 3,95 € und mit Gravur 8,95 € kosten. Dieser Preis ist akzeptabel, für ein Schloss mit Gravur, welches wir an der Hoherzollernbrücke befestigen und nie wieder sehen werden. Irgendwann wird es auch sicher wieder entfernt werden, aber wir machen zur Erinnerung ein Foto. Mit dem gravierten Schloss in der Hand gehen wir zur Brücke. Ich gebe zu, fast hätte ich das Vorhaben wieder vergessen, aber es ist mir doch noch einmal rechtzeitig eingefallen. Auf der Brücke suchen wir einen schönen Platz, direkt über den Rhein. Wir befestigen zusammen das Schloss, werfen den Schlüssel in den Rhein und besiegeln es mit einem Kuss. Nun führt uns der direkte Weg in das Hotel zurück, um die Beine hochzulegen. So schön Köln auch ist, aber Entspannung muss auch sein. An unseren Plan, heute Abend wieder beim Mexikaner zu essen, halten wir weiterhin fest. Doch nun heißt es erholen und Gesehenes Revue passieren lassen.

Hunger macht sich bemerkbar. Ein untrügliches Zeichen, dass wir uns auf den Weg zum Mexikaner machen sollten. Zum Glück ist der Weg nicht weit. Vorher hatten wir bereits beschlossen, dass wir heute draußen sitzen. Am Tisch neben uns sitzen vermutlich eine Mutter, ihre Tochter und deren Hund, der neben dem Tisch sitzt und immer wieder bellt. An seiner Leine wird immer wieder unliebsam gezogen und der Hund angemeckert. Das arme Tier. Es heißt ja, man solle nicht nach dem Äußeren beurteilen, aber die beiden Frauen erfüllen alle Klischees, die man im Allgemeinen aus dem Plattenbau kennt. Als sie bezahlen, geben sie, nach eigener Aussage, viel Trinkgeld. Dann geht es auch schon los, dass sie ihren Unmut Luft machen. Sie meinten zum Kellner, dass er bitte und danke zu sagen hat und viel freundlicher im Umgang mit den Gästen zu sein hat. Sie hätten ihm auch viel Trinkgeld gegeben. Ich muss automatisch die Stirn runzeln. Währenddessen ich mir ihren Äußerungen noch einmal durch den Kopf gehen lasse, stellt sich mir die Frage, warum sie überhaupt Trinkgeld gegeben haben, wenn sie so unzufrieden waren. Der Kellner hört die beiden Damen auch gar nicht weiter ab und grinst nur vor sich hin. Ich muss aber zugeben, dass wir gestern schneller bedient wurden. Das ist aber nebensächlich. Wir haben nichts mehr vor und können uns Zeit lassen. Wenigstens konnten wir noch rechtzeitig die Bestellung der Cocktails aufgeben, bevor die Happy Hour abgelaufen war. Inzwischen haben wir uns etwas zum Essen bestellt, welches einige Zeit später serviert wird und hervorragend schmeckt. Auch heute fühlen wir uns sehr wohl und haben Spaß. Wir verweilen nach dem Essen noch etwas und machen uns das auf den Rückweg in das Hotel. Morgen geht es mit dem Zug wieder in Richtung Heimat.

14. August 2015

Heute bleibt uns nicht viel Zeit, da der Zug um 8:48 Uhr fährt. Wir hätten auch später fahren können, aber dann wäre es teurer geworden. Bei den „Sparticket“ war zu jeder Uhrzeit ein anderer Preis und das war nun mal der günstigste Preis. Nichts des so trotz, zum Frühstücken bleibt noch genügend Zeit. Den Koffer hatten wir auch gestern Abend zum größten Teil schon gepackt. Wir stehen auch, machen uns fertig und gehen zum Frühstück. Der Raum ist, für diese Uhrzeit, schon gut gefüllt, aber nicht so voll, dass wir keinen Platz mehr finden würden. Außer uns reisen heute noch mehr Personen ab. An einigen Tischen stehen Reisekoffer. Der Bahnhof ist nicht weit von dem Hotel, also haben wir auch keinen Grund zur Eile. Wir frühstücken in Ruhe und gehen anschließend zurück auf das Zimmer, um die letzten Sachen zupacken. Nachdem das erledigt ist, fahren wir mit den Fahrstuhl nach unter, checken schnell und unkompliziert aus und bewegen uns Richtung Bahnhof. Wir liegen sehr gut in der Zeit, so dass wir noch gemütlich über den Bahnhof schlendern können bis wir schließlich zum Bahnsteig gehen und auf den Zug warten. Ich bin überrascht, dass wieder sehr viele mit den Zug fahren wollen. Und wieder kommt der Gedanke auf, dass wir hoffentlich, auch ohne Sitzplatzreservierung, Plätze bekommen. Der Zug hält und die Menschenmassen drängen sich rein. Wohl dem, der eine Sitzplatzreservierung hat, denke ich und steige ebenfalls in den Zug. Wir finden Plätze, die nicht besetzt sind. Allerdings leuchtet eine Anzeige über den Plätzen, wohlmöglich ein Hinweis, dass diese Plätze reserviert sind. Mein Mann steht auf und geht den Gang entlang und findet Plätze, bei deneCIMG0135n keine Anzeige leuchtet. Es sind sogar Plätze mit einem Tisch. Das ist ideal, um meinen Reisebericht weiterzuschreiben. Heute fehlt mir aber der Antrieb und ich beschließe, den Rest aus dem Kopf aufzuschreiben. Ich sehe aus dem Fenster und lasse meine Gedanken schweifen, denke an das, was wir gesehen und erlebt haben. Der Zug hält unterwegs an den großen Bahnhöfen. Einige steigen aus, aber im Verhältnis steigen mehr Personen dazu. Und immer wieder kommt der Gedanke auf, dass sich jemand zu uns setzen könnte. Die Taktik, nicht hochzusehen und sich in Zeitschriften zu vertiefen funktioniert gut. Wie so oft, ist die Rückfahrt gefühlt kürzer als die Hinfahrt. Nach etwas mehr als vier Stunden erreichen wir den Bahnhof Berlin/Spandau. Wir steigen aus und ich habe sofort den für Berlin typischen Geruch in der Nase und sofort fällt mir das Lied „Berlin stinkt“ von The Incredible Herrengedeck ein. Während des einstündigen Aufenthaltes gehen wir in die Spandau Arcaden. Wie passend, dass sich direkt neben dem Bahnhof ein Shopping-Center befindet. So vergeht die Zeit auch schnell, so dass es nun schon wieder Richtung Bahnsteig geht. Dieser ist ganz schön voll und der Gedanke, dass wir dieses Mal keinen Sitzplatz bekommen festigt sich. Eine Sitzplatzreservierung hätte nichts gebracht, da diese nur im ICE gilt. Der Zug fährt ein, hält und nachdem alle Personen ausgestiegen sind, drängeln sich die, die standen und auf den Zug gewartet haben in den Zug hinein. Wie erwartet müssen wir stehen. Ich möchte nicht atmen, da die Luft sehr unangenehm ist. Es riecht nach Schweiß, Essen und lauter undefinierbare Gerüche. Beim ersten Halt steigen einige Leute aus. Nun ist etwas mehr Platz und schon kommt die Frau, die die Fahrkarten kontrolliert. Die Tatsache in einen überfüllten Zug zu stehen und dann auch noch nach der Fahrkarte suchen zu müssen nervt mich sehr. Kurze Zeit später hält der Zug und kam ist er wieder angefahren, werden wir erneut nach der Fahrkarte gefragt. Ein Mädchen, welches auf der Treppe sitzt, meint, dass sie doch eben bereits die Fahrkarte gezeigt hat. Daraufhin kommt zurück, dass es gerade ein Personalwechsel gab und darum die Fahrkarten erneut kontrolliert werden. Nun gut, dann muss es wohl sein. Inzwischen haben wir mehr Platz. Sitzplätze sind zwar noch nicht frei geworden, aber wenigstens kann ich mich auf den Boden setzen. So lässt sich die restliche Zeit, bis zum nächsten Umsteigen, ganz gut aushalten. Der Zug hält. Wir müssen nur noch einmal umsteigen und dann sind wir auch schon fast zu Hause. Im letzten Zug haben wir auch wieder Sitzplätze. Nach nicht ganz einer viertel Stunde erreichen wir den heimatlichen Bahnhof. Wir gehen mit unseren Koffer nach Hause und sind uns einig, dass Köln eine Reise wert war.


Amsterdam 2014/2015

30. Dezember 2014 CIMG07556

Es ist kurz nach 4.00 Uhr und ich werde wach. Eigentlich sollte ich müde sein, da ich erst gegen 1.30 Uhr eingeschlafen bin. Ich bleibe noch eine Weile liegen und stehe dann auf, noch bevor der Wecker klingelt. Obwohl es sehr früh ist, freue ich mich, da wir heute nach Amsterdam fliegen. Endlich! Ich habe so lange darauf gewartet. Zu meinem Geburtstag hatte mir mein Mann eine Städtereise, über Silvesternach Amsterdam, geschenkt. In der Nacht hatte es geschneit und in mir kommen Bedenken auf, ob alles gut geht. Als wir 2009/2010 über Silvester in Wien waren, mussten die Tragflächen des Flugzeuges enteist werden, was dazu führte, dass wir den halben Tag am Flughafen verbrachten und erst abends in Wie ankamen. Nun gut, abwarten. Ändern kann ich es ohnehin nicht.

Inzwischen bin ich geduscht, das Frühstück ist fertig und wir packen anschließend die letzten Sachen ein. Dann ist es soweit, dass wir zum Bahnhof müssen. Wir fahren mit dem Zug zum Flughafen. Das haben wir bereits öfter gemacht und es hat sich als praktisch erwiesen. Kurzzeitig kommt etwas Hektik auf, aber als ich auf dem Weg zum Bahnhof auf die Uhr sehe, werde ich wieder ruhiger. Es ist noch genügend Zeit und kein Grund zur Eile. Auf den Straßen ist es noch ruhig, kaum ein Mensch ist zu sehen und wenn dann schieben sie Schnee.

Der Zug steht schon bereit. Wir steigen ein und er fährt pünktlich los. Auch alle anschließenden Züge und der Bus zum Flughafen sind pünktlich. Das sollte an dieser Stelle erwähnt werden, da es nicht selbstverständlich ist, dass die Züge pünktlich ankommen und abfahren.

Am Flughafen angekommen müssen wir uns erst einmal orientieren zu welchem Schalter wir müssen. Am Schalter 70 – 74 D können wir einchecken. Noch ist es angenehm leer. Unsere Bordtickets müssen wir an einem Automaten lösen. Das mussten wir schon einmal, aber dennoch stehen wir etwas hilflos davor. Ein aufmerksamer Mitarbeiter vom Flughafen gibt uns Starthilfe beim Bedienen des Automaten. Wir haben unsere Tickets und können nun unser Gepäck aufgeben. Anschließend geht es durch die Sicherheitskontrolle. Ich trage keinen Gürtel und meinen Schmuck habe ich auch abgelegt und dennoch piept es, als ich durch die Sicherheitskontrolle gehe. Das heißt für mich, dass ich noch einmal gründlich abgetastet werde. Wenig angenehm, aber was soll´s. Es piept an vielen Stellen meines Körpers, aber sämtliches Metall kann ich und möchte ich auch nicht ablegen. Damit meine ich nicht meine Piercings. Selbst meine Schuhe muss ich ausziehen. Diese wurde dann noch durch den Scanner geschoben, was ich so auch noch nicht hatte. Nun gut, sei es drum. Nachdem wir die Sicherheitskontrolle erfolgreich überstanden haben, holen wir uns einen Kaffee. Da sitzen wir nun und warten, dass das Boarding beginnt. Mit meinem Kaffee in der Hand schlendere ich durch einen Duty Free Shop. Der Flughafen, besser die Halle, in der wir auf das Boarding warten, füllt sich zusehends. Immer mehr Menschen laufen, teilweise zielstrebig, teilweise desorientiert, durch die Halle. Die vielen Sitzplätze, die vor wenigen Minuten noch frei waren, sind nun besetzt. Als ich aus dem Duty Free Shop zurück komme, sitzt ein Pärchen direkt neben uns, obwohl noch genügend andere Plätz frei sind. Sie sind mir auf den ersten Blick unsympathisch und ich bleibe mit meinem Kaffee in der Hand stehen. Der Mann kaute nervend auf seinen Kaugummi rum. Bei dem Anblick, wie er es tat, wurde mir schlecht. Er steht auf, geht zum Fenster und betrachtet das Geschehen auf dem Flugfeld. Auf dem Weg zum Fenster geht er sehr dicht, für meine Begriffe zu dicht, an mir vorbei, was mir unangenehm ist. Soviel zum Thema Wohlfühlabstand und wie es jeder für sich interpretiert. Da der Mann nun am Fenster stand, war es meine Chance, um mich zu setzen. Als hätte er darauf gewartet, kommt er zurück und setzt sich neben mich. Nun kann ich ihm beim Kaugummi kauen nicht mehr zusehen, dafür aber zuhören, was auch nicht unbedingt besser ist. Das Parfum, welches er trägt, riecht sehr unangenehm.

Es ist soweit, wir können zum Boarding. Dafür müssen wir zum Gate 71. Mit einem Bus werden wir zum Flugzeug gefahren. Mein Platz ist, wie immer, am Fenster. Alle Passagiere haben ihre Sitze eingenommen und wir rollen Richtung Startbahn. Die Informationen der Stewardessen und des Piloten erfolgen auf Holländisch und Englisch. Es ist auch mal ganz schön nichts bzw. nur die Hälfte zu verstehen. Langsam steigt meine Aufregung. Der Start, beim Fliegen, gehört zu den Situationen, die mir besonders gefallen. Das Gefühl beim Abheben ist unbeschreiblich, wenn ich sehe, wie alles unter mir immer kleiner wird, die Wolken durchquert werden und dann über den Wolken die Sonne scheint. Das Flugzeug beschleunigt und schon heben wir ab. Leider gibt es beim Abheben nicht viel zu sehen, da es nebelig ist.

Vor uns sitzt eine Mutter mit ihrem Kind. Offensichtlich kann dieses Kind nur den folgenden Satz: „What happening, mummy?“

Über den Wolken scheint die Sonne und unter uns befindet sich ein Wolkenmeer. Zum Glück ist der Flug nicht lang, denn es gibt an Board keine Musik, keinen Film- nur den Blick aus dem Fenster und da gibt außer den Wolken nicht viel zu sehen. Etwas weiter weg fliegt ein Flugzeug an uns vorbei, aber sonst passiert hier oben nichts. Der Blick zur Erde ist durch die dichte Wolkendecke versperrt. Sie sehen so weich aus. Und wieder entsteht in mir der Wunsch, die Wolken zu berühren und am liebsten würde ich einfach rein springen. Erneut, wie jedes Mal wenn wir fliegen, stelle ich mir die Frage, wie sich die Wolken wohl anfühlen.

Uns werden Getränke und Snacks angeboten. Zu Trinken möchten wir nichts und der Snack, der mir gereicht wird, ist unglaublich süß. Wir sind ca. 30 Minuten über den Wolken und schon beginnt der Sinkflug, insgesamt dauert der Flug von Berlin/Tegel nach Amsterdam 55 Minuten. Das ist ein eindeutiger Vorteil beim Fliegen, es dauert bis nach Amsterdam nicht lange. Ich freue mich schon darauf, wenn wir gelandet sind, beim Hotel ankommen und unser Zimmer beziehen. Nachdem wir gelandet sind, müssen wir den gesamten Flughafen durchqueren, um zum Gepäckband zu kommen. Endlich haben wir dieses erreicht, doch wir müssen noch etwas auf unser Gepäck warten. Als wir es haben, laufen wir leicht irritiert durch das Flughafengebäude und suchen den entsprechenden Bahnsteig. Dieser Flughafen ist mit einem Bahnhof verbunden. So können wir ganz bequem mit dem Zug zum Hauptbahnhof und von dort soll es nicht mehr weit zum Hotel sein. Hört sich erst mal gut an, allerdings kann ein kurzer Weg auch weit werden, wenn auf dem Hauptbahnhof der falsche Ausgang gewählt wird. Hilft alles nichts, wieder umdrehen und den anderen Ausgang nutzen. Der Weg zum Hotel kommt mir ewig vor. Ich laufen mit großen Augen und einen unbeholfenen Blick durch die Straßen. Um mich herum nehme ich viele unterschiedliche Sprachen wahr und mir wird bewusst, dass ich mein laienhaftes Englisch aktivieren muss, wenn ich mich verständigen möchte.

CIMG0686Nach einer gefühlten Ewigkeit, es waren in Wirklichkeit, wie in der Beschreibung erwähnt, ein paar Minuten, entdecken wir das Hotel. Als wir einchecken wollen, wird uns mitgeteilt, dass das Zimmer noch nicht fertig ist und wir es um 15.00 Uhr beziehen können. Unser Gepäck wird in einen Gepäckraum eingeschlossen und wir gehen, statt auf ´s Zimmer, in Richtung Innenstadt. Amsterdam hat eine schöne Innenstadt. Der Stadtrand sieht nicht so gut aus, was wir während der Zugfahrt sehen konnten. Dieser besteht hauptsächlich aus Industriegebiet. Im Zentrum von Amsterdam sind sehr viele Menschen unterwegs, aber von Gedrängel keine Spur. Wir laufen durch die Gassen. Ein Headshop befindet sich neben dem Anderen, genau wie die Läden, in denen es Käse zu kaufen gibt. Und überall sind Massen von Fahrrädern. So viele habe ich auf einem Mal noch nicht gesehen.

Die Zeit vergeht und gegen 15.00 Uhr gehen wir in Richtung Hotel. Das Zimmer ist fertig. Alles was der Mitarbeiter des Hotels uns erklärt können wir nicht verstehen, da er viel zu schnell spricht. Ich brauche eine Weile, um das Englische ins Deutsche zu übersetzen. Ich sehe ihn mit großen Augen an. Er fragt, ob wir ihn nicht verstanden haben. Ich meinte zu ihm, dass er einfach zu schnell gesprochen hat. Er lächelt und erklärt uns alles noch einmal, aber dieses Mal langsam. Wir fahren mit dem Fahrstuhl in die 4. Etage. Unser Zimmer ist klein, sauber und gemütlich, nur etwas kalt und ich habe keine Ahnung, wie die Klimaanlage, mit der man sicher auch heizen kann, funktioniert. Nach einiger Zeit und etwas probieren, habe ich es herausgefunden. Das Einzige, was am Zimmer nicht so schön ist, ist die Aussicht. Diese lässt sehr zu wünschen übrig. Ich blicke direkt auf eine andere Hauswand vom Hotel. CIMG0654

In der Stadt habe ich ein paar Ansichtskarten gekauft, die ich nun beschreiben werde. Dann können sie zeitnah in den Briefkasten. Später werden wir noch einmal raus, um eine Kleinigkeit zu essen.

Langsam verspüren wir etwas Hunger und auch wenn wir schon lange auf den Beinen sind, raffen wir uns auf und gehen noch einmal raus. Noch immer sind viele Menschen unterwegs und dennoch kommen wir ohne zu hetzen und entspannt durch die Menschenmassen. Viele Gebäude werden in unterschiedlichen Farben beleuchtet. Alles ist noch weihnachtlich dekoriert. Auffallend viele Menschen sind lachend und Einige sogar singend unterwegs. Woran das wohl liegt?! Es muss die Luft sein. Es kann aber auch am Konsum von Marihuana liegen, muss aber nicht. In einer kleinen Seitengasse wird uns Kokain angeboten, was wir dankend ablehnen. Wir entscheiden uns in einem kleinen Lokal, welches „American Pizza“ heißt, etwas zu essen. Dann gehen wir weiter, kreuz und quer durch Amsterdam. Unterwegs bleiben wir immer wieder stehen, um Bilder zu machen. Nachdem wir nun umhergelaufen sind, etwas gegessen und Bilder gemacht haben, entscheiden wir uns zum Hotel zurück zu gehen. Wir sind erschöpft und müde- wollen nur noch die Beine hochlegen.

Es ist nun 22.00 Uhr, der Tag war lang und morgen werden wir hoffentlich ein schönes Silvester erleben, mit Menschen, die ausgelassen feiern und einem großartigen Feuerwerk. Für heute haben wir aber genug gesehen und erlebt.

 

31. Dezember 2014

Der Wecker holt mich aus dem Schlaf, was untypisch für mich ist. Ich habe sehr gut geschlafen. Viel besser als die vergangen Tage. Noch bleibe ich etwas liegen, bevor ich duschen gehe.

Frisch geduscht und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zum Frühstücksraum. Es gibt zum Frühstück alles was das Herz begehrt. Angefangen bei Rührei, Speck, Bohnen über Müsli, verschiedene Sorten Aufschnitt bis hin zu Obst und Orangensaft, den man sich wahlweise auch selber pressen kann. Wir sitzen eine Stunde beim Frühstück und genießen es in vollen Zügen. Nachdem opulenten Frühstück, zu dem wir uns auch einen Sekt gegönnt haben, gehen wir zurück auf unser Zimmer. Dies wurde zwischenzeitlich gereinigt. Wo uns unser Weg heute hinführt, wissen wir noch nicht. Gestern haben wir, als wir im Hotel angekommen sind, einen Stadtplan erhalten, auf dem auch Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Da werden wir einen Blick raufwerfen und dann entscheiden, wo es hin geht. Der erste Weg führt uns zum Diamanten Museum. Das Wetter ist ideal. Auch wenn es gefühlt etwas kälter als gestern ist, kommt immer mal wieder die Sonne raus. Leider sind im Diamanten Museum sämtliche Erklärungen auf Holländisch oder Englisch, was uns keine bzw. nur bedingt über die Geschichte des Diamanten Auskunft gibt. Ich habe keine große Lust mir alles zu übersetzen. Davon ab ist mein Englisch nicht gut genug. Einiges verstehe ich, dass Meiste aber nicht. Auf dem Weg zum Museum wollte ich die beschriebenen Postkarten einwerfen, doch dies blieb mir verwehrt. Es lag nicht daran, dass wir keinen Briefkasten gefunden haben, aber wir konnten die Postkarten nicht einwerfen, da die Kästen verschlossen waren. Etwas hilflos standen wir davor, bis jemand vorbei kam, der uns erklärte, dass die Kästen Silvester verschlossen sind, so dass keine Feuerwerkskörper eingeworfen werden können. Sehr clever, auch wenn es gerade sehr ungünstig für mich ist. Dann werde ich die Karten morgen auf den Weg zum Bahnhof einwerfen. Vorausgesetzt wir entdecken auf den Weg dahin einen, denn viele scheint es nicht geben.

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Unser Weg führt uns von Diamanten Museum zum Albert Cuypmarket. Das ist ein Wochenmarkt, auf dem es alles gibt was man benötigt oder auch nicht, aber trotzdem haben möchte. Der Markt ist sehr lang gezogen und es gibt zu viel zu sehen, um alle Angebote wahrzunehmen. Wieder mache ich unterwegs Bilder. Amsterdam hat sehr viele schöne Gebäude.

Das Rotlichtviertel macht seinen Namen alle Ehre. Überall sitzen in den Fenstern leicht bekleidete Damen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Genauere Erläuterungen erspare ich mir an dieser Stelle. Wer möchte, kann seine Phantasie freien Lauf lassen. Die meisten Frauen machen, in ihren „Schaufenster“, einen gelangweilten Eindruck, was meiner Meinung nach nicht sehr ansprechend aussieht. Am „besten“ gefallen mir die Frauen, welche in ihren Glaskasten telefonieren. Neben den leicht bekleideten Damen, gibt es an jeder Ecke einen Sexshop. Bietet sich auch an. Dann kann das neu erworbene Spielzeug gleich ausprobiert werden. Langsam bekommen wir Hunger und wir steuern den American Pizza Laden an.

Inzwischen sind wir ein paar Stunden unterwegs und haben schon viel von Amsterdam gesehen. Fürs erste geht es zurück in das Hotel. Heute Abend werden wir zum Dam Square. Hier soll, laut Internet, der beste Ausblick auf das größte Feuerwerk der Stadt sein. Außerdem soll dort eine Liveband spielen. Ich freue mich und bin schon sehr gespannt.

Wir haben uns genügend ausgeruht und machen uns auf den Weg zum Dam Square. Gestern und auch heute konnten wir beobachten, dass an einem Pommesstand immer eine lange Schlange war. Bevor wir zum Dam Square gehen, stellen wir uns auch an. Die Pommes müssen wir einfach probiert haben. Wenn so viele anstehen, dann müssen diese Pommes ganz besonders gut schmecken. Doch zu unserer Ernüchterung stellen wir fest, dass an diesen Pommes nichts Besonderes ist. Sie schmecken gut, aber nicht so gut, dass ich mich noch einmal anstellen würde.

Während wir stehen und die Pommes essen, ertönt ein ohrenbetäubender Knall. Selbst die Erde unter unseren Füßen bebt. Es war verdammt laut. Durch die engen Gassen, konnte sich der Schall nicht ausbreiten und war dementsprechend komprimiert. Die Pommes essen wir nicht ganz auf und gehen weiter Richtung Dam Square. Es war ähnlich wie in London. Als würden Sirenen hypnotisierend singen, strömten die Menschenmassen zum Dam Square. Was in London besser war, die Straßen waren für den Verkehr gesperrt und eigenes Feuerwerk verboten. Außerdem standen überall Polizisten. In Amsterdam ist das nicht so. Viele haben ihre eigenen Feuerwerkskörper dabei und zünden diese. Raketen werden aus der Hand gestartet und Böller werden sogar in die Menschenmassen geworfen, was ich sehr leichtsinnig und unverantwortlich finde. Da können wir nur hoffen, dass wir nichts abbekommen. Wir suchen uns einen Platz an einer Hauswand. Es ist windig geworden und hier stehen wir etwas geschützt. Es ist nun 23.00 Uhr und das Warten wird uns mit kleinen Feuerwerken verkürzt. Immer mehr Menschen drängen sich durch und von der gestern erwähnten Gelassenheit der Menschen in dieser Stadt ist nichts mehr zu merken. Es wird gedrängelt und geschoben. Zum Glück gibt uns das Haus halt. Der Gedanke an einer Häuserwand erdrückt zu werden, gefällt mir nicht, aber soweit muss es ja nicht kommen. Die im Internet erwähnte Liveband gibt es nicht. Entweder ist es im Netz eine Fehlinformation oder es gab in den vergangen Jahr eine Band.

Dadurch, dass der Himmel immer wieder von Feuerwerkskörpern hell erleuchtet wird und es auch keinen Countdown gibt, müssen wir immer mal wieder auf die Uhr sehen, um den Jahreswechsel nicht zu verpassen.

Es ist 24.00 Uhr und das Feuerwerk startet. Es ist noch gar nicht lange in Gange und schon fängt das Drängeln wieder an. Ich habe keine Ahnung wo die Menschen alle hin wollen und warum sie nicht warten bis das Feuerwerk zu Ende ist. Wer jetzt zu Boden geht, hat verloren. Es ist unser Glück die Häuserwand im Rücken zu haben. Allerdings ist unter diesen erschwerten Bedingungen das fotografieren des Feuerwerkes sehr schwer und nicht lange möglich. Ein paar Bilder konnte ich machen. So wirklich erfreuen können wir uns nicht am Feuerwerk, da wir darum bestrebt sind nicht erdrückt zu werden. Nachdem sich unzählige Menschen vorbeigequetscht haben, nutzen wir eine Lücke, um den Rückweg zum Hotel anzutreten. Dort angekommen ist meine erste Maßnahme die Klimaanlage auf heizen zu stellen, da mir sehr kalt ist.CIMG0709

Morgen fliegen wir, mit vielen neuen Eindrücken, wieder nach Hause. Eins steht fest, alle Klischees, die es über Amsterdam gibt, treffen zu.

 

1. Januar 2015

Durch ein lautes Klopfen und Rufen werde ich wach. Der Blick auf die Uhr verrät mir, dass es 5.00 Uhr ist. Ich frage mich wer um diese Uhrzeit solch einen Lärm machen muss. Wäre ich nicht so müde, dann wäre ich wohl aufgestanden und hätte nachgesehen. Da liege ich nun, bin müde, kann aber nicht sofort wieder einschlafen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schlafe ich wieder ein, bis der Wecker mich aus dem Schlaf holt. Noch immer bin ich müde und schleppe mich ins Bad. Nach einer ausgiebigen Dusche geht es mir schon besser. Müde gehen wir zum Frühstück. Es ist glücklicher Weise noch relativ leer. Auch dieses Mal lassen wir uns Zeit. Heute probiere ich die Saftpresse aus, so wie ich es mir gestern vorgenommen hatte. Es geht doch nichts über einen frisch gepressten Orangensaft. Auch zum Neujahr genehmigen wir uns ein Glas Sekt. Etwas über eine Stunde verbringen wir beim Frühstück, bevor wir wieder auf unser Zimmer gehen. Dieses Mal können wir uns mit dem auschecken Zeit lassen. Das Zimmer ist bis morgen gebucht. Also werden wir noch einmal kurz in die Stadt, da ich mir einen Schlüsselanhänger holen möchte, den ich vor zwei Tagen gesehen hatte- vorausgesetzt der Laden hat heute, am Neujahrstag, geöffnet. Ansonsten werde ich mein Glück auf den Flughafen versuchen. Hoffentlich sind heute die Briefkästen wieder geöffnet, so dass ich die Postkarten einwerfen kann. Die Straßen von Amsterdam sind heute deutlich leerer als sie es die letzten beiden Tage waren. Auf den Straßen und Gehwegen liegt noch überall der Müll verteilt. Die Straßenreinigung kämpft sich durch die Straßen, um die Reste der letzten Nacht zu beseitigen. Wir erreichen den Shop, der tatsächlich geöffnet hat und ich kann mir den Schlüsselanhänger kaufen. Auf den Weg zum und vom Shop ist weit und breit kein Briefkasten zu sehen. Wir gehen sogar eine extra Runde, aber es ist kein Postkasten zu sehen. Meine letzte Chance ist auf dem Weg zum Hauptbahnhof oder auf dem Flughafen.

Zurück im Hotel packen wir ganz in Ruhe die letzten Sachen ein und fahren dann mit dem Fahrstuhl nach unten zur Rezeption, um auszuchecken. Dabei fällt der Rezeptionistin auf, dass wir bis zum 02.01. ´15 gebucht haben. Auch ihr erkläre ich, wie ihren beiden Kollegen am Tag unserer Anreise, dass ich einen neuen Job habe und morgen mein erster Arbeitstag ist. Währenddessen fällt mir auf, dass ich immer sicherer Englisch spreche. Ob die Grammatik immer so richtig ist, weiß ich nicht, aber ich werde verstanden und das ist die Hauptsache. Sie gratuliert mir zum neuen Job und wünscht uns alles Gute und wir machen uns auf den Weg zum Hauptbahnhof. Auf den Weg dorthin ist an keinem Ort ein Briefkasten zu finden. Daran sollte Amsterdam arbeiten.

Wir erreichen deCIMG0749n Bahnhof und auch hier ist es auffallend leer. Wir kaufen uns zwei Tickets und begeben uns zum Bahnsteig. Als der Zug kommt, steigen wir ein und haben erfreulicherweise freie Platzwahl. Am Neujahrtag zu reisen hat auch Vorteile. Am Flughafen angekommen suchen wir, nach kurzer Orientierung, zielstrebig einen Briefkasten. Auf solch einen großen Flughafen muss es doch einen geben, denke ich mir. Als ich schon fast den Glauben daran verliere, entdecke ich einen und freue mich wie ein kleines Kind. Wer verschickt schon auf einen Flughafen Postkarten musste ich mir sinngemäß anhören, aber ich habe Recht behalten und einen gefunden. Nun kann ich endlich die Karten einwerfen. Welch ein Glück. Wir haben noch jede Menge Zeit und flanieren durch den Flughafen. Überall sind Geschäfte, in denen wir alles zu überhöhten Preisen kaufen können. Bald wird mir das Gepäck lästig und ich drängel etwas, dass wir doch erst einchecken können. Beim Check Inn erleben wir die nächste Überraschung. Das wir die Boarding Cards am Automaten lösen, kennen wir nun schon, aber das wir unser Gepäck selbstständig am Automaten aufgeben ist uns neu. Zum Glück werden wir an einem Bildschirm durch den gesamten Prozess idiotensicher begleitet. Selbst die Aufkleber, die an den Taschen befestigt werden, auf denen der Zielflughafen vermerkt ist, müssen wir alleine anbringen. Eine weitere Überraschung wartet bei der Sicherheitskontrolle. Dort müssen wir als erstes, wie so üblich, Taschen, Jacken und Schmuck abgeben, so dass es gescannt werden kann. Danach müssen wir uns in einen Glaskasten stellen, die Arme heben und dann werden wir gescannt. Anschließend werden wir noch gründlich abgetastet und können dann unsere Habseligkeiten in Empfang nehmen. Damit ist die größte Hürde, die Sicherheitskontrolle, geschafft. Dahinter empfängt uns eine große Duty Free Shop Welt. Auch hier kann alles zu überteuerten Preisen käuflich erworben werden. Gezielt suchen wir einen Shop, in den es T-Shirts vom Amsterdam gibt. Wir finden auch einen, kaufen aber keine T-Shirts, da seine Größe nicht dabei ist. Also gehen wir weiter. Als uns die Füße nicht mehr tragen wollen, setzen wir uns in eine Wartelounge, beobachten das Treiben auf dem Flughafen und ich schreibe meinen Reisebericht weiter. Die Zeit muss schließlich genutzt werden. Das Boarding beginnt um 15.50 Uhr und bis dahin lassen wir die letzten Tage, bei einem Getränk, Revue passieren. Künftig werden wir, wenn wir Silvester wegfliegen, entweder nur zwei Nächte buchen, wenn es kurze Strecken sind oder einen Tag früher fliegen, wenn es etwas weiter weg ist. Am Neujahrstag ist ohnehin nicht viel los. Die meisten Geschäfte haben geschlossen und es ist viel angenehmer, wenn wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fahren, da verhältnismäßig wenig Menschen unterwegs sind. CIMG0752

Es ist nun an der Zeit zum Boarding zu gehen. Ein langer Tunnel führt uns anschließend zum Flugzeug. Als wir in das Flugzeug einsteigen, geht mein erster Blick zu den Sitzen. Dieses Mal sind drei Sitze nebeneinander. Mein zweiter Blick geht zu den Buchstaben der Sitze. Zu meiner Enttäuschung muss ich feststellen, dass sich unsere Plätze am Gang und in der Mitte befinden. Meine letzte Hoffnung ist, dass der Platz am Fenster unbesetzt ist und bleibt. Meine Hoffnung wird jedoch beim Erreichen der Sitzplätze zerstört. Der Platz am Fenster ist bereits besetzt. Wir hätten beim Lösen der Boarding Cards die Sitzplätz ändern können, was aber wieder extra Kosten verursacht hätte. Ich konnte ja nicht ahnen, dass am Neujahrtag so viele nach Berlin fliegen. Da mein Schlaf unterbrochen wurde und ich demzufolge nicht ausgeschlafen bin, ist meine Frustrationstoleranz sehr niedrig. Das Schönste beim Fliegen ist für mich am Fenster zu sitzen und zu beobachten, wie beim Abheben alles unter uns kleiner wird, der Blick auf die Wolken und zwischen den Wolken auf die Erde. Der Typ, der am Fenster sitzt, sieht nicht einmal raus-liest die ganze Zeit in seinem E-Book. Vom Gang und von der Mitte aus, ist der Blick aus dem Fenster uninteressant. Gerade so, als würde ich beim Autofahren aus dem Fenster sehen. Wahrscheinlich wird der Flug gefühlt sehr lange dauern. Auch in diesem Flugzeug gibt es keine Medien zur Unterhaltung. Nur die Gespräche der Mitreisenden, die mich aber gerade sehr nerven. Bei der Landung und zwischendurch auch schon, geraten wir in Turbulenzen. Ein raunen geht durch das Flugzeug. Uns kümmert so ein Luftloch nicht mehr, da es in der Vergangenheit, bei anderen Flügen auch schon vorkam. Die Landung erfolgt ohne Probleme. Dieses Mal dauert es auch nicht lange, bis wir unser Gepäck haben. Wir machen uns auf dem Weg zum Bus, der uns Zum Hauptbahnhof bringt. Der Bus ist erstaunlicherweise sehr voll, doch wir bekommen, zu unserer Freude, noch Sitzplätze. Diese sind nicht gerade bequem, aber wir sitzen.

Auf dem Hauptbahnhof angekommen haben wir noch genügend Zeit, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Beim Essen bekomme ich das eine oder andere Gespräch mit und in mir kommt der Gedanke auf, dass es manchmal gar nicht so schlecht ist, wenn man seine Mitmenschen nicht versteht. Auch an dieser Stelle spare ich mir genauere Ausführungen und lasse Platz für die Phantasie. Nachdem wir gegessen haben, laufen wir noch etwas durch den Bahnhof und gehen schließlich zum Bahnsteig, von dem in 25 Minuten der Zug abfährt. Der Zug kommt und ist erfreulicherweise nicht ganz so voll wie üblich, aber leider auch nicht so leer wie erhofft. Wir setzen uns in eine vierer Sitzgruppe, die noch komplett unbesetzt ist. Insgeheim freue ich mich über den großzügigen Platz, doch die Freude soll nicht von langer Dauer sein. Ein Paar setzt sich zu uns und schon ist das großzügige Platzangebot auf ein Minimum beschränkt. Als bei einem Bahnhof eine Frau aussteigt, setzen sich die Beiden um. Das ist unsere Chance uns breit zu machen. Ich setze mich rüber, still hoffend, dass sich niemand zu uns setzt. Diese Hoffnung soll nicht vergebens sein. Bis zum nächsten und letzten Umsteigen haben wir die vierer Sitzgruppe für uns. Der Zug hält. Nur noch einmal umsteigen und wir sind in wenigen Minuten wieder zu Hause. Erfahrungsgemäß wartet der Zug Richtung Heimat bereits, so auch heute. Wir steigen ein und nach wenigen Minuten setzt sich der Zug in Bewegung. Bevor das passiert, wird ein stark alkoholisierter Mann wieder raus gelassen, da er nach Potsdam oder Wismar wollte. Offensichtlich wusste er es nicht mehr so genau. Zu viel Alkohol ist nicht ratsam, wenn man reist. Unsere Fahrkarten werden kontrolliert. Schräg links hinter uns sitzen zwei Damen, die sich bereits rege über den alkoholisierten Mann austauschen. Als die Dame, welche die Fahrkarten kontrolliert, dort stehen bleibt, beginnt das Getratsche. Angefangen bei dem alkoholisierten Mann, über Geld, Nahrungsmittel und Versicherungen, wechseln die Themen in Minutentakt. Plötzlich bleibt der Zug einfach stehen. Mitten auf der Strecke und keiner weiß warum. Es wird wohl ein technischer Defekt sein. Ich sehe das Ganze positiv. Wir sind nur mit dem Zug stehen geblieben und nicht mit dem Flugzeug abgestürzt. Es dauert eine Weile und wir fahren weiter, bis wir kurz darauf wieder stehen bleiben. Abermals steigt der Zugführer aus. Er steigt wieder ein und die Fahrt geht weiter. Dieses Mal hält der Zug am Zielbahnhof. Wir laufen noch ein Stück und sind dann wieder zu Hause. Glück im Unglück kann ich da nur sagen und ein frohes neues Jahr.


Manchmal…

Manchmal wünsche ich mir ein anderes Leben. Eins, in dem Probleme ein Fremdwort, Hindernisse und Sorgen unbekannt sind. Ein perfektes Leben!
Und dann, in einem stillen Moment, wird mir bewusst, dass ich gar kein perfektes Leben brauche, um glücklich zu sein, solange ich in der Lage bin, wundervolle Augenblicke zu erkennen und zu genießen. Momente, die mich alles, und sei es nur einen Atemzug lang, vergessen lassen.10420139_716338498425929_3280780006207355402_n


Fuerteventura 2013

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Was für ein schrecklicher Morgen. Der Wecker klingelt und dabei habe ich noch gar nicht ausgeschlafen. Nachdem ich mich noch ein paar Mal umgedreht habe, stehe ich widerwillig auf. Draußen ist es noch dunkel. Müde schleiche ich in das Badezimmer und mache mich fertig. Zuvor war ich aber noch in der Küche und habe die Kaffeemaschine in Gange gebracht. Trotz Kaffe bin ich noch immer müde. Am liebsten würde ich zurück in das Bett kriechen, aber es hilft nichts, wir müssen los.
Die Fahrt dauert nicht lange und schon haben wir den ersten Bahnhof erreicht, wo wir umsteigen müssen. Der Zug, der uns nach Berlin bringen soll ist sogar pünktlich. Erstaunlich! Doch schon der nächste Zug, der von Berlin Ostbahnhof nach Flughafen Berlin Schönefeld fährt, kommt zu spät. Nach einer gefühlten Stunde, die wir in der Kälte warten, in Wirklichkeit waren es nur einige Minuten, kommt endlich der Zug. Wir erreichen den Flughafen Berlin Schönefeld und ein langer, überdachter und nicht enden wollender Weg führt uns direkt zum Flughafen. Wir müssen zum Terminal D. Dort mussten wir auch 2007 hin, als wir nach Kreta geflogen sind. Selbstverständlich ist der Schalter, an dem wir unser Gepäck abgeben, noch nicht besetzt. Es dauert eine ganze Weile bis sich zwei Damen hinter dem Schalter zur Gepäckabfertigung begeben.
Die Taschen sind abgegeben und endlich haben wir Zeit einen Kaffee zu trinken. Wir gehen anschließend durch die Sicherheitskontrolle und frühstücken eine Kleinigkeit. Ich weiß noch wie aufgeregt im beim ersten Flug war. Von dieser Aufregung ist nichts mehr zu merken, gerade so, als würde ich jede Woche fliegen. Alle Abläufe sind mir vertraut. Wir schlendern durch den Duty Free Shop, holen uns Zeitschriften für den Flug und beobachten das Treiben auf dem Flugfeld.
Nun ist es soweit, wir können zum Bording und müssen dafür zum Gate 12. Kurz darauf sitzen wir im Flugzeug, ich am Fenster, so wie immer wenn wir fliegen. Es folgen die üblichen Informationen und Sicherheitshinweise. Das Flugzeug rollt zur Startbahn und kurz darauf befinden wir uns hoch über den Wolken. Hier ist auch die Sonne zu sehen. Und wieder habe ich das Lieb im Kopf: […] Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein […]. Ich sehe immer wieder aus dem Fenster und genieße die Aussicht. Der Pilot meldet sich wieder, um uns über den Flug zu informieren. Wir bekommen Informationen zur Flughöhe, was gerade links und rechts zu sehen ist, zum Flugverlauf und wann wir voraussichtlich ankommen werden. Als es darum geht die Flugroute zu beschrieben, hören wir nur, dass wir erst einmal geradeaus fliegen…
Wir bekommen Essen und Trinken, können wahlweise Musik hören oder einen Film sehen. Auch bei diesem Flug fühle ich mich frei, und über alles erhaben. Eine völlige Grenzenlosigkeit. Ich lasse alles weit hinter mir und freue mich auf Erholung, Entspannung und Sonne. Die Zeit vergeht erstaunlich schnell. Nach 4 Stunden und 40 Minuten landen wir auf dem Flughafen von    . Die Außentemperatur liegt bei 21 °C, nur leider zeigt sich die Sonne nicht und es ist stark bewölkt. Es dauert gar nicht lange bis wir unsere Taschen haben. Wir begeben uns Richtung Ausgang. An einem Schalter bekommen wir zu erfahren mit welchem Bus wir zum Hotel gefahren werden. Während der Fahrt gibt es nichts zu sehen. Die Landschaft ist eine tote Einöde. Keine Pflanze, kein Strauch, kein Baum, einfach nichts.  Zwischendurch kommen wir an ein paar Häusern vorbei. Mehr gibt es nichts zu sehen. Ich lasse einfach meine Gedanken vorbeiziehen und freue mich auf eine schöne Zeit. Überall dort wo sich Hotelanlagen befinden, sind auch Palmen, Sträucher und sonstige Pflanzen zu sehen- blühendes „Leben“, was man sonst auf diese Insel vergebens sucht. Umso weiter wir fahren, umso mehr scheint die Zeit an Bedeutung zu verlieren. Keine Spur von Stress oder Hektik. Für die in  Deutschland so beliebte Pünktlichkeit und Ordnung ist hier offensichtlich kein Platz.  Nach und nach fahren wir die Hotels an, das Vorletzte, welches angefahren wird, ist unser gebuchtes Hotel. Im Hotel trinken wir ein Glas Sekt. Währenddessen alles zum Einchecken vorbereitet wird. Zu meinem Entsetzen muss ich feststellen, dass auch hier alles weihnachtlich geschmückt ist. Ich kann wohl auch hier dem Weihnachtszirkus nicht entkommen. Beim Einchecken  bekommen wir alle wichtigen Informationen. Anschließend machen wir uns auf dem Weg zu unserem Zimmer. Der Weg dorthin gestaltet sich schwierig. Wir nehmen den erst besten Fahrstuhl, der uns aber nicht zu der Etage bringt, wo sich unser Zimmer befindet. Wir verlassen den Fahrstuhl und irren durch die Gänge und Hotelanlage. Diese ist sehr groß und es ist ein Leichtes sich zu verlaufen. Ich weiß nicht wie, doch wir finden unser Zimmer. Es ist eines der größten, das wir je in einem Hotel hatten. Es gleicht fast einem Tanzsaal. Es ist mit allem ausgestattet, was wir für einen angenehmen Aufenthalt benötigen. Es gibt nichts, rein gar nichts zu beanstanden.  Wir haben sogar einen direkten Blick auf dem Atlantischen Ozean. Erst einmal duschen.
Wir folgen den Massen zum Speisesaal. Das Büfett lässt keine Wünsche offen. Nachdem wir uns sattgegessen haben, gehen wir auf die Terrasse. Es ist Dezember und wir stehen draußen im T-Shirt, währenddessen zu Hause alle frieren. Wir gönnen uns einen Cocktail und beschließen den Tag mit einem Billardspiel.

11. Dezember 2013
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Vom Rauschen des Meeres werde ich geweckt. Ich stehe auf, gehe zum Fenster und sehe hinaus. Ein traumhafter Anblick. Ich lege mich wieder in das Bett und mein Blick geht wieder aus dem Fenster. Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die dichte Wolkendecke. Nun wird es Zeit aufzustehen, wenn wir noch Frühstück essen wollen.  Wir machen uns fertig und fahren mit dem Fahrstuhl in die 6. Etage. Auch beim Frühstück gibt es alles, was das Herz begehrt.  Wir lassen uns beim Frühstücken viel Zeit, denn wie bereits erwähnt, verliert diese hier an Bedeutung. Was wir heute noch unternehmen werden steht noch nicht fest. Als erstes werden wir wohl die Hotelanlage, den Strand und die Umgebung erkunden. Heute werden wir einfach in den Tag hinein leben und uns treiben lassen. Wir gehen los, verlassen das Hotel und gehen ohne ein bestimmtes Ziel die Strandpromenade entlang. Links von uns befinden sich der Strand und der Atlantik und rechts von uns von uns stehen Hotel, Souvenir-Shops und Restaurants. Unterwegs mache ich die ersten Bilder.  Das Wetter wechselt zwischen Sonne und leichten Regen, was aber bei 21 °C nicht weiter stört. Auf dem Rückweg zum Hotel kaufe ich mir eine Sonnenbrille. Wie andere Frauen Schuhe kaufen, habe ich eine Vorliebe für Sonnenbrillen. Davon ab, habe ich meine zu Hause vergessen. Zu meiner Verteidigung sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich auch regelmäßig Sonnenbrillen kaputt mache.
Zurück im Hotel genießen wir ein kühles Getränk auf dem Balkon. Dabei betrachten wir das Meer, die Wolken und die Menschen, die vorbeigehen. Auch den Rest des Tages verbringen wir sehr entspannt.

12. Dezember 2013CIMG0531

Der Tag erwacht, doch die Sonne will sich noch nicht zeigen.  Auch heute lassen wir uns beim Frühstück wieder viel Zeit. Nach dem Frühstück gehen wir kurz in unser Zimmer und mit einem Fotoapparat in der Hand verlassen wir dieses wieder. Wir gehen die andere Richtung den Strand entlang. Die Luft schmeckt salzig, hohen Wellen kommen vom Meer und viele Menschen tummeln sich am oder im Wasser.
Wieder in der Hotelanlage angekommen, erkunden wir diese und machen einige Bilder. Die Sonne lässt sich nur selten Blicken, doch ab morgen soll es, laut Hotelpersonal, besser werden. Morgen findet um 11.30 Uhr eine Infoveranstaltung vom Reiseveranstalter statt und wir werden noch eine oder zwei Ausflüge buchen, um etwas von der Insel und den Einheimischen zu sehen. Des Rest des heutigen Tages lassen wir uns, genau wie gestern, treiben und leben in den Tag hinein. Wir haben beschlossen uns nach dem Abendessen das nach gespielte Greese-Musical anzusehen. Lange haben wir es uns nicht angesehen. Irgendwie war es zu „künstlich“. Aus diesem Grund haben wir diese Show wieder zeitig verlassen.

13. Dezember 2013

CIMG0621Was für ein schöner Morgen. Wir werden nicht nur vom Meeresrauschen geweckt, sondern auch die Sonne strahlt und der Himmel ist wolkenlos.
Auch heute lässt das Frühstücksbüfett keine Wünsche offen. Allerdings macht es nicht das Kantinenflair weg. In Ruhe Frühstück zu essen ist schwierig, wenn es ringsum laut ist. Dennoch lassen wir es uns schmecken. Auch die Weihnachtsdekoration, welche überall steht bzw. hängt, scheint irgendwie unpassend bei 25 °C Außentemperatur. Ich muss es einsehen, ich kann dem Weihnachtstrubel nicht entkommen, auch nicht wenn ich ca. 3.600 km weit weg von Deutschland bin.
Wir sind mit dem Frühstück fertig und gehen auf die Terrasse. Hier genießen wir die Sonne und warten auf die Infoveranstaltung, die heute stattfinden soll. Bei der Infoveranstaltung erleben wir die pure Ernüchterung. Die Insel hat zwar einiges, aber nicht sonderlich viel zu bieten. Wir entscheiden uns für eine Jeep-Safari, die morgen um 8.50 Uhr vom Hotel aus startet. Die freundliche Reiseleitung leitet für uns alles in die Wege und nachdem wir bezahlt haben, gehen wir los, um Wasser zu kaufen. Auf dem Rückweg sehe ich ein Badetuch, welches mir gefällt. Der Verkäufer ist sofort zur Stelle und sagt uns, dass es 15,- € kostet. Ich wollte weitergehen und schon gibt es Rabatt, zwar nur 2,- € aber immer noch besser als gar nichts. Als wir den Laden verlassen, haben wir noch für jeden Badelatschen und ein Fußkettchen gekauft. Als Geschenk gab es ein Kartenspiel dazu. Wir bringen die Einkäufe ins Zimmer und gehen anschließend zum Strand. Am Atlantik angekommen, gehen wir den endlos langen Strand entlang, dabei gehen wir mit den Füßen durch das Wasser. Anfangs war es recht kühl, doch mit der Zeit wird es angenehm. Die Sonne auf der Haut zu spüren ist eine Wohltat. Bei einem Strandcafe machen wir eine Pause, trinken etwas und machen uns wieder auf den Rückweg. Im Hotelzimmer angekommen heißt es wieder Füße hochlegen und entspannen.
Auch heute haben sich die Meisten zum Abendessen hübsch angezogen. Ich frage mich warum sie das machen. Schmeckt das Essen dann besser? Geht es darum sehen und  gesehen werden? Oder ist es einfach nur für das Selbstwertgefühl? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, dass mir das Essen auch im Kapu und ausgefranster Jeans sehr gut schmeckt. Nebenbei beobachte ich das Geschehen um mich herum. Ein Paar sitzt immer am selben Tisch und hat immer eine Flache Olivenöl zu stehen. Wozu dient das Öl?! Davon ab, scheint er auch nicht viel zu melden haben und sie „bietet“ sich dem männlichen Personal regelrecht an. Am Kopf sieht sie aus wie ein gerupftes Huhn.
Am heutigen Abend sehe ich sogar einen Mann im Anzug, was ich etwas übertrieben finde. Wir sind satt und zufrieden, gehen zur Bar und gönnen uns einen Cocktail, bevor die Aerobic-Show beginnt, die wir uns ansehen möchten. Es sind noch 10 Minuten  bis die Show beginnt. Wir gehen zum Saal und suchen uns gute Plätze und bestellen uns noch einen Cocktail. Dann verdunkelt sich der Saal, die Musik startet und die Show beginnt. Drei Frauen tanzen auf der Bühne. Nun gut. Es folgt ein weiterer Tanz und noch einer und das Einzige was dabei akrobatisch ist, ist der schnelle Wechsel der Kostüme. Für uns ist es eher eine Tanzshow. Davon ab verstehe ich auch nicht warum sie auf der Bühne ständig aufschreien. Haben sie Schmerzen beim Tanzen oder wollen sie verhindern, dass jemand ein schläft?! Wir trinken die Cocktails aus und gehen. Morgen müssen wir ohnehin früh aufstehen.

14. Dezember 2013

Das Handy klingelt und reißt mich aus dem Schlaf. Es ist noch viel zu früh um aufzusteheCIMG0617n, doch um 8.50 Uhr geht die Jeep Safari los. Wenn wir vorher noch was frühstücken wollen, dann sollten wir aufstehen. Nach einer ausgiebigen Dusche geht es mir schon besser, auch wenn ich noch nicht ansprechbar bin. Wir machen uns fertig und gehen zum Frühstück. Der Saal ist noch leer. Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir noch einmal ins Zimmer, um unsere Sachen zu holen. Auf einer Bank vor dem Hotel sitzen wir und warten darauf abgeholt zu werden. Es fahren drei Jeeps vor und aus dem ersten Jeep steigt der deutschsprachige Tourleiter aus. Er begrüßt uns, wir steigen ein und fahren los. Wir sind noch gar nicht weit gefahren und ich möchte am liebsten wieder zurück. Die Leute, die außer uns mitfahren sind um einiges älter. Dementsprechend drehen sich die Gespräche um aktuelle „Leiden“, was noch geht und was nicht. Irgendwann habe ich einfach abgeschaltet. Ich war diesen „Rentner-Themen“  leid. Auch der Tourleiter war sehr nervig- total selbstverliebt, was ich überhaupt nicht leiden kann. Hätte er einfach seine Schnauze gehalten, wäre die Jeep-Tour vielleicht noch einigermaßen erträglich. Wäre das nicht schon genug, war sein Humor unerträglich. Am Liebesten würde ich zum Lachen in den Keller gehen, den gibt es hier aber nicht. Beim ersten Halt beobachte ich die Anderen und einer meiner ersten Gedanken ist, dass ein Ehepaar auch Geschwister sein könnten. Sie sehen sich sehr ähnlich und schon beginnt mein Kopfkino.  Während der Fahrt und bei den Zwischenstopps bekommen wir Informationen zu der Insel, den Einheimischen, der Tierwelt sowie der Flora und Fauna. Doch die wichtigste Information ist, dass die Leute aus Hollywood, die sich für den Dreh eines Filmes („Moses“) auf der Insel befinden, die ganze Insel zerstören. Sie haben wohl alles Pflanzen beseitigt und alles für ihre Filmaufnahmen verändert. Allerdings, wenn ich mir die Insel so betrachte und an die Fahrt vom Flughafen zum Hotel denke, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass hier jemals, ohne Hilfe des Menschen, etwas wachsen würde. Diese Insel besteht aus Vulkangestein und durch die geringe Höhe ist Fuerteventura die trockenste Insel der Kanaren. Was also sollte hier wachsen?! Dies wir auch durch eine Aussage des Tourleiters, dass die Insel tot ist, unterstrichen. Landschaftlich gibt es während der Fahrt nicht zusehen. Der Tourleiter fragt uns, ob wir am Nachmittag das Dach runter machen wollen. Sofort fängt das Gejammer an und damit hat es sich auch schon erledigt- das Dach bleibt oben. Zwischendurch machen zwei Frauen sogar ihre Kapuzen hoch, obwohl das Dach oben ist. Selbst wenn es regnen würde, würden wir nicht nass werden, da das Dach oben ist und oben bleibt. Ich frage mich, warum sie bei einer Jeep-Safari mitmachen. Während der gesamten Tour rede ich nicht viel und sehe mir lieber die „tote“ Insel, vor allem aber den Atlantik, an. Zum Mittag halten wir in einem sehr kleinen Dorf. Ich bin mir nicht einmal sicher ob es ein Dorf ist, da hier nur sehr wenige Häuser stehen. Wir bekommen unser Essen und plötzlich tropft es von der Decke. Erst nur an einer Stelle, dann an zwei, drei Stellen. Es wird immer mehr und wir setzen uns an einen anderen Tisch. Die Anderen bleiben vorerst noch sitzen, was ich auch nicht sonderlich schlimm finde. Doch das Wasser, welches von der Decke kommt wird immer mehr und schon sitzen sie wieder bei uns am Tisch. Nun versuchen sie uns sogar ein Gespräch aufzudrängen. Ich sehe und höre gekonnt weg und überlasse meiner besseren Hälfte die Unterhaltung. Auch der Tourleiter merkt, dass ich seinen Humor nicht komisch finde, was ihn aber nicht daran hindert weiterzumachen. Inzwischen ist es mir egal, da ich weder den alten Leuten noch dem Tourleiter zuhöre. Ich habe längst abgeschaltet und befinde mich in meiner eigenen Gedankenwelt.
Der letzte Halt ist ein Leuchtturm, welcher aus Basalt gebaut ist. In diesem Leuchtturm befindet sich eine Ausstellung von Bildern, auf denen Tiere abgebildet sind, die auf der Insel leben. Nach ca. 30 Minuten versammeln wir uns ein letztes Mal, bekommen abschließende Worte zu hören bevor wir wieder in Richtung Hotel fahren. Was das Reden vom Tourleiter betrifft, muss ich sagen, weniger ist manchmal doch mehr. Mit so viel Eigenlob kann ich nur sehr schwer umgehen. Wir werden wieder bei unserem Hotel abgesetzt und das Bluten meiner Ohren lässt spontan nach. Dafür das diese Tour relativ teuer war, hat sich mal so gar nicht gelohnt.
Zurück in Zimmer, gehe ich auf den Balkon, sehe auf das Meer und hänge meinen Gedanken nach.
Heute sitzen wir beim Abendessen neben einen Pärchen. Mir fällt auf, dass er sein Handy aus der Tasche holt, wenn sie zum Büfett geht. Sobald sie zurück kommt, steckt er es weg. Vorher sieht er sich um, so als sollte sie es nicht mitbekommen. Da stellt sich mir die Frage, warum diese Heimlichkeiten?! Wenn er es unhöflich findet vor ihr auf sein Handy zu sehen, dann sollte er es im Zimmer lassen. Nach dem Essen setzen wir uns nach draußen auf die Terrasse und beobachten das Geschehen. Zu der ein oder anderen Person gibt es einen Kommentar. Man könnte nun vermuten, dass wir lästern. Machen wir aber nicht. Wir äußern lediglich Mutmaßungen zu dem was wir sehen. Das Billardspiel, welches wir eigentlich noch spielen wollten, haben wir auf morgen verschoben. Der Tag war lang und auf einer gewissen Art und Weise auch anstrengend. Über Stunden gekonnt wegzuhören ist nicht einfach. Wir trinken aus und gehen ins Zimmer. Gute Nacht.

15. Dezember 2013

Viel zu früh werde ich wach. Draußen ist es noch dunkel. So gerne ich noch schlafen würde, aber ich schlafe nicht mehr ein. Nach und nach wird es heller. Für heute steht nichts auf dem Plan. Es ist der vorletzte Tag auf Fuerteventura, bevor wir Dienstag wieder nach Hause fliegen. Dieser Urlaub ist voll und ganz der Erholung verschrieben. Allerdings muss ich feststellen, dass zu viel Erholung stressig sein kann, zumindest habe ich es als Stress empfunden.  Da gestern neue Gäste angereist sind, ist es heute, beim Frühstück, wieder deutlich voller. Zum Frühstück gönnen wir uns heute auch ein Glas Sekt. Wir gehen danach ins Zimmer, entschließen uns zum Strand zu gehen, ziehen unsere Badelatschen an und gehen los. Raus aus dem Hotel und schon sind wir am Strand. Der Wind ist wieder stärker geworden. Ich ziehe es vor nicht mit den Füßen ins Wasser zu gehen. Wir geheCIMG0572n am Wasser den Strand entlang. Weiter, immer weiter gehen wir. Es sind viele Menschen unterwegs, einige gehen sogar baden. Nachdem wir eine Weile gelaufen sind, setzen wir uns und sehen auf dem Atlantik hinaus, bevor wir wieder ins Hotel zurück gehen. Wir gehen auf die Terrasse, trinken Kaffee und sehen auf das Meer hinaus. Nach einer Runde Billard ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück, so dass er sich hinlegen und ausruhen kann. So ein Schnupfen kann schon sehr belasten. Beim Abendessen stellen wir fest, dass sich die Gerichte anfangen zu wiederholen. Ich merke, wie ich zunehmend von der Lautstärke, die im Speisesaal herrscht, genervt bin. Nach dem Essen gönnen wir uns noch einen Cocktail. Das Abendprogramm lassen wir ausfallen, da die letzten beiden Shows, die wir uns angesehen hatten, nicht sonderlich spannend waren, eher enttäuscht. Also verschwinden wir bei Zeiten auf dem Zimmer und schlafen auch relativ schnell ein.

16. Dezember 2013

Ich werde wach und bin schon genervt. Auf dem Flur ist es, wie jeden Tag, sehr laut. Das Wissen, dass auch heute nichts ansteht CIMG0519macht mich wahnsinnig.  Auf dieser Insel gibt es nicht sonderlich viel zu erleben. Genau genommen kann man hier her kommen, wenn man gar nichts machen möchte, außer am Strand liegen. Es ist schön mitten im Dezember 23 Grad und Sonne zu genießen, keine Frage. Jedoch sind wir nicht dafür geschaffen tagelang nichts zu machen. Heute macht es sich bei mir deutlich bemerkbar. Meine Laune ist unterirdisch und ich könnte ausrasten, wenn meiner Meinung nach jemand am Büfett im Weg steht. Wir sind mit dem Frühstück fertig und setzen uns mit einem Kaffee auf die Terrasse und beobachten das Treiben um uns herum.  Zurück im Zimmer beginne ich schon die Tasche zu packen, was ich sonst noch nie so zeitig gemacht habe. Heute Abend wollen wir uns eine Flamenco-Show ansehen, doch bis dahin ist noch sehr viel Zeit. Wenn man nichts unternimmt vergeht der Tag gefühlt wesentlich langsamer. Ich kann die Ruhe nur noch schwer ertragen. Mir fehlt der Wechsel zwischen Action und Entspannung.
Die Zeit und der Tag vergehen. Beim Abendessen ist es wie gewohnt voll und laut. Die Flamenco-Show ist gar nicht mal so schlecht, aber auch diese Darbietung sehen wir uns nicht bis zum Ende an. Gesundheitlich angeschlagen entschließen wir uns zeitig schlafen zu gehen.

17. Dezember 2013

Heute fliegen wir wieder nach Hause. Die Taschen sind bereits gepackt, also können wir den Tag ganz entspannt angehen. Ein IMG_1846letztes Mal geht es zum Frühstück in den restlos überfüllten Speisesaal. Bis wir abgeholt werden dauert es noch ein paar Stunden. Wir sitzen mit unseren Taschen im Foyer. Der Schnupfen hat mich im vollen Umfang erwischt, aber zum Glück stehen ein paar Sofas rum. Ungeachtet dessen das wir uns im Foyer befinden, lege ich mich hin. Es ist mir egal das und wie viele Leute an uns vorbei gehen und was sie denken. Der Schnupfen hat aber auch was Gutes. Mir ist gleichgültig wie lange wir noch warten müssen, Hauptsache ich kann liegen. Die Zeit vergeht und es wird Zeit, dass wir raus gehen, da der Bus jeden Moment kommen kann, um uns zum Flughafen zu bringen. Wir sitzen vor dem Hotel auf der Bank und eigentlich müsste der Bus kommen, zumindest laut Uhrzeit. Aber im südländischen Raum ist Zeit nun mal relativ. Man kann sich daran halten, muss es aber nicht. Langsam wird er nervös, ich soll sogar bei der Reiseleitung anrufen, was ich aber nicht mache. Der Bus wird schon kommen, Zeit bis zum Rückflug ist noch genug. Deutlich zu spät fährt der Bus vor, wir steigen ein und los geht die Fahrt zum Flughafen. Auch hier verbringen wir noch genügend Zeit bevor wir zum Boarding können. Bei der Sicherheitskontrolle muss ich zweimal durch, da ich nicht mehr daran gedacht habe, dass ich meinen Gürtel um habe.  Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich die Durchsage, dass das Boarding beginnt. Es fliegen mehr Menschen mit zurück als ich vermutet habe. Das Flugzeug ist voller als beim Hinflug. Erst sitzt bei uns noch eine Frau, die sich dann, als abzusehen ist, dass es noch freie Plätze  gibt, umsetzt.
Wir rollen auf die Startbahn. Auf dem Weg dahin gibt es die Sicherheitsinformationen und kurz darauf heben wir ab und fliegen Richtung Heimat. Aufgrund des Schnupfens ist der Rückflug sehr anstrengend. Da wir aber eine Sitzreihe für uns haben, kann ich mich hinlegen. Eine Stewardess ist sehr aufmerksam und bringt mir eine Decke und eine heiße Zitrone. Zwischendurch muss ich mich wieder hinsetzen und anschnallen, da wir in Turbolenzen geraten, die aber nicht von langer Dauer sind. Planmäßig laden wir wieder in Berlin/Schönefeld. Es ist dunkel, kalt und schon spät. Ich bin müde und will nur noch schlafen. Dieses Mal warten wir wieder lange auf unsere Taschen. Als wir diese haben begeben wir uns direkt zum Ausgang und machen uns auf dem Weg zum Hotel, welches ich gebucht habe. Dort angekommen, habe ich nur noch einen Wunsch, duschen! Endlich wieder duschen ohne Chlor im Wasser. Das Zimmer ist ein Traum. Ich bin glücklich und zufrieden wieder zurück zu sein. Endlich wieder unabhängig. Selbst zu entscheiden wo man wann hinfährt, sich einfach in sein Auto zusetzen und loszufahren ist sehr viel wert. Und eins habe ich mir geschworen, der nächste Urlaub wird nur gebucht, wenn auch gleich Ausflüge mit gebucht werden können.


Zürich 2011/2012

30. Dezember 2011

Es ist 02:15 Uhr und Zeit aufzustehen. Total verschlafen lasse ich mich noch einmal in meinem Kissen sinken. Es widerstrebt mir aufstehen zu müssen, aber es muss sein. Um 06:50 Uhr hebt das Flugzeug Richtung Zürich ab. Dort werden wir dieses Jahr Silvester verbringen. Meine Augen gehen noch nicht ganz auf, doch ich schleppe mich in das Badezimmer. Der erste Blick in den Spiegel zeigt mir ein total zerknittertes Gesicht, doch mit ein bisschen Farbe wird das schon. Die Zähne sind geputzt, die Farben an den entsprechenden Stellen im Gesicht platziert, die Tasche nochmals kontrolliert, damit auch nichts vergessen wurde und nun heißt es runter ins Auto und Richtung Flughafen (Berlin Tegel). In Gedanken kuschel ich bereits, während der Autofahrt, an seiner Schulter. Allerdings hatte im Hinterkopf ich schon die Vermutung, dass seine Mutter hinten sitzen wird. Wir gehen zum Auto, ich mache die Kofferraumklappe auf. Als das Licht im Auto angeht, sehe ich, dass ich mit meiner Vermutung richtig liege. Na super! Ich steige ein und sofort geht es los. Sie möchte wissen, ob ich schlafen konnte, sie konnte die ganze Nacht nicht schlafen usw. Sorry, das interessiert mich morgens um 03:15 Uhr nicht. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben und zum Flughafen gefahren werden. Zu der Uhrzeit bin ich auch nicht sonderlich gesprächig.
Wir fahren los. Die Straßen sind frei und es wird nicht viel im Auto gesprochen. Meine Gedanken ziehen wie Wolken vorbei, ohne dass es um etwas Bestimmtes geht. Obwohl, genau genommen ist mein vorrangiger Gedanke mein Bett, welches ich viel zu früh verlassen habe. Es ist 04:30 Uhr und wir sind endlich am Flughafen angekommen. Wir nehmen unsere Reisetasche aus dem Kofferraum und verabschieden uns. Nach kurzer Orientierung nehmen wir die erstbeste und einzige Tür und betreten das Flughafengebäude. Auf einem Bildschirm, auf dem die Abflüge zu sehen sind, erfahren wir, dass wir zum Schalter A06 müssen. Dort angekommen lesen wir auf dem Bildschirm, dass der Check-Inn am Schalter B24 sein soll. Super Sache! So etwas kann ich am frühen Morgen nicht gebrauchen. Nun gut, es hilft ja nichts, also wieder zurück. Beim Schalter B24 angekommen ist dieser, wie sollte es anders sein, unbesetzt. Da stehen wir nun und warten und warten und warten…
Geduld ist alles, nur keine Stärke, besonders nicht im unausgeschlafenen Zustand, von mir. Ratlosigkeit macht sich breit. Eine Frau kommt auf uns zu und erkundigt sich, ob wir auch nach Wien fliegen wollen. Ohne nachzudenken habe ich ihre Frage mit ja beantwortet, bis ich darauf hingewiesen wurde, dass wir nach Zürich fliegen. Egal, Beides liegt in den Bergen. Außerdem bin ich viel zu müde. Langsam wird meine Laune, die ohnehin schon nicht gut ist, schlechter. Meine Augen brennen, ich bin total müde und habe erstrecht keine Lust noch weiter vor einen unbesetzten Schalter herum zu stehen. Während wir warten und vor uns hin meckern, taucht eine Flughafenangestellte auf. Sie geht hinter den Schalter und ist minutenlang mit drei Rechnern gleichzeitig beschäftigt. Endlich ist es soweit, wir können einchecken. Allerdings geht es langsamer als sonst, denn der Drucker will nicht so recht. Sie geht an den anderen Rechner, um unsere Boarding-Cards auszudrucken. Geschafft! Das Gepäck ist abgegeben und wir gehen etwas frühstücken.
Inzwischen ist es kurz vor 6:00 Uhr und wir gehen zur Sicherheitskontrolle. Danach wollen wir noch durch die Duty-free World flanieren. Zu unserer Enttäuschung müssen wir feststellen, dass es nur einen Duty-free Shop gibt. Dieses Mal fliegen wir mit der Lufthansa. Sonst ist es meist air berlin und in diesen Bereich gibt es wesentlich mehr Shops. Wieder dazu gelernt! Nun sitzen wir, ohne etwas zum Lesen für den Flug und warten darauf, dass das boarding beginnt. Dieses geht relativ schnell, es liegen sogar verschiedene Zeitungen aus, die man sich kostenlos mitnehmen kann.
Unsere Plätze im Flugzeug sind, mal wieder, über den Tragflächen- ein relativ lauter Bereich. Nun gut, was soll´s, wir fliegen nur eine Stunde. Wir rollen auf die Startbahn, das Flugzeug wird immer schneller und wir heben ab. Wie jedes Mal sehe ich mit großen Augen aus dem Fenster und beobachte wie die Lichter immer kleiner werden. Beiläufig bekomme ich mit das die üblichen Sicherheitshinweise gegeben werden. Ich höre schon gar nicht mehr hin, da ich es bereits von anderen Flügen kenne. Kaum sind wir oben angekommen, gibt es Getränke und Snacks. Kurz darauf befinden wir uns schon wieder im Landeanflug. Die Ladung ist etwas unsanft, aber wir sind wieder am Boden und können nicht mehr abstürzen.
Das Flugzeug steht, wir nehmen unsere Sachen und machen uns auf dem Weg zur Gepäckausgabe. Wir stehen noch nicht lange am Gepäckband und können schon unsere Tasche im Empfang nehmen. Mit dem Gepäck in der Hand gehen wir Richtung Ausgang. Zu Hause hatte ich mich im Internet erkundigt und eigentlich sollte es einen Shuttle-Service zum Hotel geben. Es gibt auch von unter-schiedlichen Hotels Kleinbusse, doch unser Hotel ist nicht dabei. So nehmen wir einen Kleinbus, der alle Hotels anfährt und für „nur“ 37 CHF (ca. 30,- €) werden wir zum Hotel gefahren. Auf dem Weg dahin macht sich bei mir etwas Ernüchterung breit. Irgendwie habe ich mir Zürich eindrucksvoller und imposanter vorgestellt. Der Weg zum Hotel führt uns an nur wenigen ansehnlichen Häusern vorbei. Die Gegend erinnert eher an einem Getto. Auf einer Seite sehe ich lauter Holzbaracken und muss sofort an Brasilien und die in meinem Vortrag erwähnten Favelas denken. Später werde ich erfahren, dass es Gärten waren, die vom Schneematsch bedeckt waren. Also muss vor kurzem noch Schnee gelegen haben. Wir erreichen unser Hotel. Es steht mitten in einem Gewerbegebiet. Von innen sieht das Hotel schöner aus, als es von außen vermuten lässt. Das Hotel besticht durch klare Linien, im modernen Design mit gemütlichem Lounge-Charakter. Es wird durch die einzigartige Beleuchtung ins rechte Licht gerückt. Wir werden freundlich empfangen und zu unserem Glück sind einige Zimmer schon fertig, so dass wir uns eins aussuchen können.
Das Zimmer sieht wunderschön aus, nur die Aussicht lässt zu wünschen übrig. Um uns herum stehen lauter Industriegebäude. Man kann eben nicht alles haben.
Wir packen einige Sachen auch und beschließen die Stadt erkunden zu gehen. Etwas ziellos, aber mit einem Stadtplan machen wir uns auf den Weg. Umso weiter wir gehen, umso enttäuschter bin ich. Das, was ich sehe, hat so gar nichts mit dem gemein was ich mir vorgestellt habe. Es erinnert viel mehr an Berlin-Prenzlauer Berg oder Berlin-Friedrichshain und auch die vielen Baustellen erinnern vielmehr an Berlin, als an eine luxuriöse Stadt, wie ich mir Zürich vorgestellt habe. Wir kommen dem Zentrum näher und langsam zeigt sich Zürich von einer ansprechenden Seite. Es gibt viele prunkvolle Häuser, eine zauberhafte Aussicht über den Zürichsee und einen schön angelegten Park, der fast wie gemalt aussieht. P1020140
Langsam macht sich Hunger bemerkbar, aber es ist weit und breit nichts zu sehen. Ohne zu wissen in welche Richtung wir müssen gehen wir los, um ein Restaurant oder Imbissstand zu finden. Die Beine und Füße schmerzen, die Laune sinkt stetig und der Hunger ist groß. Die Restaurants, welche wir bis jetzt gesehen haben, sind entweder zu teuer oder sagen uns nicht zu. Wir einigen uns darauf zum Hauptbahnhof zu gehen, denn dort gibt es immer etwas zum Essen. Doch soweit kommen wir gar nicht. Plötzlich winkt und eine kleine Burger King Fahne entgegen. Endlich! Nachdem wir uns gestärkt und uns etwas ausgeruht haben, machen wir uns auf dem Rückweg zum Hotel. Wir sind derweil 12 Stunden auf den Beinen, was sich langsam aber sicher bemerkbar macht. Auf dem Rückweg mache ich noch das ein oder andere Foto und freue mich schon, dass ich bald meine Füße hochlegen kann.
Im Hotel angekommen, fahren wir mit dem Fahrstuhl in den 4. Stock, wo sich unser Zimmer befindet. Im Bett zu liegen und nichts zu machen ist super! Später werde ich noch die Postkarten beschreiben. Was wir heute Abend machen steht noch nicht fest, dass werden wir spontan entscheiden.
Der Plan für heute Abend steht. Erst werden wir uns einen kleinen Snack besorgen und dann den Tag an der Hotelbar ausklingen lassen. Doch zuerst heißt es für mich Postkarten schreiben.
Die Karten sind geschrieben, allerdings ist das Essen für heute gestrichen. Ich möchte mich nicht mehr großartig bewegen. Ob der Tag an der Bar beendet wird ist fraglich, aber wir haben vorgesorgt und uns etwas zum Trinken aus der Stadt mitgebracht. So kann der erste Tag in Zürich einen ruhigen Ausklang finden. Entweder an der Bar oder auf dem Zimmer. Heute sind wir ca. 9 km gelaufen und da wir seit 2:15 Uhr wach sind, werden wir bald schlafen gehen.

31. Dezember 2011

Guten Morgen Welt, guten Morgen Zürich. Es ist 8:30 Uhr und langsam wird es Zeit aufzustehen und duschen zu gehen. Das Bad ist ein Traum. Es ist mit allem ausgestaltet, was man benötigt und man kann sogar über einen Lautsprecher das Fernsehprogramm hören. Die Haare sind gekämmt, Zähne geputzt und wir gehen runter zum Frühstücksbüfett.
Das Frühstück ist hervorragend. Es gibt alles was das Herz begehrt. Beim beobachten der Hotelgäste fällt mir auf, dass es vorwiegend junge Familien, Pärchen oder angehende Businessmenschen sind, die aus den verschiedensten Ländern kommen, z.B. Italien, China, Amerika. Zum Glück sind wir zur rechten Zeit zum Frühstück gegangen, denn es gibt offensichtlich Platzprobleme. Das Personal wirbelt umher und die wartenden Hotelgäste machen lange Gesichter, aber letztendlich bekommen alle einen Platz. Wie ich meinen Blick so schweifen lasse, muss ich entsetzt feststellen, dass es regnet. Na super, ist mein erster Gedanke, hoffentlich regnet es nicht den ganzen Tag. Wir werden uns überraschen lassen. Das Wetter ist eins der wenigen Dinge, welches man nicht bestellen kann. Wie auch immer das Wetter heute Abend sein wird, das Feuerwerk lassen wir uns auf keinen Fall entgehen. Da wir heute nichts Großartiges vorhaben, warten wir noch etwas ab, vielleicht hört es bald auf oder der Regen wird zumindest weniger.P1020167

Es ist 11:25 Uhr und es regnet immer noch. Wir beschließen, da es nur leichter Regen ist, los zugehen. Schließlich fliegen wir nicht nach Zürich, um den ganzen Tag im Zimmer zu sitzen und Fernsehen zu schauen. Das können wir auch zu Hause machen.
Vom Frühstück gut gestärkt, verlassen wir das Hotel und schreiten durch den Nieselregen, welcher sich mit stärkeren Regen abwechselt. Unser erstes Ziel ist die Markthalle in der Viaduktstraße. Hier gibt es die unterschiedlichsten Köstlichkeiten zu den entsprechenden und für Zürich typischen Preisen. Zürich ist eben eine sehr teure Gegend. Nachdem wir durch die Markthalle gelaufen sind und eine Raucherpause gemacht haben, machen wir auf dem Weg zum Limat Platz. Hier steht ein etwas größeres Kaufhaus, welches wir gemütlich durchlaufen. Auch hier halten die Preise vom Kauf ab, aber die Kleidung ist wieder trocken und wir haben uns aufgewärmt. Der Regen ist wieder stärker geworden. Das nächste Ziel ist der Hauptbahnhof. Vielleicht werden wir dort das ein oder andere Souvenir finden. Der Bahnhof sieht von außen sehr eindrucksvoll aus. Aber auch von innen sieht der Bahnhof überwältigend aus. Er ist riesig und die Vorhalle gleicht einem großen Tanzsaal. Tatsächlich finden wir auch Souvenir Shops, doch es gibt nichts zu kaufen, was uns gefällt. Souvenir Shops scheinen in Zürich eine Rarität zu sein, zumindest im Winter. Selbst für die Postkarten haben wir eine halbe Ewigkeit gebraucht, bevor wir welche gefunden hatten. Wenigstens haben wir heute sofort einen Briefkasten gefunden, als wir uns beim Bahnhof Hardbrücke erkundigt hatten, ob wir von dort auch zum Flughafen kommen.
Mittlerweile macht Hunger sich bemerkbar, aber zum Glück befinden sich auf dem Hauptbahnhof genügend Imbissstände. Wir haben uns für Pizza entschieden und ich hätte gerne beim Essen gesessen und bis eben war auch ein Tisch frei. Als wir uns, mit der Pizza in der Hand, umdrehen setzen sich gerade welche an den letzten freien Tisch. So stehen wir und essen mitten im Bahnhof Pizza. Weit und breit ist in diesem riesigen Bahnhof keine Bank zu sehen. Im stehen zu essen widerstrebt mir, besonders wenn ich zuvor 3 Stunden gelaufen bin. Meine Laune beginnt zu sinken, als ich bemerke, dass ein Tisch frei wird. Zielstrebig gehe ich zum Tisch. Die Pizza schmeckt gleich noch mal so gut und auch für die Füße ist es eine Wohltat. Nachdem die Pizza verspeist ist, begeben wir uns auf dem Rückweg zum Hotel. Heute Abend werden wir ca. 3 km gehen müssen, um in die Innenstadt zu kommen, wo die Silvesterparty stattfindeP1020170n wird. Auch auf dem Weg zum Hotel regnet es noch immer und ich befürchte, dass es bis heute nicht mehr aufhört.
Wir sind wieder im Hotel und ziehen die nasse Kleidung aus. Selbst meine Schuhe, besonders der Rechte, sind vollkommen durchnässt. Die werde ich später wohl trocken föhnen müssen. Anhand des Maßstabes auf der Karte wissen wir, dass wir in ca. 5 Stunden 6 km gelaufen sind. Wir lassen uns ins Bett fallen und genießen es uns um nichts kümmern zu müssen, da in einem Hotel so ziemlich alles für einen gemacht wird.
Es ist nun 18:22 Uhr und wie vermutet regnet es immer noch. Nun gut, es ist noch etwas hin und wir müssen auch nicht pünktlich um 20:00 Uhr, wenn die Silvesterparty los geht, vor Ort sein. Währenddessen ich mein Reisetagebuch schreibe, genieße ich die erst kleine Flasche Sekt. Gleich werde ich meine Schuhe trocken föhnen und dann runter, um eine Zigarette rauchen.
Inzwischen ist es 20:15 Uhr und ein Blick aus dem Fenster verrät, dass ich mit meinen Bedenken recht behalten sollte. Es regnet immer noch. Voraussichtlich werden wir uns gegen 21:00 / 21:30 Uhr oder aber erst um 22:00 Uhr auf dem Weg in Richtung Innenstadt machen.
Es ist 21:45 Uhr und wir ziehen uns an, um die 3 km durch den Nieselregen bzw. Regen zum Ort des Geschehens, rund um die Quaibrücke, zu beschreiten. Meine Schuhe sind wieder trocken und die Jacke hält dem (Niesel)regen stand. Gerade erst losgelaufen, gehe ich durch eine Pfütze. Ich bin nur kurz abgelenkt und nun sind die Füße wieder nass. Da macht sich Freude breit. Erst stehe ich ewig im Bad, um die Schuhe wieder trocken zu bekommen und die erste Pfütze, die uns begegnet, ist meine. Auf dem Weg zur Quaibrücke werden wir akustisch durch Böller begleitet. Bis zum Hauptbahnhof kam uns kaum einer entgegen. Von  hier aus strömten die Menschen aus allen Richtungen in die Innenstadt. Einige Gebäude werden mittels Scheinwerfer beleuchtet. Die ganze Stadt erstrahlt im bezaubernden Licht. Die unterschiedlichste Musik spielt an ausgewählten Plätzen. Von Clubsounds über 80´s Specials Musik bis hin zur Party- und Stimmungsmusik ist alles dabei. An jeder Ecke stehen Imbissbuden oder Bierwagen. Die Menschen feiern ausgelassen. Gut, ein Pärchen kommt uns laut streitend entgegen, aber sonst haben alle um uns herum gute Laute, sind an- oder betrunken und wir sind mittendrin. Wir halten an einem Imbissstand und essen jeder eine Kalbsbratwurst. Um uns einen möglichst guten Platz zu sichern, gehen wir zu Quaibrücke, damit wir eine gute Sicht auf das Feuerwerk haben und ich ein paar schöne Bilder machen kann. Auf der Seite der Brücke, wo das Feuerwerk auf den dafür vorgesehenen Schiffen entfacht wird, ist nichts mehr frei, also suchen wir uns einen Platz auf der anderen Seite. Die Zeit scheint immer langsamer zu vergehen und gleichzeitig auch zu rasen. Das Gefühl, dass die Zeit langsamer vergeht, wird durch die nassen Füße, den schmerzenden Lendenwirbelbereich und dem nervenden Nieselregen ausgelöst. Da aber um uns so viel passiert, vergeht die Zeit zugleich wie im Fluge. Die Brücke füllt sich zusehend und immer wieder leuchtet der Himmel, durch die Raketen, welche abgeschossen werden. Das ist für mich die Gelegenheit, die Einstellung der Digitalkamera zu überprüfen. Es gibt zwar eine Einstellung für Feuerwerk, aber damit ist nichts auf dem Bild zu erkennen. Ich bin etwas genervt, denn die Kamera braucht zu lange, bevor sie ein Bild macht und es sind nur noch die letzen Funken, Rauchwolken oder auch gar nichts mehr zu sehen. Das kann ja was werden! PP1020234ünktlich um 23:40 Uhr ist Glockenläuten zu hören. Damit soll das alte Jahr ausgeläutet werden. In der Zwischenzeit ist es mir auch gelungen ein geeignetes Testbild zu machen. Die gewählte Einstellung (Nachtportrait) scheint die idealste Einstellung zu sein. Die Glocken läuten noch immer, laut Veranstaltungsplan bis 23:58 Uhr. Danach heißt es um 00:00 Uhr Prosit Neujahr und um 00:01 Uhr wird das neue Jahr durch das erneute Läuten der Glocken begrüßt. Von der Pause zwischen dem alten Jahr ausläuten und dem neuen Jahr begrüßen ist nichts zu merken. Bevor sie ausgeläutet haben, fangen sie schon wieder neu an zu läuten.
Die Glocken verstummen. Es ist 00:19 Uhr und alle Lichter der Stadt erlöschen. Die Menschenmasse beginnt zu jubeln und am Himmel entsteht ein großartiges Lichterschauspiel. Was am Nachthimmel zu sehen ist, ist unbeschreiblich schön, von den Pyrotechnikern gut durchdacht und die Fotos lassen die Schönheit des Farbenspiels auch nur erahnen. Es entstehen sogar Smilies und Herzen. Einfach atemberaubend. Nach 20 Minuten ist das Lichterspektakel zu Ende. Das Einzige was das Ganze noch unterstrichen hätte, wäre entsprechende Musik zum Feuerwerk. Aber auch ohne Musik war es ein einzigartiger und unvergesslicher Anblick. P1020291
Das Feuerwerk ist vorbei und ich habe nur noch den Wunsch zurück in das Hotel zu gehen. In meinen Schuhen steht, im wahrsten Sinne des Wortes, das Wasser, mir ist kalt und die Rückenschmerzen werden auch nicht besser. Ich möchte nur noch aus den nassen Schuhen raus und im warmen Bett liegen. Auf dem Weg zum Hotel hört es tatsächlich auf zu regnen. Endlich! Nur leider viel zu spät.
Zurück im Hotel ziehe ich schnell die nassen Schuhe aus. Auch die Jeans hat ordentlich was abbekommen, da ich beim schnellen Überqueren der Straßen, die eine oder andere Pfütze durchlaufen bin.
Was gibt es schöneres, als im Bett zu liegen und mit wundervollen und ein-maligen Bildern im Kopf einzuschlafen?! Gute Nacht und ein frohes neues Jahr 2012!

1. Januar 2012

Es ist gerade mal 06:33 Uhr und ich bin wach. Gerne würde ich noch etwas schlafen, aber mein Körper hat offensichtlich beschlossen, dass er genügend Schlaf hatte. Ich sehe noch etwas TV, denn zum Aufstehen ist es noch viel zu früh.
Auch dieses Jahr bin ich ohne Vorsätze in das neue Jahr gestartet. Wenn ich mir etwas vornehme, dann muss ich nicht bis Neujahr warten.
Nun ist es 08:20 Uhr, eine gute Zeit um aufzustehen und sich langsam für das Frühstück fertig zu machen. Doch zuvor muss ich meine Schuhe mit dem Föhn noch etwas nach trocknen. Auch heute gibt es beim Frühstück alles was ein perfektes Frühstück ausmacht. Nur eins gibt es heute nicht, Platzprobleme. Beim gemütlichen Frühstück entscheiden wir uns dazu heute gar nichts zu machen. Fast alle Geschäfte werden geschlossen sein und das Meiste, was zu Fuß zu erreichen ist, haben wir von Zürich bereits gesehen. Und was wir noch nicht gesehen haben, z.B. den Wildnispark, ist auch eher etwas, was man sich bei schönen und nicht so nass kalten Wetter ansehen kann und sollte. In Zürich ticken die Uhren eben ein bisschen anders.
Später werden wir uns erkundigen, ob der Rückflug zur geplanten Zeit startet und wenn uns danach sein sollte, werden wir im Laufe des Tages zum Hauptbahnhof und eine Kleinigkeit essen.
Den ganzen Tag im Zimmer zu verbringen, ist auch nicht das Wahre, also entschließen wir uns dazu zum Bahnhof Hardbrücke zu gehen, um uns über die Fahrzeiten der Bahn zum Flughafen zu informieren.
Wenn wir schon mal draußen sind und damit der Zimmerservice die Möglichkeit hat unser Zimmer zu reinigen, gehen wir noch etwas spazieren. Wir gehen in eine Richtung, die wir die letzten zwei Tage noch nicht eingeschlagen hatten. Viel zu sehen gibt es nicht, jedenfalls nichts was ein Foto wert wäre. Überall stehen Industriegebäude. Wir gehen an einem Fluss entlang bis zu einer Treppe, welche wir hochgehen und wir begeben uns wieder auf dem Weg zum Hotel. Dabei kommen wir an einer Pizzeria vorbei. Die Karte sieht viel versprechend aus. Die Preise sind für Zürich erträglich und geöffnet hat sie auch. Wenn wir heute noch hungrig werden sollten, dann haben wir soeben etwas gefunden.P1020121
Im Hotel angekommen, müssen wir feststellen, dass unser Zimmer noch nicht gereinigt wurde. Wir gehen wieder nach unten, setzen uns in die Lobby des Hotels und genießen einen Kaffee bzw. einen Latte Macchiato. Es ist ganz interessant das Geschehen an der Rezeption zu beobachten, als eine indische Großfamilie einchecken möchte. Der Kaffee ist getrunken, wir bezahlen und wollen wieder nach oben. Unser Zimmer sollte mittlerweile gereinigt sein. In der Zwischenzeit ist auch die indische Großfamilie mit dem einchecken fertig und sie wollen ihre Zimmer beziehen. Dazu nutzen sie die Fahrstühle. Das dauert uns zu lange, also nehmen wir die Treppen. Der Muskelkater freut sich. Autsch! Im Zimmer angekommen ist Entspannung angesagt- die Seele baumeln und Fünfe gerade sein lassen. Sollten wir Hunger bekommen, dann wissen wir wohin wir gehen können.
Das Fernsehprogramm lässt zu wünschen übrig. Die Zeit vergeht und wir bekommen so langsam Hunger. Es ist kurz vor 17:00 Uhr. Das ist eine gute Zeit, um zum Italiener um die Ecke zu gehen und romantisch im Kerzenschein zu dinieren. Schuhe an, Jacke an, einen letzen Blick in den Spiegel und los geht es. Auf dem Weg zum Italiener kommen wir an einem Bäcker vorbei, der auch Spagetti in verschiedenen Variationen im Angebot und heute sogar geöffnet hat. Beim Italiener angekommen, sehen wir durch die Scheibe das Personal umher laufen. Ein gutes Zeichen. Ich möchte die Tür öffnen, doch diese ist verschlossen.
Die Öffnungszeiten verraten uns auch warum noch geschlossen ist. Das Restaurant macht erst um 17:30 Uhr auf und jetzt ist es erst kurz nach 17:00 Uhr. Ganz toll!! Wir möchte schön romantisch bei Kerzenschein und viel Amore essen und stehen vor verschlossener Tür! Mist!!! Gleich nebenan ist ein Dönerladen, aber danach ist uns heute nicht. Uns bleiben zwei Möglichkeiten, entweder wiederkomP1020184men oder zum Bäcker. Wir entscheiden uns für den Bäcker. Noch einmal losgehen wollen wir nicht. Beim nächsten Mal sollten wir vorher auf die Öffnungszeiten achten.
Da sitzen wir nun, beim Bäcker, mit den belegten Brötchen, was nur wenig romantisch und schon gar nicht italienisch ist. Gut, wir hätten auch Spagetti nehmen können, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese frisch zubereitet werden. Vielmehr werden es Fertiggerichte sein, die mit der Mikrowelle aufgewärmt werden. Nach nur 30 Minuten sind wir zurück im Hotel. Wenigstens regnet es heute nicht. Ist ja auch was…
Morgen müssen wir wieder früh aufstehen. Also ich auf jeden Fall, denn ich möchte noch duschen gehen, bevor wir zurück in die Heimat fliegen. Das Flugzeug wird um 12:40 Uhr abheben, folglich sollten wir gegen 9:40 Uhr beim Flughafen sein und das bedeutet wir müssen die Bahn um 9:17 Uhr bekommen. Ich werde um 6:00 Uhr aufstehen, damit ich mich in Ruhe fertig machen kann und wir ein letztes Mal das exzellente Frühstück im Hotel genießen zu können. Heute werden wir dieses auch nicht mehr verlassen.

2. Januar 2012

Was für eine Nacht! Erst konnte ich nicht einschlafen, nun ist es 2:38 Uhr und ich bin wach. Ich drehe mich hin und her, laufe durch das Zimmer, zappe durch das Programm bis ich doch wieder einschlafe. Zwischen 4:15 Uhr und 4:30 Uhr ist meine Nacht vorbei. Ich kann nicht mehr schlafen. Im Bett liegend warte ich darauf, dass mein Handy klingelt. Gestern hatte ich extra zwei Weckzeiten eingestellt, erst um 5:50 Uhr und dann nochmal um 6:00 Uhr, damit ich nicht verschlafe. Das hat sich nun erledigt.
Auf der am Fernseher befindlichen Uhr sehe ich, dass es 5:51 Uhr ist, aber mein Handy hat noch nicht geklingelt. Seltsam! Ich nehme mein Handy und überprüfe die Weckeinstellung. Schließlich stelle ich fest, dass mein Handy stumm geschalten ist. Somit kann es auch nicht klingeln. Ich schalte den Ton wieder an und, welch Überraschung, es klingelt um 6:00 Uhr. Ich stehe auf, schleiche in das Bad und mache was gemacht werden muss, das heißt Zähne putzen, duschen usw.
Die Tasche ist so gut wie gepackt, den Rest können wir auch nach dem Frühstück einpacken. Sobald er im Bad fertig ist, können wir frühstücken gehen.
Der Frühstücksraum ist schön leer und wir erfreuen uns an unserem letzen Frühstück in der Schweiz. Es ist, wie die Tage zuvor auch, erstklassig.
Wir fahren mit dem Fahrstuhl wieder in den 4. Stock, um die noch fehlenden Sachen in die Tasche zu packen. Alle Räume und Schränke werden ein letztes Mal durchgesehen, dass wir uns sicher sein können, nichts vergessen zu haben. Wir checken aus und begeben und auf dem Weg zum Bahnhof „Hardbrücke“. Dort angekommen ziehen wir und Bahntickets Richtung Flughafen. Da wir früher, als ursprünglich geplant am Bahnhof sind, nehmen wir die S-Bahn (S16) um 08:49 Uhr statt die um 09:17 Uhr. Wir stehen noch gar nicht lange am Bahnsteig, da kommt auch schon die Bahn. Knapp 10 Minuten später sind wir am Flughafen angekommen. Wir fahren die Rolltreppe hoch und stellen fest, dass wir uns bereits mitten im Flughafen befinden. Bahnhof und Flughafen miteinander zu verbinden ist clever! Hätten wir das am Tag unsere Ankunft gewusst, dann hätten wir Zeit und ca. 24 CHF gespart. Das nächste Mal sollte ich mich einfach wieder besser informieren. Dieses Mal hatte ich nicht so recht die Lust dazuP1020106. Ich hatte mich zwar via Internet kurz informiert, hatte es dann aber ganz nach dem Motto: „Wird schon werden“ wieder sein lassen. Der Flughafen ist der Größte von allen, die wir bis zum jetzigen Zeitpunkt kennen. Trotzdessen ist er sehr übersichtlich, so dass wir uns gut zu Recht finden. Es gibt hier so ziemlich, wenn nicht sogar alles. Von Blumen über Klamotten, Lebensmittel bis hin zu Zeitschriften. Bis zum Abflug gibt es jede Menge für uns zu sehen.
Wir gehen etwas unentschlossen umher, nehmen die Rolltreppe nach oben. Auch hier gibt es alles was man braucht oder aber auch nicht braucht. Alle zu dem Flughafen üblichen überhöhten Preisen. Nachdem wir eine Weile umher gelaufen sind, gehen wir zum Check-In. Wir sind etwas überrascht und ratlos, als wir, auf Nachfrage erfahren, dass wir selbst an eine dafür vorgesehenen Automaten einchecken müssen und auch hier die Boarding-Cards und der Gepäckabschnitt gedruckt werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir unsere Boarding-Cards und den Gepäckabschnitt, welchen wir an unsere Tasche befestigen. Leider werde ich dieses Mal nicht am Fenster sitzen. Diese Tatsache ist etwas ärgerlich für mich. Das Schönste ist für mich beim Fliegen am Fenster zu sitzen, zu sehen wie nach dem Start alles kleiner wird, ggf. Sonnenauf- oder untergänge und wenn freie Sicht ist auf die Erde runter zu sehen, spätestens wenn der Landeanflug beginnt. Nun gut, dann muss ich wohl in der Mitte neben einer mir unbekannten Person sitzen.
Aber von der Sache her, ist so ein Check-in Automat zeitsparend. Die langen Wartezeiten fallen weg, da lediglich nur noch das Gepäck abgegeben werden muss. Das Gepäck ist weg und wir haben noch jede Menge Zeit. Aus diesem Grunde setzen wir uns und trinken Kaffee bzw. Cola. Dabei beobachten wir, was draußen so alles passiert. Fast im Minutentakt starten oder landen Flugzeuge. Während wir sitzen, Kaffee/Cola trinken und das Geschehen auf dem Flughafengelände beobachten, verharrt mein Blick auf dem Tower, auf dessen Dach sich ein Radar die ganze Zeit dreht. Wie und warum auch immer komme ich auf die Idee, dass wenn ich ein Vogel wäre und mal kostenlos Karussell fahren wollte, würde ich mich auf das Radar setzen.
Der Kaffee ist getrunken, bezahlt haben wir auch und nun werden wir die letzten 100 CHF in Euro umtauschen. Dann hätten wir es auch erledigt und müssen es nicht mehr zu Hause machen. Wir bekommen 75,- €. Das ist nicht die Welt, aber haben oder nicht haben. Weiter geht es zur Sicherheitskontrolle. Routiniert packen wir die Jacken, Gürtel und mein Tasche in die dafür vorgesehenen Behälter, damit sie durchleuchtet werden können. Einer nach dem Anderen gehen wir durch die Kontrolle. Wir nehmen unsere Sache wieder aus den Behältern und begeben uns auf dem Weg zum Gate 74. Der Weg dort hin scheint schier endlos zu sein.
Der Bereich vor dem Gate ist bis auf den letzten Platz besetzt. Wir gehen ein Stück weiter und setzen uns in einen Durchgang, welcher sich zwischen den Gates befindet und warten darauf, dass das boarding beginnt. Wir lassen die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Dabei vergeht die Zeit und schon ist es soweit, dass wir uns zum boarding anstellen können. Das Flughafenpersonal taucht auf. Kurz darauf beginnt das boarding und so wie es aussieht, wird im Flugzeug kein Platz frei bleiben.
Im Flugzeug nehmen wir unsere Plätze ein. Dieses füllt sich zusehend und ich kann es kaum noch erwarten das es hoch in die Luft geht, auch wenn ich nicht, wie üblich, am Fenster sitze. Eine Frau bleibt bei uns stehen. Sie hat also „meinen“ Fensterplatz. Immer mehr Leute steigen ein.
Alle Passagiere sitzen und wir werden, wie bei jedem Flug, begrüßt. Zu unserer Überraschung werden wir nicht starten, wie es eigentlich geplant ist, da es keine Starterlaubnis gibt. Wir werden darüber informiert, dass sich der Start um ca. 30 Minuten nach hinten verschiebt. Ferner werden wir vom Kapitän aufgeklärt, dass zur Mittagszeit Rushhour im Flugverkehr herrscht. Das kenne ich bis jetzt nur im Straßenverkehr. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als zu warten bis im Himmel genügend Platz ist und wir starten können. Eine gefühlte Ewigkeit später ist es endlich soweit, die Starterlaubnis wurde erteilt und wir rollen Richtung Startbahn. Leider kann ich nicht, wie sonst, mit der Nase an der Scheibe „kleben“. Diese Gegebenheit betrübt mich ein wenig. Sie sieht nicht mal raus! Warum sitzt sie dann überhaupt am Fenster? So macht das Fliegen keinen Spaß. Davon abgesehen, ist es heute auch sehr turbulent. Wir werden immer mal wieder durchgeschüttelt, was kein schönes Gefühl ist. Zwischenzeitlich haben sich die Turbulenzen beruhigt. Schon befinden wir uns wieder im Landeanflug. Gelandet! Nachdem wir die endgültige Halteposition erreicht haben, heißt es raus aus dem Flugzeug und hin zum Gepäckband. Auch dieses Mal ist es eine reine Geduldsprobe. Seltsamerweise stehen wir jedes Mal in Berlin, ob nun Tegel oder Schönefeld, ewig am Gepäckband. Sichtlich genervt können wir, nach über einer halben Stunde warten, unsere Tasche vom Band nehmen. Mit der Tasche in der Hand bewegen wir uns Richtung Ausgang, zum Schalter der BVG, wo wir uns Fahrkarten zum Hauptbahnhof kaufen wollen. Der Mann am Schalter erklärt uns, dass wir beim ihm die Karten nicht bekommen und den Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn benutzen sollen. Kann ja nicht so schwierig sein, denke ich mir. Schließlich bin ich drei Jahre mit der Bahn zur Berufsschule nach Lübeck gefahren und habe meine Fahrkarte auch immer am Automaten gelöst. Von wegen! Dieser Automat bringt mich zur Weißglut. Nachdem wir raushatten, wie wir Start und Ziel eingeben, wollten wir, mittels des Buttons „weiter Fahrkarten“, eine weiter Fahrkarte lösen. Wir konnten damit allerdings nicht die Anzahl der Fahrkarten bestimmen, sondern damit sind Fahrkarten für noch andere Bezirke gemeint. Ich bin kurz davor auszurasten, doch bevor das passiert, werde ich Richtung Bus geleitet, der uns zum Hauptbahnhof bringt. Beim Busfahrer kaufen wir zwei Fahrkarten und los geht die Fahrt. Am Hauptbahnhof angekommen steigen wir aus. Auf dem Abfahrplan erfahren wir, dass der Zug gerade eben losgefharen ist und wir eine Stunde warten müssen, bevor der nächste Zug fährt. Unfassbar! Das wäre nicht passiert, wenn wir nicht in Zürich eine halbe Stunde hätten warten müssen, bevor wir fliegen durften und eine weitere halbe Stunde am Gepäckband gestanden hätten. Und schon stehen wir wieder vor so einen blöden Automaten- kein Schalter in Sicht, an dem wir unsere Fahrkarten vom Personal der Deutschen Bahn bekommen. Na dann, auf ein Neues. Wie wir Start und Ziel eingeben wissen wir schon. Auch hier schaffen wir es nicht, die Anzahl der Fahrkarten zu erhöhen. Wieder kommt die Anzeige, wo man noch weitere Fahrkarten in anderen Bezirken auswählen kann. Noch mal von vorn! Meine Stimmung erreicht den absoluten Tiefpunkt. Was für ein Start in das neue Jahr! Derweil maulen wir uns gegenseitig an. Jeder will es besser wissen, dabei hat keiner von uns auch nur die blasseste Ahnung. Ich tippe nicht mehr, sondern hämmere bereits wütend auf das Touchdisplay ein. Nach dem dritten oder vierten Versuch stehe ich beleidigt daneben und er zieht zwei Fahrkarten, indem er die Start- Zieleingabe zweimal eintippt. Die Stimmung hat zum jetzigen Zeitpunkt den Nullpunkt erreicht. Wir gehen nach draußen, er raucht eine und ich stehe eingeschnappt neben ihm. Nach einiger Zeit des Schmollens beruhigt sich die angespannte Stimmung wieder. Wir bekommen etwas Hunger, gehen zum Burger King, damit ich endlich das Schokotörtchen mit flüssigem Kern essen kann, was ich schon in Zürich essen wollte. Doch, und wie sollte es anders sein, genau diese Schokotörtchen sind ausverkauft. Das passt perfekt zu diesem schrecklichen Tag, an dem bereits so einiges schief gegangen ist. Und schon habe ich keinen Hunger mehr, sondern bin wieder bockig. Vor Burger King befindet sich ein Stand an dem es viele Leckereien u.a. Schokomuffins gibt. Wir kaufen ein Pizzabrot und ein Schokomuffin und schlagen die Richtung zum entsprechenden Gleis ein, von dem später der Zug nach Neustadt fährt. Am Gleis angekommen, würde ich mich gerne setzen, um den Muffin zu essen, aber es ist keine Bank zu sehen. Wir gehen den Bahnsteig entlang, ich meckere vor mich hin und fast am Ende sehen wir eine Bank stehen. Es ist für mich unerklärlich, dass auf einen 5 km langen (gefühlt) Bahnsteig nur eine Bank steht. Wir setzen uns und essen. Und als wäre der Tag nicht furchtbar genug, schmiere ich mir auch noch Schokolade auf die Jeans. Musste ja so kommen! Kalt ist es auch. In ungefähr einer halben Stunde wird der Zug kommen. Am liebsten würde ich wieder runter, da mir sehr kalt ist. Runter gehen wir nicht wieder. Der Kompromiss ist, weiter vor zu gehen, wo es nicht ganz so windig ist, aber auch keine Bank steht. Die Zeit vergeht langsam, sehr langsam. Zwischendurch habe ich das Gefühl sie würde stehen bleiben. Ich sehe auf mein Handy und es wird mir angezeigt, dass ich von meinem Papa eine Nachricht bekommen habe. In der stand die Frage, wann wir nach Hause kommen. Weiß er doch, geht mir durch den Kopf. Etwas entnervt schreibe ich zurück, dass wir bereits auf dem Berliner Hauptbahnhof stehen und ca. 17:18 Uhr in Neustadt sein werden.
Noch 10 Minuten bis der Zug kommt. Da heute unser „Glückstag“ ist und so ziemlich alles schief gelaufen ist, was nur schief gehen kann, kommt durch die Lautsprecher eine Ansage, dass sich der Zug um fünf Minuten verspäten wird. Klasse! Wenn die Bahn etwas zuverlässig kann, dann sich verspäten. Ich habe keine Lust mehr und will einfach nur noch nach Hause. Ich rechne auch fest damit, dass wir keinen Sitzplatz bekommen, bei dem was heute schon alles passiert ist. Nach etlichen Minuten, die einfach nicht vergehen wollen, trifft der Zug ein. Glücklicherweise bekommen wir doch Sitzplätze. Wenigstens etwas, was klappt. Die Fahrt kommt mir endlos vor. Nach über einer Stunde Fahrt und mit 18 Minuten Verspätung treffen wir in Neustadt ein, aber von meinem Papa keine Spur. Während der Zugfahrt bekam ich mehrmals einen „Wink mit dem Zaunpfahl“, das ich sicherheitshalber noch mal anrufen soll, für den Fall, dass er die Nachricht nicht gelesen hat. Aus Trotz habe ich es nicht getan. Ich war mir sicher, dass er die Nachricht gelesen hat und nun standen wir da. Beim Bahnhof Neustadt gibt es zwei Parkplätze, vor und hinter dem Bahnhof. Wir sind zum hinteren Parkplatz, ich rufe meinen Papa an, der selbstverständlich vorne auf dem Parkplatz steht. Das heißt für uns wieder runter und zum anderen Parkplatz.
Freudstrahlend steht mein Papa neben seinem Auto. Wir stellen unsere Tasche in den Kofferraum und werden nach Hause gefahren. Wir sind wieder in unserer Heimat angekommen!


Für einen besonderen Menschen

Etwas Geheimnisvolles uns verbindet,
solch außergewöhnliche Freundschaft man nicht oft im Leben findet.
Selbst als wir uns noch nicht so lange kannten,
hatten wir uns sofort hervorragend verstanden,
so, als würden wir uns schon ewig kennen,
auch wenn uns viele Kilometer trennen,
wissen wir, dass uns immer jemand zur Seite steht,
keiner von uns seinen Weg alleine geht.
Häufig hast du nur wenig Zeit,
und dennoch bist du immer wieder bereit,
mir ein Ohr zu leihen, wenn es der Augenblick erlaubt,
nie hätte ich es geglaubt,
jemanden auf diese Weise zu begegnen,
der mich ohne viele Worte versteht,
und mit mir durch Höhen und Tiefen geht.
Unsere Freundschaft ist sehr bedeutsam für mich,
deswegen weiß ich auch nicht,
wie kann ich es mit Worten beschreiben,
wie gut wir zueinander stehen,
wir Schritt für Schritt,
jeder seinen und doch einen gemeinsamen Weg gehen.
Auch wenn wir uns nicht oft sehen,
in meinen Herzen bleibt für dich ein fester Platz bestehen.


Augenblick

Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, aber jeder Augenbilck ist ein Geschenk.

Ina Deter


Augustinus von Hippo

Ein Stück des Weges liegt hinter dir,
ein anderes Stück hast du noch vor dir.
Wenn du verweilst, dann nur,
um dich zu stärken, nicht aber,
um aufzugeben.




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